Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

World Mobility Forum 2003

Organisation urbaner Mobilität

Polizei und Taxis in New York Foto: press-inform

Kernthema im Panel II war die Organisation urbaner Mobilität in der Zukunft. Einig
war sich das Podium in der Einschätzung, dass hier Pauschallösungen noch weniger
taugen, als für den Überlandbereich. Zu unterschiedlich ist die Entwicklungsdynamik
in den Metropolen. Im Mittelpunkt der Diskussion zur Steuerung des innerstädtischen Individualverkehrs stand ein Road Pricing nach dem Beispiel Londons.

24.03.2000

Der Attaché des Bürgermeisters von Cartagena schilderte die Situation in seiner Stadt. Dort agiert praktisch jeder Autobesitzer als sein eigener Busunternehmer, Koordination gibt es nicht. Infrastrukturelle Entspannung ist angesichts einer rasenden Zunahme bei der Gesamtbevölkerung nicht zu erwarten.

Dr. Wolfgang Meyer bemerkte, dass es die menschengerechte Stadt nicht gibt. Zu sehr seien Stadtplaner am Ziel eines möglichst reibungslosen Verkehrsflusses durch die Städte orientiert gewesen. Hier fordert Dr. Meyer ein grundsätzliches Umdenken. Über die Kostenseite könnten hingegen allenfalls kurzfristige Lösungen erreicht werden. Als Lösungsansatz empfiehlt Dr. Meyer, den Nahverkehr so attraktiv wie möglich zu machen. Konkret benannte er dabei, dass die Dichte an Haltestellen extrem erhöht werden müsse, um die Wege zur Zustiegsstation möglichst kurz zu
halten. Zudem müsse im Denken der Stadtplaner der Mensch und nicht das Auto im Vordergrund stehen.

Bernd Leitsch bemerkte zum Road Pricing, dass es politisch derzeit keine Regierung in Deutschland überleben würde, eine Maut für den Individualverkehr einzuführen. Grundsätzlich hält er aber eine Steuerung über den Preis durchaus für denkbar. Im Gegensatz zu Dr. Meyers Position brauche es geradezu kurzfristige Lösungen für das Problem, hier könne die City-Maut ein Instrument darstellen.

Vor einer Ideologisierung der Thematik warnte Ulrich Homburg. Gleichwohl hält er eine Regulierung des Mobilitätsmarktes durch Weitergabe von Kosten für denkbar. Allerdings müsse derjenige, der so stark in den Individualverkehr eingreift, auch eine vernünftige Alternative schaffen. Auf die sehr unterschiedliche Problematik auf internationaler Ebene wies Prof. Dr.
Eckhart Ribbeck hin. Er warnte zudem vor dem Versuch, Menschen zu einer bestimmten Art der Mobilität zu zwingen. Prof. Dr. Ribbeck unterstrich die Rolle der Stadtplanung als Instrument, ein menschengerechtes Umfeld zu schaffen.

Prof. Vito Mauro sieht durchaus die Bereitschaft der Menschen, auf andere Mobilitätsformen als das Auto umzusteigen. Allerdings fehle die Qualität der Alternativen. Für die Akzeptanz von Nahverkehr, müsse ein engeres infrastrukturelles Netz geknüpft werden, das die Vorzüge der einzelnen Mobilitätsformen nutzt.

Bernd Leitsch sieht - wie auch die übrigen Diskutanten - die grundsätzliche Problematik, dass sich die Menschen in einer zunehmend auf Individualisierung ausgerichteten Gesellschaft nicht in den festen Takt von Bussen und Bahnen zwingen lassen. Ansatzpunkte zur Entspannung sieht er in einer besseren Nutzung moderner Technologien (z.B. Internet, Tele -Arbeitsplätze) zur Vermeidung von Mobilität. Auch müssten Firmen aktiver mit dem Thema umgehen und für ihre Beschäftigten Anreize zur Bildung von Fahrgemeinschaften etc. schaffen.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Autokredit berechnen
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden