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Wiedeking droht mit ALMS-Ausstieg

Foto: Porsche AG

Porsche-Vorstandsvorsitzender Wendelin Wiedeking hat den Verantwortlichen der American Le Mans Serie (ALMS) unverhohlen mit der Beendigung des Werksengagements mit dem RS Spyder-Sportprototypen gedroht, sollte für die kommende Saison das technische Reglement zu Ungunsten von Porsche geändert werden.

10.12.2007 Gregor Messer Powered by

Wiedekings spontan gehaltene Rede anlässlich der Porsche-Motorsportfeier war nicht geplant und überraschte die Anwesenden, allen voran Porsche-Entwicklungschef Wolfgang Dürrheimer und Sportchef Hartmut Kristen.

"Wir brauchen ein Reglement, das nicht jährlich geändert wird. Wir setzen darauf, dass wir stabile Rahmenbedingungen bekommen. Ich brauche dieses Vertrauen", forderte Wiedeking Planungssicherheit ein. "Wir wollen wissen auf was wir uns da einlassen. Aber wenn dieses Vertrauen nicht mehr gegeben ist - ich sage es ganz deutlich -, dann stelle ich das ab."

Erfolgreiche Saison

Porsche hat in diesem Jahr bei acht von zwölf Läufen zur ALMS mit seinem Prototyp aus der so genannten LMP2-Klasse den Gesamtsieg geholt. Der vom Leistungsgewicht überlegene Audi R10 TDI der LMP1-Klasse kam nur auf vier Gesamtsiege. Doch Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich hat unlängst betont: "Ein LMP1-Fahrzeug sollte nicht von einem LMP2-Auto bezwungen werden können." Der Audi ist in erster Linie für den Hochgeschwindigkeits-Kurs der 24 Stunden von Le Mans konzipiert worden. Auf den engen, kurvenreichen Strecken in den USA hingegen kommt der dafür aerodynamisch cleverer konzipierte, agilere Porsche RS Spyder besser zurecht.

Doch nun scheinen die Regelmacher der ALMS Audi eventuell entgegenkommen zu wollen. In Le Mans, wo der ACO die Regeln gestaltet, wird 2008 das Gewicht der LMP2-Fahrzeuge um 50 Kilogramm auf 825 Kilogramm erhöht, während das Gewicht der LMP1-Audi um 25 Kilogramm auf 900 Kilogramm reduziert wird. Ähnliches könnte nun in den USA ebenfalls beschlossen werden. Vielleicht könnte auch noch der Tankinhalt um zehn Liter auf 80 Liter reduziert werden. Andererseits wissen die Amerikaner auch, dass - sollten die Regeländerungen des ACO angewendet werden - langweilige Rennen die Folge sind.

Langeweile durch Änderungen?

Auch Sportchef Kristen appellierte an die ALMS-Verantwortlichen: "Lassen Sie die Regeln in der LMP2 wie sie sind. Und lassen Sie den Fans einen tollen Wettbewerb." Tatsächlich bot die ALMS-Serie Sport mit Hochspannung und knappen Rennausgängen: Die Differenz zwischen den beiden Erstplatzierten lag nach jeder absolvierten Rennstunde durchschnittlich bei nur einer Zehntelsekunde.

Wie in der Serie verbuchte Porsche auch im Motorsport ein Rekordjahr: Von der Cup-Version des in diversen Markenpokalen weltweit eingesetzten 911 GT3 wurden 235 Stück gebaut und verkauft. Für die kommende Saison liegen bereits 265 Bestellungen für den rund 200.000 Euro teuren Sportwagen vor. "Dies war unsere erfolgreichste Saison seit 1998", blickte Dürrheimer nicht nur wegen der Erfolge in Amerika zufrieden zurück.

"Ich hatte von Kollege Dürrheimer vier ALMS-Siege eingefordert. Er wollte mir nur drei Siege versprechen. Dass es letztlich acht geworden sind, ist ein ganz ausgezeichnetes Ergebnis", lobte Wiedeking. "Das muss jetzt so weitergehen. Da bin ich gnadenlos. Ich bin ein Pfennigfuchser, der darauf achtet, dass für das, was wir in dieses Projekt hineinstecken, auch etwas herauskommt", forderte Wiedeking ähnliche Resultate in der kommenden Saison.

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