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Yvan Muller

"Auf gleichem Niveau"

Foto: Seat 27 Bilder

Am Sonntag (2.3.) beginnt in Brasilien die WTCC-Saison 2008. Nach dem knapp verpassten Titel im vergangenen Jahr will Seat-Pilot Yvan Muller dann erneut angreifen. Im Interview spricht der Elsässer über das fehlende Glück und die Vor- und Nachteile gegenüber der Benziner-Konkurrenz.

29.02.2008 Claus Mühlberger Powered by

2007 haben Sie und Seat den Titel in der Tourenwagen-WM nur ganz knapp verpasst. Schaffen Sie es diesmal?
Muller: Oho! Gute Frage. Alle wollen Weltmeister werden. Wir haben bei Seat sicherlich das Potenzial dazu. Aber es kann viel passieren. Wir benötigen einfach mehr Glück.
 
Was ist beim Saisonfinale 2007 in Macau exakt schief gelaufen, als Sie zweieinhalb Runden vor Schluss, den Titel vor Augen, aufgeben mussten?
Muller: Ein Draht an der Kraftstoffpumpe ist gebrochen.
 
Wie groß war die Enttäuschung?
Muller: Eine Woche lang war ich sehr niedergeschlagen. Ich war ja wirklich extrem nah dran am WM-Titel. Aber so ist es nun mal im Motorsport. Das muss man akzeptieren. Nach einer Woche war mir aber klar. So geht¹s nicht weiter. Ich muss diese schlechte Erfahrung nutzen und in positive Energie umwandeln.

Ihr Rivale von BMW, Andy Priaulx, hat dreimal hintereinander die WM gewonnen. Haben Sie mit Andy schon mal über Glück gesprochen?
Muller: Nein. Aber eines ist klar: Um eine Meisterschaft zu gewinnen braucht man auch Glück.

Sind alle fünf Seat-Werksfahrer in diesem Jahr gleichberechtigt oder gibt es eine Hackordnung?
Muller: Alle haben ihre Chance. Seat hat niemals Stallregie praktiziert. Aber 2007 war allen im Team vor den letzten Rennen klar, dass ich die Nummer eins bin und daher hat man mir auch so weit wie möglich geholfen.

Seat tritt in der WM 2008 mit fünf Leon TDI an. Wie groß ist der Vorteil des Dieselmotors gegenüber dem Benziner, wie sie ihn bis Mitte letzter Saison gefahren sind?
Muller: Der Dieselmotor ist klar besser als unser Benziner, wobei man sagen muss, dass der Benziner im Vergleich zur Konkurrenz sehr schlecht war. Der Diesel ist kräftiger, dafür ist das Auto aber mindestens 30 Kilo schwerer. So gleicht sich dies wieder aus. Was den Motor angeht, sind wir jetzt auf dem gleichen Niveau wie unsere Gegner. Schauen Sie sich Macau an: Da war der Chevrolet auf den Geraden schneller als wir mit dem TDI. Die BMW waren auf der Geraden exakt gleich schnell. In den Kurven haben wir aber den Nachteil des höheren Gewichts.

Der Diesel ist extrem leise. War es schwierig, sich an den TDI zu gewöhnen?
Muller: Nicht wirklich. Nach ein paar Stunden im Auto habe ich mich daran gewöhnt. Aber man muss bei der Fahrwerksabstimmung anders vorgehen. Beim TDI hat man zum Beispiel weniger Motorbremse und man muss natürlich das höhere Gewicht einkalkulieren. Zudem ist die Gewichtsverteilung  beim TDI ungünstiger, weil die Frontlastigkeit noch viel ausgeprägter ist.

Wie schwer ist es für einen Rennfahrer, mit einem extrem leichten, nervösen Heck zu leben?
Muller: Speziell in den ersten Runden fährt man mit einer sehr leichten Hinterachse. Das liegt daran, dass die Hinterreifen oft noch nicht ihre optimale Temperatur erreicht haben. In dieser Phase kann man sehr leicht einen Dreher hinlegen. Auch ohne Schubser eines Gegners. In der Mitte des Rennens verhält sich das Auto dann neutral und in den letzten Runden hat man mit Untersteuern zu kämpfen. Das liegt daran, dass die Fronttriebler die Vorderreifen sehr stark strapazieren, viel stärker als die BMW mit ihrem Heckantrieb.

Das Fahrverhalten von Serienautos mit Frontantrieb gilt von jeher als ziemlich narrensicher. Nach ihren Schilderungen hat man den Eindruck, dass es sich bei Rennautos mit Frontantrieb genau anders herum verhält.
Muller: Genau so ist es. Wenn Fronttriebler so leicht zu fahren wären, würde doch auch die Formel 1 mit Frontantrieb fahren, oder?

Glauben Sie, dass BMW bald mit Dieselmotoren in der Tourenwagen-WM aufkreuzt?
Muller: Das hoffe ich sehr. Dann hätten die Diskussionen um Reglements-Handicaps für den Diesel endlich ein Ende.

2008 dürfen die Seat nicht mehr mit dem glatten und daher aerodynamisch günstigen Unterboden fahren. Ein großer Nachteil?
Muller: Wir verlieren sowohl Topspeed wie auch Abtrieb. Ich betone es nochmals: Wir waren ja schon letztes Jahr nicht die Schnellsten auf der Geraden. Der Diesel beschleunigt besser heraus aus den Kurven, aber am Ende der Geraden haben die Benziner das Loch wieder zugefahren.

Zeitplan WTCC-Brasilien:

Sa. 01.03. - 19.00 Uhr - Qualifying
So. 02.03. - 13.30 Uhr - Warm up
So. 02.03. - 17.00 Uhr - Rennen 1
So. 02.03. - 20.00 Uhr - Rennen 2

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