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Winterreifentest 2014 der Größe 205/55 R 16

10 Winterpneus im Vergleich

Winterreifentest 2014, Größe 205/55 R 16, VW Golf R Foto: Dino Eisele 18 Bilder

Sicheres Fahren im Winter bedeutet weit mehr als nur guten Grip auf Eis und Schnee. Regenfahrten über nasskalten Asphalt oder Eil-Etappen über die Autobahn fordern das gesamte Leistungsspektrum eines Reifens. Echte Winterprofis können das. Hier sind die besten Modelle der Größe 205/55 R 16.

01.12.2014 Thiemo Fleck

Wer erst an Reifenwechsel denkt, wenn die ersten Flocken wirbeln, ist definitiv zu spät dran. Nicht nur, weil die Top-Reifen oft schnell vergriffen sind, sondern auch weil die Reifenhändler in diesem Jahr erstmalig viele Neufahrzeuge mit den ab November vorgeschriebenen Reifendrucksensoren ausrüsten müssen. Wartezeiten sind damit programmiert. Damit Sie frühzeitig disponieren können, haben wir bereits im Frühjahr die neuesten Reifen für die Kompaktklasse einem intensiven Test unterzogen. Testdimension ist 205/55 R 16 H , eine Größe, die neben dem VW Golf auf vielen Modellen der Kompakt- und unteren Mittelklasse montiert wird.

Diese Reifen haben wir getestet:

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Winterreifentest 2014 Zehn Winterreifen im Test
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Winterreifentest in Nordschweden

Für die Schneeprüfungen des Winterreifentests war ein Testgelände in Schwedisch-Lappland reserviert. Konstant tiefe Temperaturen, weitläufige, perfekt präparierte Flächen auf zugefrorenen Seen und aussagekräftige Handlingstrecken durch verschneite Wälder versprechen ideale Testbedingungen. Sechs Tonnen Räder, Reifen und Material, dazu vier Testwagen warten bereits nahe dem Polarkreis auf ihren Einsatz. Doch ein plötzlicher Wärmeeinbruch Ende Februar stellt den gesamten Test infrage – da heißt es ausharren. Erst als selbst in Schweden keiner mehr an echten Winter glaubt, gibt der auto motor und sport-Eisspion plötzlich grünes Licht. Für eine Woche soll das Thermometer auf Temperaturen zwischen -5 und -10 Grad fallen: die letzte Chance!

Die Zeit ist knapp: Die drei Fahrer des auto motor und sport-Testteams bewerten gleichzeitig das aus zehn Reifen bestehende Testfeld in den Disziplinen Traktion, Schneebremsen, Slalom und Handling. Das bedeutet Fahren, Auswerten und Räderwechseln im Akkord – die Pressluftschrauber glühen. Mit Eintreffen der vorhergesagten Warmfront ist es geschafft: Die Winterreifen-Testergebnisse sind eingefahren und gegengeprüft. Gleich vier Reifen balgen sich in der Auswertung um die goldene Schneeflocke, vorneweg die Neuentwicklungen Goodyear Ultragrip 9, dicht gefolgt von Michelins Alpin 5. Knapp dahinter der Continental WinterContact TS 850 auf gleicher Höhe mit dem Dunlop SP Winter Sport 4D. Alle vier erreichen ohne Patzer Bestnoten in der Winterwertung.

Winterreifen müssen auch auf trockener Straße überzeugen

Mit leichten Schwächen, jedoch ebenso ohne Einschränkung für die Fahrt auf Winterstraßen zu empfehlen sind der Hankook i*Cept RS, der Nokian WR D3, der Pirelli Snowcontrol Serie 3 und der Toyo Snowprox S943. Der Bridgestone LM-32 und der günstige Westlake SW 608 hingegen können nicht mithalten.

Nur wenige Wochen nach den Winterreifentests in Eis und Schnee müssen die zehn Winterreifen ihr Können bei norddeutschem Schmuddelwetter unter Beweis stellen. Der nasse Asphalt der selektiven Teststrecken fordert zunächst zu Brems-, Aquaplaning-, Handling- und Seitenführungstests. Überragend und ohne Tadel: Conti TS 850 sowie der filigran profilierte Michelin Alpin 5. Empfehlenswert auch Goodyear, Dunlop, Bridgestone, Nokian und – trotz leichter Schwächen im Aquaplaning – Pirelli. Für Winterreifen als eindeutig zu wasserscheu outen sich Hankook, Toyo und Westlake.

