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Winterreifen-Test 2016 (215/60 R 17)

10 Winterreifen für kompakte SUV

auto motor und sport Winterreifen-Test 2016 Foto: Dino Eisele 32 Bilder

Sie sind fester Bestandteil im Straßenbild nicht nur der Alpenregionen: kompakte SUV wie der Opel Mokka, Skoda Yeti oder auch der VW Tiguan. Sie eint die Basisreifengröße 215/60 R 17 H – welche Reifen haben das Zeug zum Testsieger im auto motor und sport-Winterreifentest (2016)? Ergebnisse in diesem Testbericht.

04.10.2016 Thiemo Fleck, Gregor Hebermehl 2 Kommentare

Es treten an: der Bridgestone LM-80 Evo, der Continental TS 850 P SUV, der Dunlop SP Winter Sport 5, Goodyears UG Performance SUV Gen-1, der GT Radial Champiro WinterPro HP, der Han­kook Winter icept evo², der günstige Star Performer SPTV, Nokians WR D4, mit neuer Mischung der Vredestein Xtreme S und der preiswerte Westlake SW 658.

Im Grunde sind die meisten dieser SUV-Winterreifen von Standard-Pkw-Winterprofilen abgeleitet. Nachdem bei SUV kaum Offroad-Qualitäten, dafür eher Dynamik auf nassem und trockenem Asphalt, Laufruhe und geringer Rollwiderstand zählen, machen grobe Blöcke wenig Sinn.

Continental TS 850 P SUV

Preis pro Reifen: 185 Euro (Jetzt bei Amazon kaufen)

Pro: Hervorragende Winter- und Nässe-Eigenschaften mit leicht untersteuerndem Handling und vorbildlichen Brems- und Traktionswerten.
Contra:
Leichte Schwächen beim Bremsen auf trockenem Asphalt, lautes Abrollgeräusch.
Fazit: Sehr empfehlenswert

Nokian WR D4

Preis pro Reifen: 146 Euro (Jetzt bei Amazon kaufen)

Pro: Überdurchschnittliche Wintereigenschaften, ausgezeichnete Aquaplaning-Sicherheit, sichere, kurze Bremswege auf schneebedeckter, nasser und trockener Bahn.
Contra: Am Mokka leichte Übersteuerneigung auf Schnee und Nässe, etwas träges Anlenkverhalten.
Fazit:
Empfehlenswert

Goodyear UltraGrip Performance SUV Gen-1

Preis pro Reifen: 164 Euro

Pro: Überzeugend auf winterlichen Straßen, sehr verlässlich auf Nässe, gutmütig in trockenen Kurven.
Contra: Auf Schnee mit nervöser Hinterachse etwas lastwechselempfindlich.
Fazit:
empfehlenswert (unter Vorbehalt)

Dunlop SP Winter Sport 5 SUV

Preis pro Reifen: 164 Euro

Pro: Ausgewogene Fahrleistungen auf Schnee, ungeschlagen auf Nässe. Überzeugt auf Schnee, Nässe und trockenem Asphalt mit guter Kontrollierbarkeit auf hohem Gripniveau.
Contra: Etwas lenkträge, seine Prelligkeit drückt etwas den Komfort.
Fazit:
empfehlenswert (unter Vorbehalt)

Hankook Winter icept evo²

Preis pro Reifen: 126 Euro

Pro: Ausgewogene und sichere Fahreigenschaften auf Schnee, dynamisch-direkt und dennoch fahrstabil auf trockenem Asphalt.
Contra: Defizite im Nassen, beim Bremsen und in der Seitenführung. Schmaler Grenzbereich, unausgewogene Balance.
Fazit: noch empfehlenswert

Vredestein Wintrac Xtreme S

Preis pro Reifen: 153 Euro

Pro: Sicheres Bremsen auf Schnee, im Trockenen überzeugt der Vredestein mit beinahe sportiver Performance.
Contra: Deutliches Missverhältnis zwischen Seitenführung und Traktion auf Schnee. Zu lange Bremswege und leichtes Übersteuern auf nasser Fahrbahn. Schwächen im Aquaplaning.
Fazit: noch empfehlenswert

Bridgestone Blizzak LM-80 Evo

Preis pro Reifen: 157 Euro

Pro: Ausgezeichnete Wintereigenschaften mit einfacher Beherrschbarkeit, sportives Einlenk- verhalten und ordentliche Performance trocken.
Contra: Sehr schwaches Bremsen und erhöhte Lastwechsel- und Aquaplaning-Empfindlichkeit auf Nässe.
Fazit: noch empfehlenswert

