Ratgeber Winterreifen: Alles über Winterpneus

Im Winter kommt man mit Sommerreifen nicht weit, und Ganzjahresreifen sind auch nur ein Kompromiss. Deshalb müssen Winterpneus her - auch für Geländewagen.

Die teils milden Winter der letzten Jahre lassen viele Autofahrer zu dem Schluss verleiten, dass Winterreifen nicht mehr nötig sind. Ein Irrtum. Zwar verrichten Sommerreifen bis knapp über den Gefrierpunkt in Sachen Fahreigenschaften und Bremsverhalten noch gute Arbeit. Zum Sicherheitsrisiko werden die Pneus aber, sobald Fahrbahnglätte aufkommt - und diese Bedingungen sind auch oft in milden Wintern vorzufinden. Die Initiative Pro Winterreifen vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) schätzt, dass man im Schnitt allein an 45 Tagen mit Frost rechnen muss. Somit sollten Autofahrer auf Winterreifen nicht verzichten.

Jetzt Winterreifen aufziehen

Setzt Schneefall ein, sind sie den Kollegen für die warme Zeit sogar haushoch überlegen - was schon beim Bremsen deutlich wird. So kommt ein Auto mit Sommerreifen im Vergleich zu einem Fahrzeug mit Winterpneus in der weißen Pracht erst nach einem mehr als doppelt so langen Bremsweg zum Stehen. Zudem baut die Haftung ab. Je kälter es wird, desto mehr verhärtet das Gummi der Sommerreifen. Der Kraftschluss zur Fahrbahn vermindert sich spürbar, und das Unfallrisiko steigt. High-Tech-Systeme wie ESP oder ABS können an dieser Tatsache nur wenig ändern.

Alternative Ganzjahresreifen?

Es gibt aber noch eine Alternative in Form von Ganzjahresreifen. Gute Vertreter dieser Gattung bieten auch auf Schnee akzeptable Fahreigenschaften, wie auto motor und sport-Tests beweisen. Wer keine schweren Winter-Bedingungen zu erwarten hat, kann auf sie problemlos zurückgreifen. Dennoch: An die Fähigkeiten der wirklich guten Winterreifen kommen sie nicht heran. Somit sollten Autofahrer, die sich auf die Reise in Wintersportgebiete machen wollen, mit dieser Wahl vorsichtig sein.

Zudem müssen Autofahrer beachten, dass der Staat mittlerweile indirekt geeignete Reifen für die kalte Jahreszeit vorschreibt. Ist das Auto nicht mit einer "an die Wetterverhältnisse angepassten Ausrüstung" - wozu Sommereifen auf jeden Fall nicht zählen - unterwegs, drohen Bußgelder. Dies gilt übrigens auch für Autos mit Allradantrieb.

Winterreifen auch für SUV von Bedeutung

Besonders Fahrer von Geländewagen glauben sehr oft, dass sie die Technik sicher durch den Winter bringt. Doch die Grenzen der Physik bleiben hier ebenfalls bestehen. Mag die Traktion des Vierradantriebs für den Vortrieb auf schneebedeckten Straßen noch ausreichen, so steht ein SUV mit Sommerreifen auf verlorenem Posten beim Bremsen auf glatter Straße. Allein schon deshalb brauchen auch die Offroader Winterreifen.

Doch Vorsicht: Vor allem Besitzer dieser Fahrzeuge, aber auch Halter von normalen Autos dürfen sich beim Kauf von Winterreifen nicht nur auf Pneus mit dem M+S-Symbol (Matsch und Schnee) verlassen. Eine Garantie für die spezielle Eignung ist das nicht, weil es keiner Prüfung unterliegt. Die Kennung war zuletzt auch auf Reifen zu finden, denen die Wintertauglichkeit fehlte. Erst die Schneeflockensignatur stempelt ein Rad zum echten Spezialisten für die kalte Jahreszeit.

Von O bis O

Bleibt nur noch die Frage, in welchem Zeitraum die Winterreifen Saison haben. Eine Faustregel, die sich bewährt hat, lautet: von O bis O - von Oktober bis Ostern.

Das heißt: Wer noch keine Wintergummis hat, sollte sich jetzt darum bemühen. Schließlich sind Eis und Frost nicht mehr fern. Bekanntlich kurbelt das die Nachfrage nach den speziellen Pneus vielerorts stark an. Und das kann zu Lieferengpässen im Fachhandel führen, befürchtet der Deutsche Verkehrssicherheitsrat. Grundsätzlich dürfen Fahrzeugbesitzer bei der Umrüstung zu den gleichen Formaten wie im Sommer greifen. Wer Geld sparen will, hat häufig auch die Möglichkeit, kleinere Größen zu verwenden. Ob das erlaubt ist, klärt der Autohändler.

Wichtige Reifenbezeichnungen

Wer für sein Auto passende Winterreifen sucht, kann in der Regel die gleiche Größe wie im Sommer verwenden. Für den Kauf sind ein paar Bezeichnungen auf dem Pneu wichtig. Nach diesen fragt auch der Händler. Das sind die Angaben für die Größe sowie für Speed- und Load-Index. Aber noch eine Information sollte man beachten: das Produktionsdatum der Reifen. Winterpneus, die älter als zehn Jahre sind, sollten nicht mehr verwendet werden, da im Laufe der Zeit die Griffigkeit des Gummis nachlässt.

Gewichts- und Geschwindigkeits-Index

Wichtig beim Winterreifenkauf ist, darauf zu achten, dass der für das Auto vorgeschriebene Load-Index (Gewichtskennung) nicht unterschritten wird. Er sagt etwas über die Tragfähigkeit des Reifens aus. Dagegen darf der Speed-Index niedriger liegen. Auf die geringere Höchstgeschwindigkeit des Pneus muss aber ein Aufkleber im Innenraum deutlich hinweisen.

Abgefahrene Winterreifen sind gefährlich

Der Gesetzgeber schreibt bei Reifen eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor. In Bezug auf Winterpneus reicht diese Anforderung aber nicht aus. Daher ist es ratsam, sie schon ab einer Profiltiefe von vier Millimetern auszutauschen, denn ab diesem Wert nimmt die Traktion deutlich ab. Einige Reifenhersteller haben daher spezielle Abfahrkanten im Profil eingebaut. Falls nicht, lässt sich das auch mit dem golden Rand einer Ein-Euro-Münze feststellen. Ist er zu sehen, ist ein Reifentausch fällig.

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ams

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