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Zulieferer auf der IAA 2013

So fahren wir Übermorgen

09/2013 - Zulieferer, IAA Frankfurt 2013 Foto: Kai Klauder 20 Bilder

Wichtige Innovationstreiber sind die Zulieferer - was zeigen sie auf der IAA 2013, welche Trends sind auszumachen, wann kommen ihre Systeme in Serienfahrzeugen?

12.09.2013 Kai Klauder

Ein Trend lässt sich klar ausmachen: Ruhe. Die strikteren gesetzlichen Geräuschemissionsvorschriften sind die eine Seite, doch auch die Zulieferer und Hersteller erkennen, dass der Autofahrer in Zukunft lieber leise fahren möchte. So stellen einige Zulieferer ihre neuen Produkte zur Schalldämmung vor. Die Komplexität ist enorm, hier geht es nicht um Bitumen-Matten oder PP-Schaum wie früher, sondern um hochfestes und leichtes "Organoblech" und Thermoplast-Composites.

Es wird ruhiger dank High-Tech-Schaum und Composites

Die ElringKlinger GmbH etwa zeigt mit dem ElroCoustric F eine Akustikkomponente auf Schaumbasis, die die Schallwellen regelrecht verschlucken sollen. Nicht weniger als 6 Werkstoffe kommen hier zum Einsatz. High-Tech, die man nicht sieht - und eben auch nicht hört.

Leichtbau mit Organoblech und Kohlefaser

Brose-Chef Jürgen Otto nennt die Vorzüge der neuen Werkstoffe wie Organoblech und CFK: "Die Zukunft wird leichter. Wir können zum Beispiel durch den Einsatz von CFK bis zu 11 kg pro Tür einsparen." Dass der Trend hin zu den neuen Werkstoffen und weg von den klassischen Materialien wie Blech und Einfachstahl geht, betont Otto ebenfalls: "Brose verarbeitet schon heute mehr Kunststoff als Blech." Wie komplex es auch bei den nicht elektronischen Bauteilen zugeht, verdeutlicht Otto an den Sitzen: "Alleine bei der Sitzunterkonstruktion setzen wir 5 hochfeste Stähle ein". Als Leitmotive für die Zukunft nennt er "Komfort, Sicherheit, Leichtbau und Effizienz".

Ablagen und Individuelles Interieur

Zum Komfort gehören natürlich auch solch Annehmlichkeiten wie ein individuell anpassbares Interieur, wie Christian Drenth von Schock-Metall weiß: "Die Kunden wollen mehr Ablagen - und sie wollen sie dort, wo sie sie brauchen". Schock-Metall zeigt auf der IAA Sitzschubladen, ausziehbare Handschuhfächer und kleine Schubladen fürs Armaturenbrett. Zum Einsatz kommen sie unter anderem in den Renault-Modellen Captur und Scénic oder bei Rolls-Royce.

Eine Region wird zum Modell

In Halle 4.0 stellt sich das Modellprojekt "colognE-mobil - Elektromobilitätslösungen für NRW" vor. Beteiligt sind an dem vom Bundesverkehrsministerium mit mehr als 7,5 Millionen Euro geförderten Projekt 12 Unternehmen, die zusammen zeigen möchten, wie die elektrisch betriebene Zukunft der Mobilität im Ballungsraum Köln aussehen könnte. Es geht um markfähige Anwendungen von elektrisch betriebenen Fahrzeugen und der nötigen Infrastruktur.

"Aktuell rollen schon 66 Fahrzeuge in und um Köln", erklärt Dr. Roland Krüger von der Ford Produktentwicklung. Der Kölner Hersteller ist unter anderem mit 7 Batterie-elektrisch betriebenen Ford Focus, 17 Ford C-Max Energi sowie 10 Transit Connect BEV und 2 Transit BEV an dem Projekt beteiligt. Insgesamt soll der Fuhrpark von "colognE-mobil" bis 2015 auf 66 Fahrzeuge ausgebaut werden.

"Schon das Vorgängerprojekt lief zwischen 2009 und 2011 erfolgreich, jetzt haben wir noch mehr Partner und verfolgen einen noch umfassenderen Ansatz", freut sich Ute Mundolf, Ford Manager Lifestyle and Brand Communication. Dazu gehört die Infrastruktur mit Ladestationen, die von RheinEnergie aufgestellt werden. "Derzeit gibt es 30 Ladestationen - 20 davon öffentlich, bis 2015 sollen es aber schon 100 sein", so Mundolf.

Auch der Airport Köln-Bonn ist an dem Projekt beteiligt und setzt bereits elektrisch oder hybrid-betriebene Geräte und Fahrzeuge auf dem Flugplatz ein. Für die Mitarbeiter hält der Airport Köln-Bonn eine E-Auto-Flotte bereit, die noch vorhandenen Dieselfahrzeuge sollen sukzessive durch elektrisch betriebene Fahrzeuge ersetzt werden.

