Jari-Matti Latvala hat bereits im Alter von acht Jahren begonnen, die Straßen seiner westfinnischen Heimat Töysä unsicher zu machen. Praktischerweise war Vater Jari Latvala ebenfalls im Rallye-Sport aktiv und lieh dem Sprössling seinen Ford Escort für erste Drift-Lehrstunden. Später testete Latvala Junior dann die Querfahr-Tauglichkeit des väterlichen Opel Ascona auf den zugefrorenen Seen in der Umgebung.
Latvala startet WM-Karriere im Subaru
Es ist also nicht verwunderlich, dass der Brillenträger bereits im Alter von 17 Jahren selbst aktiv in der Rallyesport einstieg. In Wales endete das Debüt in einem Mitsubishi Lancer auf dem 17. Platz. In den Jahren darauf startete Latvala mit seinem neuen Co-Piloten Miikka Anttila immer wieder bei ausgewählten WM-Läufen. Neben Auftritten in der Gruppe N und der Junior WRC saß Latvala 2003 für kurze Zeit auch schon in einem Focus WRC.
2006 nahm Latvala an insgesamt elf WM-Läufen teil. Dabei trat er hauptsächlich im Subaru Impreza WRX STI an, durfte aber auch erneut im Focus WRC und in einem Corolla WRC Erfahrung sammeln. In diesem Jahr gewann der Finne auch die Produktionswagen-Wertung. Neben dem privat eingesetzten Impreza durfte das aufstrebende Talent in der Saison 2007 bereits erste Einsätze im Ford-Kundenteam Stobart fahren.
Sprung in die Weltspitze
Beim Privatteam des britischen Logistikunternehmens fand der Jari-Matti Latvala 2007 auch endlich ein festes Cockpit. Mit konkurrenzfähigem Material fuhr der Youngster insgesamt acht Mal in die Punkte bevor er beim vorletzten Saisonlauf in Irland auf Rang drei das erste Mal das Podium besteigen durfte.
Nach diesem guten Eindruck hatte Ford Sportchef Malcolm Wilson keine andere Wahl als das Nachwuchstalent als Nachfolger für den zurückgetretenen Marcus Grönholm ins Ford-Werksteam zu rufen. Gleich bei der zweiten Rallye 2008 in Schweden schien Latvala mit seinem ersten Rallyesieg das Vertrauen zurückzuzahlen.
Latvala kann Erwartungen zunächst nicht erfüllen
Doch im Laufe der Saison konnte er seinen Teamkollegen Mikko Hirvonen im Kampf um die WM-Krone nicht wie gewünscht unterstützen. Auf dem ungeliebten Asphalt in Spanien und auf Korsika wurde Latvala sogar wieder zurück zu Stobart abgestellt. Im Gesamtklassement musste er sich mit Rang vier begnügen.
Auch 2009 lief es alles andere als optimal. Zu oft demolierte Latvala mit spektakulären Abflügen seinen Focus. Nur in Sardinien gelang Latvala ein Sieg. Zu wenig: Für 2010 wurde der junge Finne ins zweite Glied gerückt. Seine einzige Aufgabe sollte es sein, Mikko Hirvonen im Kampf um die WM zu unterstützen.
Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Befreit vom Druck, Rallyes gewinnen zu müssen, fuhr Jari-Matti Latvala deutlich konstanter in die Punkte. In Finnland und Neuseeland stand der Ford-Pilot sogar ganz oben auf dem Treppchen. Am Ende der Saison stand nur Sebastien Loeb im WM-Klassement vor Latvala. Mit dem "Titel" des Vizemeister waren nun endlich auch die Kritiker verstummt.
Latvala wird Nummer eins bei Ford
2011 wollte er endlich den Angriff auf den Titel wagen, doch daraus wurde wieder nichts. Vor allem zur Mitte der Saison verlor der Blondschopf zu viele Punkte. Gegen Ende des Jahres musste er zumeist für Teamkollege Hirvonen bremsen, um dessen WM-Chancen zu erhöhen. So blieb am Ende nur ein vierter Platz in der Fahrerwertung.
Dennoch ging Latvala gestärkt aus der Saison 2011. Im Winter verabschiedete sich die nominelle Nummer 1 Mikko Hirvonen aus dem Team in Richtung Citroen. Die Ergebnisse werden zeigen, ob Latvala diese Rolle übernehmen kann. Neuer Teamkollege wurde Petter Solberg.



