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Wiesmann-Comeback gesichert

Ende 2016 gibt es ein neues Modell

Wiesmann GT MF4-CS, Seitenführung, Heckkeuchte Foto: Rossen Gargolov 26 Bilder

Seit Februar 2016 ist die finanzielle Zukunft von Wiesmann durch zwei britische Investoren gesichert. Jetzt übernimmt ein Ex-AMG-Manager die Geschäftsführung bei Wiesmann. Ende 2016 will die Sportwagen-Manufaktur ein neues Fahrzeug vorstellen.

06.10.2016 Uli Baumann Powered by

Der neue Mann an der Spitze des Wiesmann-Managements ist seit 1. Oktober Mario Spitzner, der bis 2014 bei Mercedes-AMG beschäftigt war. Als neuer Geschäftsführer soll er die Sportwagenmanufaktur wieder in die Erfolgsspur bringen.

Das Landgericht Münster hatte im Februar den Widerspruch gegen den Verkauf von Wiesmann an die Brüder Roheen (36) und Sahir Berry (30) abschlägig beschieden und damit Reschtssicherheit geschaffen. Vorausgegangen war die Verkaufs-Zustimmung der Gläubigerversammlung im Dezember, die sich wegen des Widerspruches „einer Einzelperson“ verzögerte.

Angebot von chinesischen Investor sorgte für Verzögerungen

In der Mitteilung der beiden neuen britischen Eigentümer heißt es: „Die Rechtsunsicherheit hat unsere bisherigen Pläne verzögert. Wir freuen uns nun sehr über die finale Bestätigung vom Landgericht. Jetzt ist klar: Es wird wieder Sportwagen aus Dülmener Fertigung geben. Bis dahin geben wir im wahrsten Sinne des Wortes Vollgas. Wir werden alles dafür tun, die verlorene Zeit aufzuholen, um bis Ende 2016 ein neues Fahrzeug vorzustellen“, kommentiert Anita Tatalovic, Geschäftsführerin. Das neue Modell, das nach Medienberichten auf der Wiesmann Spyder-Studie von 2011 aufbauen soll, soll Anfang 2017 auf den Markt kommen.

Bereits vor der Gläubigerversammlung am 2. Dezember 2015 gab es Ärger mit einem chinesischen Investor. Dieser sollte ein höheres Angebot für Wiesmann auf den Tisch gelegt haben. Nach Insiderinformationen standen aber verschiedene große Gläubiger, darunter auch BMW, dem Finanzinvestor Sinfonie Investment skeptisch gegenüber. Das Unternehmen wird von Freeman Shen, der früher bei dem chinesischen Autohersteller Geely für den Aufbau der Marke Volvo in China zuständig war, geleitet.

Wiesmann Spyder Concept Genf 2011Foto: Newspress
Die Wiesmann Spyder-Studie von 2011 könnte alls Basis für das neue Modell dienen.
Wiesmann
Sportwagenhersteller ist zurück. 51 Sek.

Berry-Brüder sind seit langem mit Wiesmann geschäftlich in Kontakt

Roheen und Sahir Berry haben neben der „Wiesmann Automotive GmbH“ für „die Konstruktion, Planung, Herstellung und den Vertrieb von Sportwagen, Spezial- und Zubehörteilen, Tuning sowie artverwandte Geschäfte und Durchführungen von Veranstaltungen und Events zum Zwecke der Kundenbindung und Neukundengewinnung“ auch noch die „Wiesmann Immobilien GmbH“ zum Zweck des Haltens und der Verwaltung von Grundstücken, und die „Wiesmann International GmbH“ für die Vermarktung von Lizenzrechten gegründet.

Die Investoren haben das Firmengrundstück, die Markenrechte und die Produktionsfirma aus der Insolvenzmasse von Wiesmann erworben. Für den Ankauf der Namens- und Markenrechte, der Produktionsanlagen und der Wiesmann-Immobilie wurde ein höherer siebenstelliger Betrag vereinbart.

Bei der Neuausrichtung der Automobilmanufaktur arbeiten die Unternehmer eng mit den Unternehmensgründern, den Brüdern Martin und Friedhelm Wiesmann, zusammen. Die Unternehmer und das Unternehmen Wiesmann verbindet eine langjährige Geschäftsbeziehung. Bereits 2012 hatten die Brüder erste Gespräche aufgenommen, in England und Indien Wiesmann-Verkaufsniederlassungen aufzubauen. Aus diesen Gesprächen wuchs der Plan, gemeinsam mit der damaligen Wiesmann GmbH Rechtslenkermodelle zu entwickeln. Nach der Insolvenz der Wiesmann GmbH wurden diese Pläne vorerst auf Eis gelegt. Zusammen entwickelten die Brüder ein tragfähiges Konzept, die Marke am Standort Dülmen wiederzubeleben, und nahmen mit dem Insolvenzverwalter Kontakt auf.

Roheen und Sahir Berry sind weltweit an verschiedenen Unternehmen beteiligt, unter anderem im Bereich Sicherheitstechnologie, Landwirtschaft, Energie, Infrastruktur und Hospitality, vornehmlich in Europa, Asien, Middle-East und Afrika. Sahir Berry ist dazu Gesellschafter des auf Sportwagen und Supersportwagen spezialisierten Unternehmens Sportwagen Performance in Neu-Delhi.

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