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World Mobility Forum 2004

Steuerung der Mobilität: Allheilmittel Telematik?

Das dritte Diskussionsthema auf dem World Mobility Forum schloss sich direkt an das vorhergehende an und stellte die Frage nach der Steuerung der intensiv diskutierten und wachsenden Mobilität. "Allheilmittel Telematik"? lautete die Einstiegsfrage.

24.04.2000

Rainer Hermeling von Delphi Electronics: "Telematik kann Kommunikationstechnologie und Verkehrstechnologie sinnvoll kombinieren. Doch sie liefert keinen Ersatz für unterlassene Investitionen. Dies müssen wir uns vor Augen halten."

Die Telematik mit ihren Möglichkeiten und ihren Grenzen in der zur Verfügung stehenden Zeit umfassend zu erörtern, hätte den Rahmen gesprengt, doch Grundsätzliches trat bei der Diskussion zu Tage: Obwohl die Navigationssysteme in Pkw bisher nur einen geringen Grad an Marktsättigung erreicht haben, sind ihre Fähigkeiten zur Verkehrsregelung unbestritten.

Adolf Müller-Hellmann vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen: "Durch Flottenmanagement kennen wir unsere Fahrzeuge genau, dies garantiert die Einhaltung des Fahrplans." Außerdem könne mit der Telematik Leerfahrten vermieden werden. "Der Spediteur weiß immer, was mit seinem Fahrzeug geschieht."

Auch bei der Sicherheit leistet Telematik wichtige Pionierarbeit. So sind elektronische Eingriffe ins Motormanagement, in das aktive Fahrverhalten des Autos, mit automatischen Bremsen heute schon machbar.

Für den öffentlichen Verkehr bieten sich weitere Perspektiven. Informationssysteme über Haltepunkte, über den Verkehr oder das Wetter lassen sich verhältnismäßig problemlos installieren. Nach entsprechenden Untersuchungen empfindet ein uninformierter Fahrgast Wartezeiten als doppelt so lang wie die tatsächliche Zeitspanne. Ein informierter Fahrgast dagegen empfindet die Wartezeit als halb so lang.

Auf der anderen Seite gibt es jedoch Erkenntnisse, die deutlich die Vorlieben der Verkehrsteilnehmer und damit auch die Grenzen der Telematik-Einsätze aufzeigen.
Moderator Bernd Ostmann, Chefredakteur von auto motor und sport, zitierte eine US-Statistik, wonach
82 % aller Autofahrer Verkehrsmeldungen hören wollen
47 % sich dafür interessierten, wo der nächste Parkplatz zu finden sei
21% Nachrichtenmeldungen bevorzugen
15 % hätten gerne Tankstelleninformationen
6 % wollen Wettermeldungen
3 % würden gerne Infos über Hotels erhalten

"Außerdem", so Bernd Ostmann, "wollen Autofahrer keine e-Mails im Auto erhalten und schon gar nicht e-Mails beantworten." Nach dieser Studie strichen bereits die ersten Autohersteller ihre IT Angebote.

Die zunehmenden Verkehrsströme jedoch lassen keine langen Wartezeiten zu, in die Telematik muss investiert werden, vor allem, was das Handling des Güterverkehrs angeht. Doch die Frage nach den Finanzierungsmöglichkeiten führt automatisch zur Frage der Maut. "Maut ist Steuer, sie ist ein hoheitlicher Staatsakt," erklärte Ernst Uhlmann von der Schweizer Fela AG und nahm zur aktuellen Maut- und Tollcollect-Diskussion in Deutschland Stellung. "Es gibt keine andere Wahl, als dieses endlose Debakel zu stoppen und das System neu auszuschreiben."

Die Telematik ist kein Allheilmittel, wie diese Punkte ergaben. Aber ein sinnvoller Einsatz in anderen Bereichen, beispielsweise der Medizintechnik, eröffnen zusätzliche neue Horizonte.

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