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Zetsche

Beschäftigung in Deutschland wird weiter sinken

Foto: dpa

Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche rechnet nach dem Streichen tausender Arbeitsplätze bei Mercedes auf Dauer mit einem weiteren Abbau in Deutschland. Es sei "realistischer, tendenziell von einer leicht sinkenden Beschäftigung auszugehen", sagte Zetsche den "Stuttgarter Nachrichten" vom Samstag (28.10.).

29.10.2006

Der Konzernchef bekannte sich zwar "ganz eindeutig" zum Standort Deutschland - "trotz der in einigen Aspekten schwierigen Rahmenbedingungen" hier. "Die Kunden bezahlen uns aber für die Leistung, die wir erbringen, nicht für unsere Schwächen", mahnte Zetsche. "Wenn wir dabei mit vergleichsweise hohen Lohnkosten leben müssen, müssen wir eben besonders produktiv sein." Das sei der einzige Weg, die deutschen Standorte fit für die Zukunft zu machen. "Wenn wir das nicht schaffen, müssten wir wirklich dicht machen und wie die Nomaden von einem Billigstandort zum nächsten ziehen. Das ist aber nicht unser Ziel."

Daimler-Chrysler hatte im Zuge des Effizienzprogramms CORE im vergangenen Jahr 8.500 Stellen bei Mercedes gestrichen. "Aber wir hatten damals Verluste und mussten Handeln", sagte Zetsche dazu. Nun habe Mercedes mit 991 Millionen Euro das bisher beste Quartalsergebnis vorgelegt. "Mercedes hat die Restrukturierungsphase hinter sich", betonte Zetsche.

Chrysler-Krise: Zetsche gibt Spritpreisen die Schuld

Zugleich deutete er an, der Autohersteller könnte einige Aufgaben von Zulieferern in den Konzern holen: "Je produktiver und wettbewerbsfähiger wir werden, desto häufiger kann die Gesamtbetrachtung dazu führen, mehr Dinge selbst zu machen, als dies vor zwei, drei Jahren der Fall war. Ich will aber keine übertriebenen Hoffnungen wecken, dass es sich um riesige Bewegungen handeln könnte."

Zetsche verteidigte das Vorgehen beim US-Arm Chrysler, der im dritten Quartal mit einem Milliardenverlust die Konzernbilanz verhagelte und mit einem schwerwiegenden Absatzeinbruch kämpft. Im Vergleich zu den riesigen Milliardenverlusten von Wettbewerbern wie General Motors oder Ford bewege man sich auf ganz anderem Niveau. Bei Chrysler sei die Rechnung nicht aufgegangen, die Händlerbestände im Sommerverkauf wieder abzubauen. Zetsche führte dies auf die hohen Spritpreise zurück, die die Amerikaner vom Kauf großen Wagen abhielten sowie auf hohe Rabatte der Konkurrenz. "Schließlich mussten wir erkennen, dass wir die Bestände auch in den restlichen Monaten des Jahres nicht wie geplant abbauen können." Deshalb müssten nun 135.000 Autos weniger gebaut werden.

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