Connectivity, damit uns unsere Autos verstehen

Der Friedrichsdorfer Zulieferer Peiker wirft einen Blick auf Übermorgen - mit einem Connectivity-System, das Smartphones in den Mittelpunkt stellt. "Damit reicht uns eine dumme Headunit, denn alle Intelligenz steckt im Smartphone", blickt Nicole Schwäbe, Executive Vice President Human Resources and Communications bei Peiker, voraus.

Damit auch jedes Smartphone im Fahrzeug integriert werden kann, setzt Peiker auf den offenen Wireless-Standard Miracast der WiFi-Alliance. Auf die Frage, wann das System serienreif ist und ob die Hersteller interessiert sind, erwidert Schwäbe: "2016 ist eine sehr konservative Schätzung; in diesem Jahr wird es mehr als 1 Milliarde Smartphones mit Miracast geben. Die Frage ist dann nur noch, wer die Adaption am cleversten hinbekommt. Jetzt sind 2 Tage der IAA rum - und Sie sehen mich strahlen." Das Smartphone wird demnach schon bald eine weitere Aufgabe erfüllen können.

Bosch entwickelt eine "Connectivity Control Unit", mit der Flottenbetreiber per Ferndiagnose ihren Fuhrpark überwachen, Fehler auslesen und gezielt warten können. 2014 soll die Anwendung von einer Leasinggesellschaft eingesetzt werden.

Einparken per Fernbedienung

Bosch will dem Autofahrer das Anstrengende Leben mit zahlreichen Assistenzsysteme erleichtern - und befindet sich auf dem Weg zum vollautomatisierten Fahren. "Mehr als 90 % aller Unfälle im Straßenverkehr sind durch menschliche Fehler verursacht. Schon deshalb gilt es, den Autofahrer zu entlasten", erklärt Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Bosch Geschäftsführung. Unter anderem mit einem erweiterten Parkassistenten, der sich per Fernbedienung von außen bedienen lässt und 2015 auf den Markt kommen soll.

Für 2014 kündigt Bosch einen Stauassistenten an, der das Auto bei zähflüssigem Verkehr durch aktive Lenkeingriffe in der Spur hält. Außerdem gibt Bosch einen Ausblick auf eine kombinierte adaptive Geschwindigkeitskontrolle und automatischem Spurwechsel. Im Zuge der Automatisierung werden auch die Car-to-Car-Kommunikation und der Datenaustausch in Echtzeit immer mehr Einzug halten.

Zudem zeigt Bosch zahlreiche Systeme für den Einsatz in Elektro- oder Hybridfahrzeugen. Etwa den iBooster, einen elektronisch gesteuerten Bremskraftverstärker, der ohne Unterdruck vom Verbrennungsmotor auskommt und 3-mal so schnell den Bremsdruck aufbauen soll wie herkömmliche Bremskraftverstärker.

Navigieren per Radio

Alle reden von den praktischen Navi-Apps, die ein weiteres Feature in das Smartphone integrieren - und die reinen Navigationsgeräte eigentlich überflüssig machen. V-Traffic ist ein neues Verkehrsinformationssystem, das einen anderen Ansatz verfolgt. "Statt über zum Teil teure Mobilfunktarife nutzen wir das Digitalradio DAB+ für unseren Dienst", erklärt Carsten Friedrich von Mediamobile, "damit können wir zeitgleich Millionen von Autofahrern so genau wie bisher noch nicht möglich informieren. In 19 europäischen Ländern gibt es bereits DAB+".

Über V-Traffic kann der Autofahrer Informationen über die aktuelle Verkehrslage abrufen. Unfälle und Pannen, Bauarbeiten und Straßensperrungen, Wetter und Gefahrenwarnungen sowie Echtzeitinformationen über den Verkehrsfluss werden aufbereitet und auf dem Display dargestellt. Basis dafür sind Daten im "TPEG"-Format.

Idealerweise ist das System schon vom Hersteller integriert und gibt  dem Fahrer beim Starten die gewünschten Informationen. Doch auch eine Nachrüstung von Mobilgeräten mit einem TPEG-Decoder ist möglich.

Rückkehr des G-Laders

Polo, Corrado und Golf-Fans kennen ihn noch, den G-Lader. Doch der große Wurf war er nicht - zu anfällig, verschleißfreudig und teuer in der Fertigung. Schon nach wenigen Jahren ließ VW diese - übrigens schon 1905 patentierte - Verdichtertechnik fallen. Doch jetzt stellt der Zulieferer Handtmann eine neue Generation des Spiralladers vor, der mit Bestwerten im Wirkungsgrad überzeugen soll. Vielleicht feiern wir also demnächst die Rückkehr des G-Laders.

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