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Pastor Maldonando

Pastor Maldonado hat Venezuela auf die internationale Formel 1-Landkarte gebracht. Nach 3 Jahren mit Williams fuhr der ehemalige GP2-Champion bis 2015 für das Lotus F1 Team in der Königsklasse.

Pastor Maldonado ist der Stolz Venezuelas. Gefördert von der staatlichen Ölgesellschaft PDVSA hat es der Mann aus dem kleinen Ort Maracay 2011 bis in die Formel 1 geschafft. Seit seinem 18. Lebensjahr fährt der 1985 geborene Maldonado in verschiedenen Formel-Klassen. 2003 begann die professionelle Laufbahn in der italienischen Formel Renault-Meisterschaft, die er als Siebter abschloss. Ein Jahr später sicherte er sich schon den Titel.

Erster F1-Test 2005 für Minardi

Bereits früh streckte der Venezolaner die Fühler Richtung Formel 1 aus. 2005 durfte er für Minardi ein F1-Auto testen. Zum Einstieg in die Königsklasse war es allerdings ein weiter Weg. 2005 hangelte sich durch verschiedene Formel-Starts, ohne eine Saison komplett zu beenden.

Erst 2006 fand Pastor Maldonado in der Formel Renault 3,5 Liter Serie ein neues Zuhause. Mit 3 Siegen wurde er Dritter in der Meisterschaft. Fast hätte es direkt zum Titel gereicht, doch wegen eines Verstoßes gegen das technische Reglement wurden ihm 15 Punkte für das Rennen in Misano abgezogen, die ihm die Meisterschaft gebracht hätten.

Maldonado fährt 4 Jahre GP2

Als Trostpflaster gab es 2007 immerhin einen Platz in der neuen GP2-Serie, wo er für das Trident Team an den Start ging. Im vierten Rennen feierte er direkt den ersten Sieg. Für einen vorderen Platz in der Meisterschaft reichte es trotzdem nicht. Nach einem Bruch des Schlüsselbeins musste er die letzten 7 Rennwochenenden pausieren.

2008 wechselte er zum Piquet Sports Team und landete mit einem Sieg und 5 Podiumsplätzen auf Rang 5. Mit ART gelangen 2009 sogar 2 Siege, aber am Ende nur Platz 6 in der Meisterschaft. Das Interesse der Formel 1 hielt sich allerdings in Grenzen und so hing Maldonado 2010 noch eine GP2-Saison dran. Im vierten Jahr in der Nachwuchsklasse gelang endlich das Meisterstück. 6 Siege reichten zum Titel, auch wenn es Maldonado mit 5 punktlosen Wochenenden zum Ende der Saison noch einmal spannend machte.

Formel 1-Einstieg bei Williams

Endlich stieg auch das Interesse in der Formel 1 an dem neuen GP2 Champion. Doch das lag weniger an seinen Erfolgen als an seiner finanziellen Mitgift. Der venezuelanische Ölkonzern PDVSA schnürte ein nettes Sponsorpaket, zu dem Williams nicht Nein sagen konnte. Nico Hülkenberg musste für Maldonado Platz machen und das Cockpit neben Barrichello abgeben.

In der ersten Saison in der Formel 1 schlug sich der Rookie achtbar. Das Qualifying-Duell gegen den deutlich erfahreneren Teamkollegen Rubens Barrichello war lange ausgeglichen. Auch in den Rennen machte Maldonado eine ordentliche Figur. Dass am Ende nur ein einziger WM-Punkt heraussprang, lag mehr am langsamen und unzuverlässigen Auto als am Fahrer.

Erster Formel 1-Sieg in Barcelona

Das Jahr 2012 sollte dann endgültig den Durchbruch für Maldonado bringen. Nach etwas Pech bei den Übersee-Rennen zum Saisonauftakt platzte in Barcelona der Knoten. Nachdem Lewis Hamilton im Qualifying disqualifiziert wurde, übernahm der Venezolaner die Pole Position - und das am Tag der Feier zu Frank Williams' 60. Geburtstag. Am Rennsonntag sollte es noch besser kommen. In einem spannenden Duell mit Lokalmatador Fernando Alonso setzte sich Maldonado am Ende durch und feierte den ersten Grand Prix-Sieg.

Wie nah Freud und Leid in der Saison 2012 für den Nachwuchsmann beinander lagen, zeigte sich nach dem Rennen. Kaum war das Siegerfoto im Kasten brach in der Williams-Garage ein Feuer aus. In den Rennen danach hatte man fast das Gefühl, als laste ein Fluch auf dem Piloten. 9 Mal blieb Maldonado ohne Punkte - trotz teilweise glänzender Quali-Resultaten. So landete er trotz des Sieges am Ende des Jahres nur auf Rang 15 in der Fahrerwertung.

Die Pechsträhne setzte sich auch 2013 fort. Gemeinsam mit seinem neuen Teamkollegen Valtteri Bottas litt Maldonado unter dem nicht konkurrenzfähigen Williams. Große Höhepunkte gab es nicht. Mit nur einem einzigen WM-Punkt landete der Südamerikaner auf Rang 18 in der WM. Frustriert ließ er seinen Vertrag bei Williams auflösen und wanderte mit seinen Sponsor-Millionen in Richtung Lotus ab.

Doch dieses Entscheidung hat Maldonado mittlerweile wohl bereut. Während sein altes Team plötzlich um Siege kämpfte, traf der Neuling bei Lotus im Moment der sportlichen Talfahrt ein. Das Auto erwies sich als zu langsam und unzuverlässig. Maldonado kämpfte mit Teamkollege Romain Grosjean oft auf verlorenem Posten. Am Ende sprangen nur 2 magere Zähler für den Piloten heraus, der als Ziel den WM-Titel ausgegeben hatte.

2015 setzte erneut keine Steigerung ein. Lotus kämpfte trotz der Sponsormillionen von Maldonado mit finanziellen Problemen. Und auch der Pilot kam nicht so recht in Schwung. Während Teamkollege Grosjean wenigstens einmal aufs Podium fahren konnte, bestätigte Maldonado regelmäßig seinen Ruf als Crashpilot. Das Stallduell ging deutlich verloren. Als dann auch noch PDVSA die Unterstützung versagte, blieb Maldonado 2016 ohne Cockpit. Nach 5 Jahren und einem Sieg war die Formel 1-Karriere beendet.

(Stand: 02/2016)