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Neuwagen-Schnäppchen

Auto-Kauf trotz Finanzkrise

Foto: ams 29 Bilder

Die Autobanken spüren die Finanzkrise. Das hat auch Auswirkungen auf das Rabattverhalten. Wie machen Kunden trotz der Turbulenzen am Kapitalmarkt noch ein gutes Geschäft beim Händler?

29.10.2008 Henning Busse

Die Finanzkrise trifft jetzt auch die Herstellerbanken. Ihnen fällt es schwerer, am Kapitalmarkt günstig Geld für die Kfz-Finanzierung zu beschaffen. Das muss auch der Arbeitskreis der Autobanken zugeben. Die Refinanzierung habe sich wegen der Marktlage verteuert, heißt es.

Absatzrückgang durch Finanzkrise

"Die Autobanken leiden unter den schlechten Ratings der Hersteller", sagt Klaus-Peter Gushurst von der Unternehmensberatung Booz & Company. Das macht unterm Strich die Geldbeschaffung teuer - und das nicht nur für die Finanztöchter der Hersteller. Eduard Unzeitig vom unabhängigen Automobilfinanzierer DSK Leasing beziffert den Kostenanstieg zurzeit mit zwei Prozent. "Vor der Krise konnten wir in der Finanzwelt das Geld zu Konditionen von vier bis fünf Prozent einkaufen, jetzt liegt der Zinssatz zwischen sechs und sieben Prozent." Experten schließen nicht aus, dass die Kosten noch weiter steigen.

Erschwerend kommt hinzu, dass aufgrund der Finanzkrise und dem damit verbundenen Absatzrückgang die ohnehin instabilen Autorestwerte noch stärker unter Druck geraten. Das betrifft vor allem das Leasing. "Aufgrund sinkender Restwerte und höherer Refinanzierungskosten kann das Leasing um rund zehn Prozent teurer werden", schätzt Gerhard Fischer von der Firma LeaseTrend. Subventionierte Angebote seitens der Hersteller dürfte es nach seiner Ansicht künftig seltener geben.

Günstiger Autokauf ist möglich

Entscheidend für die Branche ist das nächste Jahr. Viele Experten sagen erst ab frühestens 2010 eine Belebung des Marktes voraus. Daran ändert auch das Rettungspaket der Regierung zur Stabilisierung des Kapitalmarktes vermutlich nichts. "Es wird eine Weile dauern, bis es greift", ist Gushurst überzeugt. Dennoch ist ein günstiger Autokauf nach wie vor möglich - wie, verraten die zehn Tipps:

1. Gerade jetzt ist ein guter Zeitpunkt für den Autokauf
Vor 2010 rechnen Experten nicht mit einer Marktbelebung. Das Rettungspaket der Regierung wird daran wenig ändern. Es dauert, bis das Vertrauen in die Finanzwelt wiederhergestellt ist. Außerdem reagieren die Hersteller mit Produktionskürzungen auf die Krise. Das wirkt sich auf das Rabattniveau aus. Wer jetzt zugreift, kann noch unter vielen Angeboten wählen - wie es im nächsten Jahr aussehen wird, ist ungewiss.

2. Nutzen Sie die Rabattschlacht
Nachlässe beim Neuwagenkauf wird es auch in Zukunft geben. In welchem Ausmaß, lässt sich jetzt allerdings noch nicht sagen. Deshalb ist zu überlegen, ob man die geplante Neuanschaffung nicht vorziehen sollte. Schließlich bewegen sich die Rabatte jetzt noch auf einem hohen Niveau. Es gibt nach wie vor viele Tageszulassungen im Handel, Überzahlungsangebote für den Gebrauchtwagen oder Sondermodelle. Wie Stichproben von auto motor und sport belegen, können Kunden Preisabschläge von bis zu 30 Prozent aushandeln.

3. Jetzt zu Finanzierungen greifen
Wer einen Neuwagen kaufen und finanzieren will, der sollte jetzt zuschlagen. Denn derzeit bietet die gesamte Branche dafür noch günstige Konditionen an. Aufgrund der Kapitalmarktkrise und dem damit verbundenen Refinanzierungsproblem der Autobanken ist nicht mehr mit einem so bunten Strauß an subventionierten Finanzierungen in naher Zukunft zu rechnen. Mit anderen Worten: Die Kreditinstitute der Hersteller werden wählerischer bei ihren Offerten vorgehen.

