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Wulff

Seite an Seite mit Arbeitnehmern

Foto: dpa

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat sich nach dem Eklat im VW-Aufsichtsrat an die Seite der Arbeitnehmer gestellt. Ihr Anliegen, Geschäftsbeziehungen zwischen Audi und Porsche zu überprüfen, sei berechtigt, sagte Wulff am Montag (15.9.) in Hannover.

16.09.2008

In der Sitzung am Freitag hatte Wulff noch gegen das Anliegen der Arbeitnehmerseite gestimmt. Zur Begründung sagte er am Montag, der Antrag sei zu allgemein formuliert gewesen. Eine von ihm und dem VW-Vorstand gewünschte rechtliche Präzisierung sei nicht aufgenommen worden. Der Beschluss sieht vor, dass Geschäfte zwischen Porsche und der VW-Tochter Audi nur mit Zustimmung des VW-Aufsichtsrates geschlossen werden dürfen. Bei VW gibt es unter anderem die Befürchtung, dass Porsche wegen möglicher Überschneidungen Einfluss auf die Modellpolitik der erfolgreichen VW-Tochter Audi nehmen könnte.

Der Beschluss war nur zustande gekommen, weil Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch sich enthalten hatte. Der Kampf um die Macht bei Volkswagen nach dem Einstieg von Porsche erreichte damit einen neuen Höhepunkt. Denn Piëch, der selbst Miteigentümer von Porsche ist, fiel dem Sportwagenbauer in den Rücken. Piëch verteidigte in einem Interview die stark von Mitbestimmung und Gewerkschaften geprägte Unternehmenskultur bei dem Autobauer. "Und ich genier mich dafür nicht, weil ich weiß, dass man Unternehmen auch mit der Mitbestimmung erfolgreich führen kann", sagte er dem Magazins der Autostadt "StadtAnsichten", das an diesem Dienstag erscheint. Das Gespräch war bereits vor den jüngsten Entwicklungen geführt worden.

Die Mitbestimmung müsse zum Vorteil des Unternehmens und der Menschen genutzt werden, sagte Piëch. "So brauchen Sie zwar zu Beginn manchmal etwas länger, um Ihren Weg durchzusetzen, haben dann aber 350.000 Mitarbeiter auch sicher hinter sich." Sein Abstimmungsverhalten im Aufsichtsrat hatte Ministerpräsident Wulff scharfe Kritik der Opposition im niedersächsischen Landtag eingebracht. Oppositionsführer Wolfgang Jüttner (SPD) sagte, Wulff müsse sich fragen lassen, wieso er im Aufsichtsrat gegen den Antrag der Arbeitnehmer gestimmt habe. "Wenn Wulff will, dass VW stark bleibt, hätte er mit der Arbeitnehmerseite abstimmen müssen", sagte Jüttner.

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