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Zenos E10 R

Brit-Sportler mit Focus-RS-Herz

Zenos E10 R, Vorstellung Foto: Zenos 23 Bilder

Zenos hat nicht zu viel versprochen: Ihr neues Tracktool namens E10 R leistet saftige 355 PS bei nur 700 Kilogramm. Mit einem Leistungsgewicht von 500 PS pro Tonne liegt das Leichtgewicht auf Veyron-Niveau.

24.11.2015 Roman Domes Powered by

Das klassische "British Sportscar“ sieht heute anders aus als noch in den 70er- und 80er-Jahren. Nicht wie ein Lotus Elan, die S-Serie von TVR oder ein Jensen-Healey, nein. Das "British Sportscar“ hat sich weiterentwickelt, zum Rennstrecken-Spielzeug, wenn man so will. Neuestes Beispiel: der Zenos E10R.

Zenos E10 R mit 500 PS - pro Tonne

Zenos, das ist uns bereits ein Begriff. 2014 brachten die Engländer unter Leitung des Ex-Caterham-Chefs Ansar Ali den E10 auf den Markt. Ein alienartiges Gebilde aus Carbon und Aluminium, offen wie alle Caterhams und mit Saugmotor 200 PS stark. Eine Einsteigerversion quasi. Die S-Version des E10 bekam eine Turboaufladung spendiert und leistete damit 250 PS.

Zenos E10 R, Vorstellung, TracktoolFoto: Zenos
Auspuff mal anders: Zwei übereinander liegende Endrohre beim E10 R.

Für das Jahr 2016 haben sich die Engländer etwas ausgedacht, das wir schon von diversen anderen Sportwagen-Fabrikanten kennen: mehr Leistung bei weniger Gewicht. Lotus macht es bei der Elise und dem Evora ähnlich.

Der Zenos E10 R leistet 355 PS, die er ausschließlich an die Hinterachse weiterleitet. Diese Kraft schöpft er aus einem 2,3-Liter-Vierzylinder-Mittelmotor mit Turboaufladung von Ford. Klingt vertraut? Kein Wunder, denn der EcoBoost-Motor verrichtet seinen Dienst auch im Mustang sowie im kommenden Focus RS.

Motor aus dem Ford Focus RS

Die Gänge werden auch bei der E10-R-Version mit einer Sechsgang-Handschaltung gewechselt. Das Getriebe wird nach dem Transaxle-Prinzip gebaut. Es sitzt an der Hinterachse und bietet so eine bessere, weil nicht so frontlastige Gewichtsverteilung.

So weit, so unspektakulär. Doch der E10 R rückt mit seinem Leergewicht von lediglich 700 Kilogramm und dem daraus resultierenden Leistungsgewicht von rund 500 PS pro Tonne in eine Klasse mit dem Bugatti Veyron (520 PS / Tonne). Das maximale Drehmoment beträgt 475 Nm bei 4.000/min.

Damit soll der E10 R von 0 auf 60 mph (96 km/h) in nur 3,0 Sekunden beschleunigen. Maximal 250 km/h sind möglich. Klingt erst einmal nach nicht besonders viel, doch 250 km/h dürften selbst mit der optionalen Windschutzscheibe dann doch schnell genug sein.

Für den Haupteinsatzzweck des Zenos, die Rennstrecke, ist sowieso mehr gefragt, als nur Längsdynamik. Obwohl: Auch da will Zenos mit verstärkten Bremsen für eine adäquate Verzögerung gesorgt haben.

Zenos E10 R mit Doppelquerlenkern

Querdynamisch sollte der E10 R auch überzeugen. Damit das gelingt, verbauen die Engländer eine Fahrwerkskonstruktion mit Doppelquerlenkern an beiden Achsen. Verstellbare Bilstein-Stoßdämpfer und Eibach-Federn gehören ebenfalls zum Serienumfang.

Damit der Zenos E10 R die Leistung auch auf die Straße bekommt, montieren die Engländer auf den besonders leichten OZ-Felgen vom Typ "Ultraleggera“ spezielle Avon ZZR-Semislicks. Gewichtseinsparungen auch im Innenraum: Die Sitzschalen bestehen nahezu vollständig aus Kohlefaser. Zusätzlich sind auch Sechspunkt-Gurte zu haben und ein abnehmbares Lenkrad. Wer ausschließlich auf der Rennstrecke unterwegs ist, kann seinen Zenos E10 R ohne Katalysator (Bypass) ordern.

Der schnelle Engländer ist kein Schnäppchen. Der Zenos E10 R kostet mindestens 39.999 Pfund Sterling, was bei aktuellem Wechselkurs genau 56.777 Euro sind.

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