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Zukunft

Alte Fahrer, junge Autos

Autodesigner und Trendforscher beschäftigen sich bereits jetzt damit, welche Modelle die Senioren von morgen fahren werden.

31.01.2002

Autodesigner und Trendforscher beschäftigen sich bereits jetzt damit, welche Modelle die Senioren von morgen fahren werden. Dabei steht für die meisten Experten fest: Die Angehörigen der "Generation Babyboom", die heute zwischen 35 und 55 Jahre alt sind, werden auch als Oldies auf keinen Fall die grundsoliden und ehr konservativen Wagen, wie sie ihre Eltern heute bevorzugen, über die Strassen lenken.

Rentnerautos von heute haben keine Chance mehr

Statt dessen werden Rentner nach einem Bericht der "Detroit Free Press" in Zukunft zunehmend weiter die flotten Flitzer fahren, die sie bereits in jungen Jahren bevorzugten - "Autos, die hip und jung aussehen und den Babyboomern erlauben, weiter ihren Lifestyle zu pflegen und dabei gut auszusehen".

Die letzten geburtenstarken Jahrgänge vor dem um 1968 einsetzenden weltweiten Pillenknick verstünden sich meist als diejenigen, die stets den neuesten Trends folgten, erklärte der Autohändler Steve Kalafar gegenüber der Zeitung. In diesem Punkt würden sich die Babyboomers auch mit zunehmendem Alter nicht mehr ändern, daher werden "Marken und Modelle, die heute als Rentnerfahrzeuge gelten, bei ihnen kaum eine Chance haben".

Cadillac: Ich habe Geld - Buick: Ich mache Geld

Dabei seien die Assoziationen, die Menschen mit bestimmten Automarken verbinden, durchaus generationenabhängig, wie Bill Ochalek, Manager einer zu GM gehörenden Designergruppe, ausführte. Buicks und Cadillacs würden zum Beispiel für ältere Menschen unbedingt zu den Statussymbolen gehören, "die Aussage eines Cadillacs ist für sie: "Ich habe Geld". die eines Buicks: "Ich mache Geld".

Die Babyboomer-Generation sei dagegen viel früher finanziell abgesichert gewesen als ihre Eltern und drücke ihren Status entsprechend auch über andere, im Trend liegende Automodelle aus. Ein Beispiel sei der Mazda Miata (in Europa der MX-5), für den verstärkt in der Zielgruppe der Mittzwanziger geworben worden sei. Gekauft hätten das hippe Modell aber hauptsächlich die finanzstarken Mittvierziger.

Die neuen Alten kaufen Kindheitsträume

Die Autoindustrie könne sich in den nächsten Jahren eben nicht darauf verlassen, dass sich in die Jahre gekommene Babyboomer ähnlich vorausschaubar und markentreu verhielten wie die jetzigen Rentner, glaubt Autohändler Steve Kalafar. Er sieht "sehr spannende Zeiten kommen", denn "der Begriff Markentreue ist für die kommenden Generationen praktisch nicht existent. Auch die wirklich guten, kaufkräftigen Kunden werden aus ihrem geleasten Modell aussteigen, erklären, dass sie nie ein besseres gefahren hätten - und im Wagen eines ganz anderen Herstellers wegfahren." Für die Industrie werde daher nicht nur die Entwicklung seniorengerechter Wagen zunehmend wichtig, meint Design-Manager Ochalek. Für die Boomer sei es auch relevant, "Kindheitsträume zu kaufen", dies habe zum Beispiel der Erfolg des VW Beetle in den USA gezeigt. Das Wiederauflegen ehemals bekannter Modelle, wie jetzt das des Ford Thunderbird, könne diesem Bedürfnis gerecht werden.

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