4. Freie Banken beim Vergleich mit einbeziehen
Jahrelang haben die unabhängigen Kreditinstitute mit den subventionierten Herstellerangeboten nicht mithalten können. Das ändert sich jetzt mit der Finanzkrise. Sie sind nun wettbewerbsfähig, wenn es um ein klassisches Darlehen geht, und bieten Zinssätze ab 4,25 Prozent. Bei einigen Autobanken gibt es dagegen Kredite erst ab acht Prozent.

5. Vorsicht bei bonitätsabhängigen Krediten
Die Kreditwürdigkeit der Verbraucher ist für Banken ein wichtiges Kriterium bei der Vergabe von Darlehen. Deshalb gibt es Vorgaben. Mit einer Verschärfung müssen die Kunden bei den Autobanken jedoch nicht rechnen. Denn diese fürchten, dass dann erst recht die Kaufinteressierten den Autohäusern fernbleiben. Jedoch ist bei den freien Banken Vorsicht geboten: Viele Kreditinstitute machen günstigte Zinssätze von der Bonität abhängig. In Anbetracht der momentanen Situation ist nicht ausgeschlossen, dass einige unabhängige Darlehensgeber ihre Regeln für die Kreditvergabe verschärfen.

6. Leasing ist nicht immer die beste Wahl
Wer zur Option Leasing greift, sollte den Vertrag auf Basis der Kilometerabrechnung wählen. Hintergrund: Hier haftet der Kunde nicht für den Restwert, das Risiko bleibt beim Leasinggeber. Falls die Finanzkrise die Marktwerte negativ beeinflussen sollte, wie viele Experten vermuten, steht der Kunde am Ende auf der sicheren Seite. Fahrzeugkäufer müssen aufgrund dieser Entwicklung damit rechnen, dass Leasing demnächst teurer werden wird.

7. Auswahl des Autos spielt eine wichtige Rolle
Wer einen Neuwagen kauft, sollte jetzt schon an den Wiederverkauf denken. Gerade sind wieder Benziner gefragt. Hintergrund: Die Angleichung der Spritpreise machen dem Diesel zu schaffen. Er verliert einen entscheidenen Vorteil gegenüber dem Benziner, der obendrein auch günstiger in Anschaffung und Festkosten ist. Das hat natürlich Auswirkungen auf den Wertverlust.

8. Gebrauchtwagen sind eine Alternative
Derzeit wächst der Gebrauchtwagenmarkt gegen den Trend, wie der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) mitteilt. Ein Tipp sind junge Gebrauchtwagen, sie haben bereits den größten Wertverlust hinter sich. Allerdings laufen diese Fahrzeuge zurzeit gut am Markt. Das heißt: Autofahrer müssen sich unter Umständen auf eine längere Suche einstellen.

9. Beachten Sie die Betriebskosten

Der Listenpreis ist nicht alles, wenn man Neuwagenangebote vergleicht. Schließlich gilt es, auch die laufenden Kosten im Auge zu behalten. Die Ausgaben für Kraftstoff, Versicherung, Steuer oder Inspektionen vergessen viele einzurechnen. Zwar fallen gerade aufgrund der Finanzkrise die Spritpreise, da ein weltweiter Wirtschaftsabschwung und damit auch eine sinkende Ölnachfrage befürchtet wird, aber es ist nicht gesagt, dass dieses Plus die gestiegenen Finanzierungskosten auffängt. Einsparmöglichkeiten bestehen zum Beispiel bei der Motorisierung. Denn was bringt ein starkes Aggregat, das teuer ist und obendrein einiges an Kraftstoff verbraucht, wenn man fast nur in der Stadt fährt? Oft reicht auch ein kleinerer Motor aus.

10. Was tun bei Händler-Pleiten?
Das Händler-Sterben kann durch die Finanzkrise beschleunigt werden, befürchtet der ZDK. Doch Grund zur Sorge ist für Kunden verfrüht. Geht ein Markenhändler in Konkurs, übernimmt ein anderes Autohaus der Marke zum Beispiel etwaige Garantieschäden oder oft auch den Leasingrückläufer am Vertragsende. Und noch etwas: Vermeiden Sie es, bei der Fahrzeugbestellung eine Anzahlung oder gar den kompletten Preis zu leisten. Es besteht die Gefahr, dass bei einer Händler-Pleite das Geld weg ist und keine Gegenleistung erbracht wird. Erst bei Fahrzeugübergabe sollte der Kaufpreis fällig werden.

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