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Carlo Abarth

Zum 100. Geburtstag

Foto: Fiat Group Automobiles Germany AG 51 Bilder

Am 15. November 2008 wäre Carlo Abarth – Rennfahrer, Tuner und Markenbegründer – 100 Jahre alt geworden. Diesen Anlass nutzt Fiat um den legendären Konstrukteur mit einer Reihe von Modellen und Aktionen zu Ehren.

14.11.2008 Kai Klauder Powered by

Bereits 2007 ließ Fiat die Marke mit dem Skorpion wieder auferstehen. Zum 100. Geburtstag wird der Name Abarth eine Reihe von neuen Modellen schmücken. Ein Sondermodell zum Ehrenjahr gibt es ebenfalls.

Sondermodell „Da Zero a Cento“

Das Sondermodell trägt den Namen „Da Zero a Cento“ – Von Null auf 100 – und basiert auf dem Fiat 500 Abarth esseesse. Der Vierzylindermotor bleibt unverändert, leistet 160 PS und stemmt 230 Nm auf die Kurbelwelle. Das Getriebe wurde kürzer übersetzt und erlaubt einen Sprint auf 100 km/h in 7,3 Sekunden. Als Höchstgeschwindigkeit werden 211 km/h angegeben.

Gelochte Bremsscheiben vorne und hinten, sportliche Bremsbeläge an der Vorderachse, härtere und tiefere Federn sowie neu designte 17-Zoll-Alufelgen mit 205/40er Reifen lassen das Sondermodell deutlich stärker auf der Straße kleben. Zum optischen Paket gehört ein Heck-Diffusor, die Sonderlackierung in einen grau-silbernen Farbton, Chromplaketten mit dem Hinweis auf das 101 Mal gebaute Sondermodell sowie die Auspuffanlage mit vier Endrohren.

Im Innenraum fallen die mit Leder bezogenen Accessoires auf: Sportsitze, Sportlenkrad und Schaltknauf. Die Pedale tragen Plaketten mit dem Schriftzug „Da 0 a 100“. DerPreis für das Sondermodell steht derzeit noch nicht fest.

Jeder Abarth-Fan kann mitfeiern – im Internet

Auf zwei Internet-Präsenzen wird an Carlo Abarth, seine Konstruktionen und Erfolge im Motorsport erinnert und den Fans der Marke ein Forum geboten. Im Turiner Ausstellungszentrum zeigt eine Sonderschau eine Auswahl der sportlichen Abarth-Kreationen. Darunter der erste Serien-Abarth, ein Abarth 205, ein Fiat Abarth 1000 Berlina (der erfolgreichste Tourenwagen der Marke) und ein Abarth 1000 Bialbero.

Ein Leben im Zeichen des Skorpions

Carlo (eigentlich Karl) Abarth wurde am 15. November 1908 in Wien geboren – im Sternzeichen des Skorpions. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für den sportlichen Wettkampf. Zunächst startete er bei Radrennen und bestritt 1928 sein erstes Motorradrennen – er vertrat einen erkrankten Werksfahrer des Motor Thun-Teams. Sein Talent wurde schnell erkannt und er fuhr für das DKW-Werksteam 1928 und 1929 zwei sehr erfolgreiche Jahre.

Karriereende mit 21

Nach mehreren Unfällen verunglückte Carlo Abarth 1929 in Wels erneut und erlitt schwere Verletzungen. Sein rechtes Knie war mehrfach gebrochen. Für den gerade 21-Jahre alten Abarth kam der erschütternde Rat der Ärzte, keine weiteren Rennen mehr zu fahren. Er verfiel in eine schwere Depressionen, suchte aber weiter nach Wegen, in den Rennsport zurückkehren zu können. Als Fahrer eines Seitenwagengespannes fand Abarth endlich zurück zu seinen geliebten Rennen und fuhr in den folgenden Jahren gemeinsam mit Joseph Holly viele Siege ein.