Westlake SW 658

Preis pro Reifen: 74 Euro

Pro: Auf etwas reduziertem Performance-Niveau recht ausgewogener und überwiegend leicht beherrschbarer Reifen.
Contra:
Mäßige Traktion auf Schnee, leichte Schwächen im Aquaplaning. Produkt zu Redaktionsschluss wegen Importeurswechsel vorübergehend schlecht verfügbar.
Fazit:
noch empfehlenswert

GT Radial Champiro WinterPro HP

Preis pro Reifen: 110 Euro

Pro: Kurze Bremswege auf Schnee, ordentliche und sichere Dynamik auf trockenem Asphalt, sehr leiser Reifen.
Contra: Lange Bremswege nass wie trocken. Wenig verlässlich auf Schnee, dürftige Aquaplaning-Vorsorge und erhöhter Rollwiderstand.
Fazit: noch empfehlenswert

Star Performer SPTV

Preis pro Reifen: 92 Euro

Pro: Gute und sichere Performance mit kurzen Bremswegen und guter Spurwechselsicherheit auf trockenem Asphalt.
Contra:
Sehr schwache Leistungen im Winter, zudem sehr lange Bremswege und ausgeprägte Lastwechselempfindlichkeit auf nassem Asphalt. Leichtes Wummern ab Tempo 60. Für schneereiche Regionen nicht zu empfehlen.
Fazit:
bedingt empfehlenswert

Die Einzelnoten in den verscheidenen Nass- und Trocken-Kategorien sowie das Gesamtergebnis zeigen wir in der Bildergalerie.

Für den Winterreifentest 2016 mit 100 Rädern nach Nordschweden

Vor dem Verladen auf den 40-Tonner absolvieren die bereits auf Felgen vormontierten Reifen ein umfangreiches Einfahrprogramm. Für sichere Messergebnisse muss etwa die Lauffläche durch zurückhaltendes Fahren auf trockenen Straßen angeraut werden. So werden mögliche Trennmittelreste entfernt, die bei der Produktion einiger Reifen zum sicheren Lösen aus der Heizform nötig sind. Gleitmittel, die nicht nur auf Schnee anfangs für rutschige Überraschungen sorgen können. Bis alle Räder eingefahren sind, hat jeder der beiden Test-Mokka bereits 1.200 Kilometer mehr auf dem Zähler.

Was eine Woche später und 2.400 Kilometer weiter nördlich auf Schnee und Eis folgt, ist ein Knochenjob für Mann und Mokka: Beschleunigen, Bremsen, Seitenkräfte. Alles so lange, bis der Datenhunger des testenden auto motor und sport-Ingenieurs gestillt ist. Parallel dazu wird Handling gefahren: Auf der kurvigen Berg-und-Tal-Bahn der Teststrecke zählen Rundenzeit und Fahrsicherheit. Schwächen werden aufgedeckt.

Das Resultat: Top auf Schnee sind Bridgestone, Conti und Goodyear; Hankook, Dunlop und Nokian liegen dicht dahinter. Auch GT Radial und Westlake sind mit geringen Einschränkungen empfehlenswert. Mit einem deutlichen Missverhältnis der übertragbaren Längs- und Querkräfte hingegen kann der Vredestein die Tester nicht überzeugen: Bei ordentlichem Bremsen und guter Traktion rutscht der Reifen in Kurven unerwartet nach außen, das Verhältnis von Längs- zu Querrillen sollte hier dringend überdacht werden. Keine Empfehlung bei winterlichen Fahrbahnen gibt es für den günstigen Star Performer.

auto motor und sport Winterreifen-Test 2016Foto: Dino Eisele
Test, kompakt. Das Material für unseren Winterreifentest reist auf einem 40-Tonnen-Spezial-Sattelzug durch halb Europa.

Wieder 2.300 Kilometer weiter südlich geht es weiter mit den Tests auf nassen Pisten. Neben den Qualitäten auf Schnee müssen sich gute Winterreifen auch hier beweisen: Conti, Dunlop, Goodyear und Nokian liegen dabei mit Abstand in Führung. Während die drei Erstgenannten ihre Punkte mit kurzen Bremswegen, bester Seitenführung und sicherem Handling sammeln, kontert der Nokian bei kleinen Eingeständnissen im Bremsen und in der Seitenführung mit überragender Aquaplaning-Sicherheit. Akzeptabel pflügen Vredestein, Hankook, GT Radial und Westlake durchs Wasser, den Mischungen von Bridgestone und Star Performer fehlt der Biss.

