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WRC-Vorschau Rallye Spanien

Loebs vorletzte Chance im Kampf um den Titel

Foto: Mc Klein 44 Bilder

Es ist die vorletzte Rallye der Saison. Und alle Vorzeichen stehen auf Hochspannung. Sébastien Loeb liegt vor der Rallye Spanien fünf Punkte hinter seinem Rivalen Mikko Hirvonen. Auf dem spanischen Asphalt ist Loeb im Vorteil und hofft auf Schützenhilfe von Citroen-Teamkollege Dani Sordo.

01.10.2009 Powered by

Der elfte Lauf zur Rallye-WM startet am kommenden Wochenende (2. bis 4.10.) rund um den spanischen Ferienort Salou, etwa eine Autostunde südlich von Barcelona. Auf den schnellen Asphaltstraßen an der Costa Dorada macht sich Citroen-Pilot Sébastien Loeb berechtigte Hoffnungen auf den Sieg. Denn der Franzose gilt als ausgewiesener Asphaltspezialist und konnte die Katalonien-Rallye seit 2005 viermal in Folge gewinnen. Besser noch: In den vergangenen vier Jahren belegten Citroen-Piloten durchweg die Plätze eins und zwei. Loebs spanischer Teamkollege Dani Sordo war in den letzten drei Jahren für den Citroen-Doppeltriumph mitverantwortlich.

Loeb braucht bei der Rallye Spanien Rückendeckung von Sordo

Loeb sucht sein Heil angesichts des Fünf-Punkte-Rückstands auf Hirvonen in der Flucht nach vorne. "Für mich gibt es eigentlich keine Alternative, als die Saison mit zwei weiteren Siegen zu beenden, wenn ich noch Chancen auf den Weltmeister-Titel haben will. Hier müssen wir mehr als irgendwo sonst auf Dani als Absicherung gegen Mikko Hirvonen zählen. Denn Mikko muss bei den beiden letzten Rallyes nur zweimal als Zweiter ins Ziel kommen, um sich den Titel zu schnappen. Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um meinen Teil zu erfüllen. Danach werden wir sehen", so der amtierende Rallye-Weltmeister.

Loebs Teamkollege Dani Sordo ist sich seiner Rolle durchaus bewusst und hat daher ein klares Ziel: Nicht etwa der Sieg bei seiner Heimrallye steht für den Spanier im Vordergrund, sondern die volle Unterstützung für Loeb im WM-Titelkampf gegen Ford-Pilot Mikko Hirvonen. "Mein Ziel ist es, auf Platz zwei hinter Seb ins Ziel zu kommen. Das wäre perfekt, denn es würde den Hersteller-Titel für Citroen sichern", so der Spanier. Obwohl der schnelle Finne Mikko Hirvonen vor allem auf losem Geläuf für Top-Zeiten gut ist, traut Sordo der Ford-Speerspitze auch auf Asphalt einiges zu: "Mikko hat in jüngster Vergangenheit gute Fortschritte auf Asphalt gemacht. Ich bin davon überzeugt, dass er vorne mitmischen wird."

Ford-Pilot Hirvonen nahm vor der Rallye Spanien Fahrschulunterricht auf Asphalt

Hirvonen selbst nahm extra für die Spanien-Rallye Fahrschulunterricht der besonderen Art. Der ehemalige Langstrecken-Europameister Rob Wilson gab Mikko Hirvonen hilfreiche Tipps für die Sekundenjagd auf festem Untergrund mit auf den Weg. Auch Hirvonens Teamkollege Jari-Matti Latvala profitierte von einem Asphalt-Fahrertraining mit dem ehemaligen finnischen Tourenwagen-Champion Olli Haapalainen. "Von Jahr zu Jahr werden bei der Rallye Spanien die Möglichkeiten, die Kurven zu schneiden geringer, weil Barrieren an den Kurveninnenseiten aufgestellt werden, um das Cutten zu verhindern. Daher werden die Prüfungen mittlerweile eher im Rundstreckenstil gefahren. Das Training, das ich vor der Rallye absolviert habe, war also die perfekte Vorbereitung."

