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Zetsche

EU-Klimaziele bis 2012 nicht zu schaffen

Foto: Daimler-Chrysler

Die Autoindustrie kann die EU-Klimaschutzvorgabe, den CO2-Ausstoß der Neuwagen im Schnitt auf 120 Gramm pro Kilometer zu senken, nach Einschätzung von Daimler-Chef Dieter Zetsche nicht mehr schaffen.

07.04.2008

Der Grund sei, dass "60 Prozent der Fahrzeuge, die wir 2012 verkaufen, jetzt schon in der Fabrik und damit im Markt bei den Kunden sind", sagte Zetsche der "Wirtschaftswoche".

Es dauere etwa sieben Jahre, bis ein neues Modell auf den Markt komme. Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche CO2-Ausstoß von Neuwagen in Deutschland noch bei 170 Gramm pro Kilometer.

Brennstoffzelle nicht abschreiben

Die Brennstoffzelle als Alternativantrieb will Zetsche entgegen einigen Branchenexperten nicht abschreiben. "Wir sind bei der Brennstoffzelle heute soweit, dass wir technisch sicher sind, innerhalb der nächsten fünf bis acht Jahre für den Kunden einen vollwertigen Ersatz des heutigen Antriebs anbieten zu können", sagte er. Man sei auch zuversichtlich, die Technik dann zu einem bezahlbaren Preis anzubieten.

"Die letzte offene Frage ist: Kann zu diesem Zeitpunkt eine flächendeckende Versorgung mit Wasserstoff sichergestellt werden? Woraus wird der Wasserstoff gewonnen und wie ist die Energiebilanz?", räumte Zetsche ein. Ein Vorteil gegenüber zum Beispiel Elektroantrieben seien aber eine Reichweite von etwa 500 Kilometern schon jetzt sowie eine schnelle Betankung. "Bei der Batterie sehen wir heute die Grenze bei vielleicht 150 Kilometern und vielleicht fünf bis sechs Stunden Ladedauer."

Keine weiteren Zukäufe

In zehn Jahren würden die A- und B-Klasse von Mercedes-Benz durch eine neue Fahrzeuggeneration mit mehr Varianten und größeren Stückzahlen ersetzt werden, prognostizierte Zetsche. Grundsätzlich werde der Hersteller aber in etwa bei der heutigen Aufstellung und Größenordnung seiner Marken bleiben. Über den Bau eines neuen Werks in Osteuropa wolle der Konzern voraussichtlich im zweiten Quartal entscheiden, bekräftigte Zetsche. Als mögliche Standorte gelten Polen, Tschechien und Rumänien. Eine Entscheidung gebe es noch nicht, sagte der Daimler-Chef.

Nach dem Ende der verlustreichen Ehe mit dem US-Autobauer Chrysler gebe es keine Pläne für Zukäufe im Pkw-Bereich, wiederholte Zetsche. "Im Nutzfahrzeuggeschäft könnte ich mir das allerdings durchaus vorstellen." Unter anderem prüfe Daimler konkret Möglichkeiten, "uns in Russland zu betätigen".

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