Die Tests auf trockenen Strecken  – in der Gesamtnote wie Schnee und Nässe zu je einem Drittel gewichtet  – runden das Ergebnis ab: Mit kürzesten Bremswegen und sehr sicherem Fahrverhalten dominiert Nokian die Trockenwertung, Vredestein und Conti folgen. Auch der Star Performer trumpft auf und zeigt zusammen mit den Winterpneus von Goodyear, Dunlop und Hankook ein recht überzeugendes Leistungsniveau. Mit Detailschwächen in einzelnen Disziplinen können Bridgestone, GT Radial und Westlake die Pace der Spitzengruppe nicht ganz halten.

auto motor und sport Winterreifen-Test 2016Foto: Dino Eisele
Unter Kontrolle: Die Temperaturen.

Welcher Reifen macht das Rennen? Natürlich der mit der besten Overall-Performance. Von dieser Ausgewogenheit auf allen Untergründen sind einige noch ein gutes Stück entfernt, doch die Außenseiter von gestern, Westlake oder GT Radial, können sich langsam an ein empfehlenswertes Level im Mittelfeld heranarbeiten: Die im Winter bislang oft nicht überzeugenden Hankook kommen zusammen mit Bridgestone und Vredestein bereits recht dicht an die Spitzengruppe heran.

Ganz vorn aber ist die Luft dünn und die Leistungsdichte hoch: Nur jeweils drei Zehntel trennen Good­year und Dunlop vom Testsieger, Nokian kommt sogar bis auf zwei Zehntel an den Führenden heran. Nach über 10.000 Test- und Transportkilometern steht mit sehr ausgewogenen Leistungen vorn: Contis TS 850 P SUV.

Leichtmetall im Stress – die Räder im Test

Beim auto motor und sport-Winterreifentest kamen edle, aber robuste Borbet-Räder der Typen CW2 und CW4 in der Größe 7J x 17 Zoll zum Einsatz. Die geschraubte Optik und die geradlinige Speichenführung geben dem von 17 bis 19 Zoll lieferbaren CW2-Rad (links) eine markante Note. Alternativ zur verwendeten Version in „Hyper Rim polished“ sind auch Varianten in „Black Red Line“ und „Black Rim polished“ zu haben. Das CW4-Rad (rechts), hier in Sterlingsilber, wird im Borbet-Undercut-Verfahren hergestellt, ein Prozess, bei dem die weit nach außen gezogenen Doppelspeichen punktgenau auf Leichtigkeit und Dynamik optimiert werden können. Auch das CW4-Rad ist in Größen von 17 bis 19 Zoll, in diversen Vier- und Fünflochausführungen sowie in fünf attraktiven Farbdesigns erhältlich. CW2- wie CW4-Räder gibt es im Fachhandel ab rund 157 Euro pro Stück. Weitere Infos unter www.borbet.de.

So wurde getestet

Zur Sicherung der Testergebnisse werden, soweit möglich, sämtliche Versuche mehrfach durchgeführt. Der beste Reifen eines Versuchs erhält maximal zehn Punkte. Beim Handling auf schneebedeckter, nasser oder trockener Bahn führt ein ausgewogenes, sicheres Fahrverhalten zu einer Optimalbenotung. Der Rollwiderstand wird von zwei voneinander unabhängigen Rollenprüfständen nach EU-Regularien ermittelt. Grundsätzlich werden die getesteten Produkte mit Reifen auch aus nachgelagerten Testkäufen in stichprobenartigen Nachtests verglichen. Signifikante Abweichungen zum Testmuster führen zum Testausschluss – verbunden mit entsprechender Berichterstattung. Sollten Produkte nicht rechtzeitig zur Überprüfung am Markt sein, können die Bewertungen nur unter Vorbehalt vergeben werden.

Reifengröße

Die Reifengrösse 215/60 R 17 H/V passt auch für: Audi Q3, BMW X3, Jeep Compass und Patriot, Mitsubishi ASX, Nissan Juke, X-Trail und Qashqai, Subaru Legacy Kombi, Volvo XC70, VW Tiguan und Mercedes GLA.

Fazit: Winterwetter?

