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Winterfahrtraining 2017

Mit Audi und Bridgestone über Schnee und Eis

Winterfahrtraining - Bridgestone - Audi Foto: Dino Eisele 9 Bilder

Manchmal passt eben alles, Sonne, Schnee, leistungsstarke Fahrzeuge. Die Teilnehmer des Wintertrainings von auto motor sport, Bridgestone und Audi konnten erst ihr Glück kaum fassen – und gaben dann kräftig Gas.

16.11.2016 Jens Dralle

Dieses Angebot kommt überraschend: „Also wenn ihr Hilfe beim Autowaschen oder Tanken benötigt, ich bin dabei“, bietet Matthias Trautmann noch am Vorabend der Veranstaltung an. Während die Organisatoren gleich das Kosteneinsparpotenzial analysieren, will der Orthopädiemeister einfach nur an und in die Fahrzeuge kommen.

Winterfahrtraining - Bridgestone - Audi
Bridgestone Winterfahrtraining - Impressionen vom Event 2:10 Min.

Audi stellt die Autos, Bridgestone das passende Schuhwerk

Schließlich hat Partner Audi das Beste aus der Garage geholt, was sich finden ließ: TT, RS 4, RS 7, SQ5 und so weiter. Bridgestone stellt das passende Schuhwerk und gibt zudem eine kleine Nachhilfestunde in Sachen Reifen und Fahrsicherheit – worauf Trautmann sich eingestehen muss, dass es Zeit wird, die Reifen auf seinem Privatfahrzeug schnellstmöglich gegen neue auszutauschen. Auf dem rund 22 Hektar großen Gelände des Ice Park Obertauern in Österreich verlieren sich allerdings erstaunlich viele Teilnehmer zunächst im Fotografieren.

Beeindruckt von der wuchtigen Bergkulisse, bestem Sonnenschein und ein bisschen auch von den recht anspruchsvollen Handling-Kursen, lassen sie die Auslöser zahlreicher Smartphone-Kameras klicken. Erst der freundliche Hinweis des Instruktoren-Duos vom Sachsenring – Uwe Neubert und der Deutsche Rallye-Meister von 2009, Hermann Gassner junior –, dass das Sightseeing auf Kosten der Fahrzeit geht, ließ die Teilnehmer in die Autos hechten.

Obwohl natürlich dem Fahren auf einer abgesperrten Fläche ein gewisser Unterhaltungsfaktor nicht abgesprochen werden kann – anders gesagt: Es ist eine Riesengaudi –, steht der Lerneffekt im Vordergrund. Neben der Erkenntnis, dass sich der Bremsweg auf glattem Untergrund dramatisch verlängert, helfen die einzelnen Strecken auch, bei vergleichsweise niedrigem Tempo zu erkennen, was genau unter einem Lastwechsel zu verstehen ist und wie er sich möglicherweise für präziseres Fahren nutzen lässt. Aber auch, dass weniger (Geschwindigkeit) in der Regel mehr (Traktion) bedeutet und so beim präzisen Kurvenfahren hilft, soll vermittelt werden.

Schalten? Wie ging das noch?

Michael Bader erkennt das fix: „So banal es klingt: Aber allein mal gefahrlos ausprobieren zu können, wie sich ein Fahrzeug beim Bremsen und Ausweichen auf Schnee verhält, ist es wert, hier teilzunehmen.“ Gelegentlich profitieren die Teilnehmer aber auch auf ganz andere Weise von dem Wintertraining: „Ich fahre selbst einen SQ5. Daher kann ich hier viel darüber lernen, wie sich das Auto auf rutschiger Fahrbahn verhält“, sagt Maren Reinhardt.

So dirigieren Uwe und Hermann die Gruppe über die perfekt präparierten Pisten, mahnen zum früheren Bremsen, ermutigen zum früheren Gasgeben. Und so ganz nebenbei können auch verschüttet geglaubte Fähigkeiten wieder ausgegraben werden: „Ein bisschen verwöhnt ist man ja schon vom Automatikgetriebe. Im handgeschalteten TT lernt man wieder die Koordination – Lenken, Kuppeln, Schalten, Bremsen, Gasgeben“, berichtet Wirtschaftsingenieur Bader. Andere wiederum sehen sich mit überbordender Kraft konfrontiert – so wie Sven Pflumm: „Der RS 7 ist irre. Du merkst jederzeit die wahnsinnige Leistung, musst am Gas echt vorsichtig sein.“

Tatsächlich glauben die meisten zu Beginn der Veranstaltung noch, dass viel Gas nötig sei, um zügig beschleunigen zu können. Umso größer die Verwunderung, dass die alarmierte Regelelektronik rigoros die Leistung herunterdreht. „Erst mit viel Gefühl im rechten Fuß kannst du eine gewisse Grundtraktion erzielen. Und dann hilft dir das ESP mit seiner feinfühligen Regelung, das Auto wirklich präzise über den glatten Kurs zu bringen – und das noch gar nicht mal langsam“, erklärt Instruktor Neubert.

Unterdessen steigt das Geschwindigkeitsniveau, ebenso das Vertrauen in die Fahrzeuge und das eigene Können, und dennoch bleiben die Bergungsfahrzeuge (in drei Kategorien: Q7, Traktor, Pistenraupe) arbeitslos. Dabei wundert sich der eine oder andere schon über die Fähigkeiten der Fahrzeuge.

Lernen, mit Allrad umzugehen

Thomas Lehmann beispielsweise, der das Training zum Geburtstag geschenkt bekam, setzt sich das erste Mal mit Allradantrieb auseinander: „Das Fahren mit Allrad kann schon eine Herausforderung sein, denn die Autos haben ja immer Traktion – und dann ist man ziemlich schnell damit.“ Ebenfalls neu für die meisten: Geschwindigkeit auf Holzschlitten zu erleben. Am Abend feiert die Gruppe den gelungenen Tag in der Gamskogelhütte auf dem Katschberg – und natürlich auch sich selbst –, um sich danach auf zwei Kufen ins Tal zu stürzen. Auf den Audi-Fahrzeugen gefriert der Schnee derweil stellenweise zu einem Eispanzer. An den Wunsch, beim Autowaschen zu helfen, kann sich jetzt merkwürdigerweise niemand mehr erinnern.

Nächstes Wintertraining im Februar 2017

Das Wintertraining findet am 9. und 11. Februar 2017 im Ice Park Obertauern statt, wobei die Anreise für den Vortag und die Abreise für den Folgetag eingeplant sind. Die Teilnahmegebühr beträgt 999 Euro. Darin enthalten: Leihfahrzeuge für das Training, Verpflegung tagsüber sowie der Hüttenabend. Zusätzlich fallen Kosten für zwei Hotelübernachtungen an. Erfahrene Instruktoren bringen den Teilnehmern in unterschiedlichen Sektionen das sichere Fahren auf Schnee näher. Weitere Informationen und ein Anmeldeformular finden Sie hier.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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