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Willi Weber

Die Luft wird dünner

Foto: dpa

Wegen Anstiftung zur Falschaussage muss sich Willi Weber, Manager von Michael und Ralf Schumacher, vor dem Amtsgericht Stuttgart verantworten. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte bereits im Oktober 2004 Anklage erhoben. Der Weg zum Prozess wurde aber jetzt erst frei.

14.03.2005

Zum Ende der zehnten Kalender-Woche zog der von Weber angeblich zur Falschaussage angestiftete Udo Wagenhäuser überraschend seine Berufung vor dem Landgericht Stuttgart zurück. Damit ist das Urteil vom Juli letzten Jahres gegen den früheren Rennstall-Manager rechtskräftig. Wagenhäuser, nach eigenen Angaben Diplom-Ingenieur, war zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung sowie zu 10.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden.

In Wagenhäusers Aussage ging es bei einem Prozess vor dem 20. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Stuttgart am 31. März 1999 darum, die Ansprüche des Journalisten und früheren Rennfahrer-Managers Burkhard Nuppeney gegen Willi Weber als unberechtigt darzustellen. Nuppeney glaubt, finanzielle Ansprüche an Weber aus dessen Einnahmen durch die Vermarktung von Michael Schumacher in den Jahren 1992 und 1993 zu haben. Der Journalist behauptet, auch er habe damals einen gültigen Vertrag mit Michael Schumacher gehabt. Dieser Kontrakt wurde vom Büro Weber erst Jahre später gekündigt.

Weber: "Pass auf, was du tust!"

In dem fast sechs Jahre zurückliegenden Prozess Nuppeney gegen Weber hatte Wagenhäuser - wie sich jetzt herausstellte, wahrheitswidrig – folgendes behauptet: "Im Oktober hat Nuppeney in einem Gespräch mit mir gesagt: Mit Weber geht nichts mehr. Mit dem bin ich fertig.“ Es war wohl vor allem dieser Kernaussage im Zivilprozess zuzuschreiben, das Nuppeney in dem damaligen Rechtsstreit leer ausging.

Nach der Verurteilung Wagenhäusers erscheint auch eine andere damalige Zeugenaussage in einem anderen Licht. Eine Bekannte Nuppeneys, die Röntgenassistentin Sabine Vogt, hatte vor Gericht ausgesagt: "1991 war ich Zufallszeugin eines Telefonats zwischen Nuppeney und Weber. Der Lautsprecher des Telefons war eingeschaltet. Weber sagte: Ich warne dich. Pass auf, was du sagst oder tust. Sonst bekommst du Schwierigkeiten.“

Weber droht sogar Freiheitsstrafe

Im übrigen hatte bei dem Prozess im Frühjahr 1999 auch Jochen Neerpasch als Zeuge ausgesagt. Der ehemalige Mercedes-Rennleiter war allerdings sehr zurückhaltend und berief sich im Wesentlichen auf Lücken in seiner Erinnerung. Neerpasch hatte zu diesem Zeitpunkt mit Weber und dessen Schützling Ralf Schumacher geschäftlichen Kontakt.

Jetzt, so hat es den Anschein, werden die Karten neu gemischt. Denn gesetzt den Fall, Weber wird wegen Anstiftung zur Falschaussage verurteilt, steht einem neuen Zivilprozess wohl nichts mehr im Wege. Und vieles spricht dafür, dass Weber dann doch Entschädigung an Nuppeney zahlen muss. Zudem droht Weber wegen der Anstiftung zur Falschaussage nach Paragraf 160 des Strafgesetzbuches eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten oder eine Geldstrafe in Höhe von 180 Tagessätzen.

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