Der Klimawandel ist im Reifen angekommen. Waren Winterreifen vor Jahren noch nahezu allein bester Traktion auf Schnee und Eis verschrieben, treten sie heute mehr als Zehnkämpfer bei allen winterlichen Straßenverhältnissen an: bei kalter Nässe, auf Schnee und Matsch, aber auch auf trockenen Fahrbahnen mit hohem Tempo. Dazu sollen sie leise abrollen und wenig Kraftstoff verbrauchen. Wer in allen Disziplinen gleichmäßig Top-Leistungen zeigt, ist Sieger. Beinahe mustergültig schafft das in diesem Test der Conti, der sich so knapp von seinen Mitbewerbern absetzen kann.

auto motor und sport Winterreifen-Test 2016Foto: Dino Eisele
Für direkten Reifenvergleich sind häufige Radwechsel nötig.
Diese Winterreifen haben wir getestet
Bridgestone Blizzak LM-80 EvoJetzt bei Amazon kaufen
Continental TS 850 P SUVJetzt bei Amazon kaufen
Dunlop SP Winter Sport 5 SUVJetzt bei Amazon kaufen
Goodyear UltraGrip Performance SUV Gen-1Jetzt bei Amazon kaufen
GT Radial Champiro WinterPro HPJetzt bei Amazon kaufen
Hankook Winter icept evo²Jetzt bei Amazon kaufen
Nokian WR D4Jetzt bei Amazon kaufen
Star Performer SPTVJetzt bei Amazon kaufen
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Westlake SW 658

Auch der ADAC hat getestet: 28 Winterreifen und sieben Ganzjahresreifen

Letztere werden immer besser. Außerdem sparen sie Zeit und Geld. Aber was können sie auf Schnee? Selbst bei den Winterreifen erreichen nur drei Modelle die Bestnote. (Zum ADAC-Winterreifentest geht's hier).

Bei den Reifen der unteren Mittelklasse (Reifengröße 225/45 R17) konnte nur ein Modell die ADAC-Tester im Bereich „Haftung“ überzeugen: Der Dunlop Winter Sport 5 erfüllt die strengen Anforderungen am besten. Bei der Kleinwagendimension (185/65 R15) stachen aus 15 getesteten Modellen zwei hervor: Der Goodyear UltraGrip 9 (Gesamtnote 2,2) sorgt für einen geringen Kraftstoffverbrauch und der Michelin Alpin A4 (Gesamtnote 2,3) gefiel mit dem geringsten Verschleiß.

Laut ADAC ist die Nachfrage nach Ganzjahresreifen ungebrochen: Nach einer Studie des Automobilclubs fahren in Deutschland 18,5 Prozent der Autobesitzer bereits Ganzjahresreifen, 36 Prozent würden sich beim nächsten Kauf vielleicht für Ganzjahresreifen entscheiden. Wenig überraschend: Je größer das Auto, desto geringer die Bereitschaft, zu Ganzjahresreifen zu greifen. Aber der Automobilclub zieht ein klares Fazit: „Ein Allrounder, der zu allen Jahreszeiten verlässliche Fahreigenschaften bietet, war beim Test nicht dabei“, so die Tester, nachdem sie sieben Modelle der Dimension 205/55 R17 unter die Lupe nahmen (zum Ganzjahresreifentest 2016 in der Dimension 215/60 R17 von auto motor und sport geht es hier). Aber die Bewertungen fielen im Vergleich zum Ganzjahresreifentest 2014 teilweise besser aus: Immerhin zwei Modelle schafften ein „befriedigend“, und können sich somit in dieser Kategorie als Testsieger bezeichnen. Ganz vorne landen mit einer Note von jeweils 3,4 der Michelin CrossClimate XL: 3,4 (gut bei Trockenheit, Nässe, Verbrauch und Verschleiß, schwach auf Schnee) und der Vredestein Quatrac 5 (gut: relativ geringer Spritverbrauch, schwach bei Trockenheit und Nässe).

Die kompletten Ergebnisse des ADAC-Winterreifentests 2016 sowie des ADAC-Ganzjahresreifentests 2016 finden Sie in unserer Bildergalerie.

Neuester Kommentar

Leider ist ein Reifentest ohne Verschleiß-/Wirtschaftlichkeitswertung wenig aussagekräftig. Was bringt jemandem der griffigste Reifen, wenn er nur halb so lange hält, wie ein weniger griffiger, dafür aber wirtschaftlicher ist.

Vorbildlich finde ich Angabe des Ursprungslandes. Der "deutschte" Continental kommt aus der Slowakei, während der amerikanische Goodyear-Konzern mit seinem Marken Goodyear, Dunlop und Fulda nach wie vor in Deutschland entwickeln und produzieren lässt...

cap0815 4. Oktober 2016, 17:10 Uhr
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