Legendärer Sieg gegen den Orient-Express

Abarth war fortan von der Kombination Motorrad und Seitenwagen so angetan, dass er seine Überzeugung auch der Öffentlichkeit mitteilen wollte. Er suchte er sich einen scheinbar übermächtigen Gegner für ein Wettrennen – den Orient-Express. Beim Start in Wien waren Abarth und sein Beifahrer Martin Schneeweiss guter Dinge und umso mehr enttäuscht, als sie nach etwa 24 Stunden auf einer Sunbeam wenige Minuten nach dem Zug in Oostende ankamen.

Abarth wollte eine Revanche und schließlich siegte er auf umgekehrter Strecke von Oostende nach Wien. Am 20. April 1934 kamen sie nach 23 Stunden und 40 Minuten als Sieger ins Ziel.

Firmengründung

Die folgenden Jahre waren geprägt vom Krieg und Wiederaufbau. Abarth wurde im Auftrag von Porsche und Cisitalia aktiv und gründete am 31. März 1949 gemeinsam mit Armando Scagliarini in Bologna die Firma Abarth & C.

Zunächst beschäftigte Abarth zehn Mitarbeiter, Ende des Gründungsjahres waren es bereits 32. Der Schwerpunkt der Firma lag in der Zubehör-Produktion, besonders von dumpf-harmonisch klingenden Sport-Auspuffanlagen. Und obwohl die frühen Tuning-Teile von Abarth nicht billig waren, fanden sie reißenden Absatz.

Abarth setzte sich gegen die – meist günstigere – Konkurrenz durch, auch wegen seiner Marketing-Maßnahmen: Er schaltete vollformatige Anzeigen, die seine mattschwarz lackierten Auspuffanlagen inklusive Preisliste zeigten. Und die Kunden kauften und kauften, denn jeder Familienvater konnte mit ihnen ein paar PS aus seinem meist hubraumschwachen Auto holen.

Carlo Abarth reagierte durch seine guten Kontakte zu den Herstellern schnell auf die neuesten Modelle und konnte so innerhalb kürzester Zeit verschiedene Auspuffanlagen und Zubehörteile anbieten. Er arbeitete schon sehr früh eng mit Fiat zusammen, später auch mit Simca, Alfa, Autobianchi, Lancia und Porsche.

Firmenniedergang und Tod des Genies

Carlo Abarth gründete eine eigene Rennabteilung, die mit getunten Fiat und eigenen Entwicklungen lange Jahre die Rennen dominierten. Für seinen Rennstall fuhren unter anderem Hans Herrmann, Johann Abt und Ernst Furtmayr. 1971 übernahm Fiat Abarth & C. vollständig, die Rennabteilung wurde geschlossen. Es wird vermutet, dass es die Fiat-Chefetage nicht länger dulden wollte, dass auf den Rennautos nur das berühmte Abarth-Logo mit dem Skorpion zu sehen war. Stattdessen sollte der Name Fiat wieder in den Vordergrund gerückt werden.

Carlo Abarth starb am 24. Oktober 1979 in Wien, wiederum im Sternzeichen Skorpion. Er erlebte den Triumph Walter Röhrls nicht mehr, der 1980 Weltmeister auf dem Fiat 131 Abarth wurde. Röhrl fuhr seit 1977 mit dem 131 zahlreiche Rallye-Einsätze und begründete seinen Ruf als bester Rallyefahrer.

Am 30. September 1981 ging die Firma Abarth & C. vollständig in der Fiat Auto S.p.A. auf.

Originale Abarth-Fahrzeuge erreichen dank des großen Interesses der Oldtimer-Szene hohe Preise. Auf dem Markt tummeln sich daher viele Nachbauten.

Glorreicher Name

Mit dem Namen Abarth wurden bereits einige Fiat-Serienautos mit dem Namenszusatz Abarth geadelt. Denn Abarth steht auch heute noch für sportliche Autos und ruft sympathische Assoziationen hervor. Für den Seicento Sporting war etwa ein Abarth-Paket erhältlich.

Dem jetzt in Genf präsentierten Grande Punto Abarth soll im September 2007 die Markeneinführung folgen.

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