Bei der Asphaltrallye dürfte Citroen-Pilot Sébastien Loeb gegenüber seinem Rivalen im Kampf um die WM-Krone dennoch im Vorteil sein. Das weiß auch der WM-Führende Mikko Hirvonen : "Jeder weiß, wie stark Loeb auf Asphalt ist. Daher denke ich, dass ich genug damit zu tun haben werde, Platz zwei zu sichern. Acht Punkte wären eine sehr gute Ausgangsbasis für die letzte Rallye, aber sie werden sicher nicht einfach zu erreichen sein." Hirvonen rechnet damit, dass die Rallye Katalonien eine große Herausforderung für das gesamte Ford-Team wird. "Das wird für das Team die schwierigste Rallye seit langem. Aber ich bin glücklich, dass wir bei unseren Testfahrten vor der Rallye ein so gutes Setup rausfahren konnten." Das Ford-Team dehnte den ursprünglich auf vier Tage angsetzten Test in der Nähe von Salou auf sieben Tage aus. Dabei spulten Hirvonen, Latvala und Testfahrer Markko Märtin insgesamt 1.450 Kilometer ab.

Petter Solberg startet bei der Rallye Katalonien erstmals im Citroen C4 WRC

Neben den beiden Top-Teams bereichert Mister Hollywood die Rallye wieder mit seiner Anwesenheit. Nachdem Petter Solberg die Rallye Australien aus finanziellen Beweggründen ausgelassen hatte, startet der Norweger in Spanien erstmals mit einem Citroen C4 WRC. Auf den Straßen rund um Tarragona wird der smarte 34-Jährige noch unter der Regie seines eigenen Teams an den Start gehen. Beim Saisonfinale in Wales nimmt ihn dann das Citroen-Juniorteam unter seine Fittiche und erhofft sich Rückendeckung im WM-Kampf gegen die Ford-Armada.

An der El Molar-Haarnadelkurve schrieb Gilles Panizzi Rallyegeschichte

Die Route der Rallye Katalonien ist mit der aus dem Vorjahr identisch. Die Piloten erwarten am ersten Tag insgesamt 131,76 gezeitete Kilometer. Am Samstag geht es dann in den Nordwesten der Region, wo mit der 38,27 Kilometer langen Prüfung "El Priorat - La Ribera d'Ebre" die längste WP der Rallye auf die Lenkradakrobaten wartet. Die letzte Etappe führt am Sonntag in den Westen von Salou. Insgesamt stehen 18 Prüfungen über 353,62 gezeitete Kilometer auf dem Plan. Die Straßen bei der Rallye Spanien sind sehr schnell, der Asphalt teilweise grob. Trotz diverser Maßnahmen, die das sogenannte "Cutten" der Kurven verhindern sollen, werden Loeb und Co. auch in diesem Jahr wieder wild über die Scheitelpunkte brettern, werden ihre aufsetzenden Boliden das Publikum funkensprühend in Verzückung versetzen. Der Nachteil: Da alle Prüfungen zwei Mal gefahren werden, liegt bei der zweiten Schleife teilweise viel Schmutz auf der Ideallinie.

Ein besonderer Leckerbissen für alle Rallye-Fans ist die berühmte "El Molar"-Haarnadelkurve. Hier versammeln sich alljährlich tausende Zuschauer. Wer nicht schon früh morgens vor Ort ist und keinen Platz direkt an der Straße ergattert, kann mit viel Glück von einer rund 70 Meter hohen Brücke aus das Spektakel verfolgen. Gilles Panizzi bot der tobenden Menge im Jahr 2002 ein ganz besonderes Schauspiel, als er an der Haarnadel in Führung liegend mit seinem Peugeot 206 WRC einen doppelten Doughnut hinzauberte. Einfach so, um die Fans zu erfreuen -  und sehr zur Überraschung seines Bruders und Copiloten Hervé.

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