Doch gute Winterreifen müssen nicht nur auf Schnee und Nässe, sondern genauso auf trockener Straße überzeugen. Allerdings stellen die unterschiedlichen Fahrbahnoberflächen und Temperaturen teils diametral verschiedene Anforderungen an die Konstruktion. So ist für besten Grip auf Schnee und Eis etwa eine möglichst feingliedrige Profilierung mit zusätzlichen Einschnitten (Lamellen) hilfreich; ein Profil, das aber kurze Bremswege auf trockenem Asphalt fast unmöglich macht. Ähnliches gilt für die Gummimischung: So sorgen weiche Mischungen zwar für sicheren Schneegrip, haben dafür aber deutliche Nachteile auf trockener Straße, im Rollwiderstand und im Verschleiß.

8 der 10 getesteten Winterreifen sind emfehlenswert

Bei der Entwicklung eines möglichst sicheren Reifens für alle Fahrbahnoberflächen muss daher ein idealer Kompromiss gefunden werden. Eine echte Herausforderung, nicht umsonst ist die Winterreifenkonstruktion die Königsdisziplin der Reifeningenieure. Doch zurück zum Winterreifen-Test: In der Winter- und Nässewertung liegen somit Michelin und Goodyear knapp vor dem Conti TS 850. Können sich die beiden gegen den Vorjahressieger behaupten? Das entscheiden jetzt die Leistungen auf trockenem Asphalt: Beste Ergebnisse liefern Pirelli, Nokian und die fast wie Sommerreifen fahrbaren Bridgestone und Toyo. Doch der bewährte Conti TS 850 lässt nichts anbrennen und fährt mit beispielhaft niedrigem Rollwiderstand letztlich auf Platz eins – das Prädikat "sehr empfehlenswert" ist ihm sicher. Die beiden Schnee-Cracks Goodyear Ultra Grip 9 und Michelin Alpin 5 knicken bei forcierter Fahrt auf trockener Strecke etwas ein, Goodyear erreicht dennoch den zweiten, Dunlop schubst den Michelin mit starkem Trockenbremsen im letzten Moment vom dritten Podestplatz.

Während Pirelli, Nokian, Bridgestone und Hankook noch entspannt in die Empfehlungszone fahren, fordert der günstige Westlake aus China zu große Kompromisse. Doch Reifen aus chinesischer Produktion scheinen allmählich besser zu werden.

Fazit: Kennen Sie das Wetter von morgen? Ihr Reifen auch nicht. Gut, wenn er auf alle Eventualitäten vorbereitet ist. Und das sind die auto motor und sport-Testsieger: für kalte Nässe, Schnee und trockene Straßen gleichermaßen geeignet, dazu komfortabel und spritsparend. Weniger sollten auch Sie nicht fordern.

Winterreifentest 2014 - So wurde getestet

Um höchste Genauigkeit und Ergebnissicherheit zu gewährleisten, werden, soweit möglich, sämtliche Versuche in diesem Test mehrfach durchgeführt. In allen Kriterien werden die Produkte nach einem zuvor festgelegten Muster bewertet. Grundsätzlich erhält der beste Reifen eines Versuchs die maximal mögliche Punktzahl von zehn Punkten. Das Bewertungsschema folgt einer progressiven mathematischen Funktion, wodurch sichergestellt ist, dass auch hochwertige, in ihren Eigenschaften nah beieinanderliegende Produkte ausreichend trennscharf bewertet werden können. Dieses Schema gilt sowohl für die objektive Bewertung durch Messgeräte als auch die subjektive Benotung durch die spezialisierten Testfahrer, was etwa bei der Beurteilung des Komforts und des Handlings zum Tragen kommt. Beim Handling auf nasser oder trockener Bahn führt ein ausgewogenes, sicheres Fahrverhalten zu einer Optimalbenotung. Der Rollwiderstand der Reifen wird auf Rollenprüfständen ermittelt, basierend auf EU-Regularien, was dem Rollwiderstandsbeiwert bei 80 km/h entspricht.

Weitere Informationen zum Thema Reifen finden Sie in unserem großen Ratgeberbereich.

Eine Auswahl an neuen Alufelgen für den Winter sehen Sie hier.

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