Als Marcus Grönholm 2007 seinen Rücktritt aus der WRC bekanntgab, verließ einer der größten Stars die Rallye Szene. Gleichzeitig überließ der schlaksige Finne seinem ehemaligen Dauerrivalen Seabstien Loeb das Feld. Erst 2009 lockte ihn ein Angebot des britischen Prodrive-Rennstalls wieder in die WM. Beim Gastspiel in Portugal musste "Bosse" allerdings vorzeitig aufgeben.
Grönholms Rücktritt vom Rücktritt
Das Rallye-Feuer war damit aber noch längst nicht erloschen. Und so ging Grönholm auch 2010 bei der ersten Rallye des Jahres in Schweden an den Start. Pech mit der Technik ließen den Finnen am Ende punktlos dastehen. Doch die Zeiten zeigen, dass Magic Marcus noch lange nicht aufs Abstellgleis gehört.
Seine lange und erfolgreiche Karriere begann Grönholm 1989 im Lancia Integrale. Mit einem 23. Platz feierte er in Finnland sein WM-Debüt. In den Jahren darauf folgten im Toyota Celica immer wieder sporadische Auftritte in der Rallye-WM. 1993 gab es auch erstmals etwas Zählbares für das Punktekonto. Für den zehnten Platz in Finnland gab es einen Zähler.
Grönholm sammelt zwei WM-Titel mit Peugeot
Trotz einiger Beinahe-Podiumsplätze musste Grönholm aber bis ins Jahr 2000 warten, bis er seine erste komplette Saison für Peugeot fahren durfte. Viel erfolgreicher hätte das Debütjahr im kleinen 206 WRC nicht laufen können. Mit vier Siegen sicherte sich das Talent aus Kauniainen den ersten Titel.
Nach einem etwas schwächeren Jahr mit vielen Ausfällen wieder holte Grönholm das Meisterstück in der Saison 2002. Danach lief es allerdings nicht mehr rund für den Finnen. Einem sechsten Platz in der WM 2003 folgte ein fünfter Gesamtrang 2004. Mittlerweile war Peugeot auf den deutlich längeren 307 umgestiegen, der allerdings noch an vielen Kinderkrankheiten litt. Im zweiten Jahr mit dem neuen Auto lief es 2005 etwas besser. Punktgleich mit Petter Solberg musste sich Bosse allerdings deutlich dem neuen Superstar Sebastien Loeb geschlagen geben.
Zweite Karriere mit Ford
Nach dem Jahr 2005 stieg Peugeot aus und Grönholm musste sich ein neues Cockpit suchen. Mit Ford wurde man sich schnell einig. Der Finne sollte die Siegesserie von Loeb stoppen. 2006 verpasste er die Meisterschaft um nur einen einzigen Punkt. Allerdings musste sein Rivale wegen einer Verletzung die letzten vier Rennen pausieren. 2007 sah alles nach dem dritten Titel für Grönholm aus. Doch mit vier Punkten Vorsprung im Klassement schmiss der Ford Pilot seinen Focus zwei Rennen vor Saisonende in Irland in die Mauer. Wieder hatte Loeb am Ende die Oberhand.
Danach beendete Grönholm offiziell seine Rallye-WM-Karriere. Starts in der skandinavischen Rallyecross-Serie zeigten aber schnell, dass er nicht so leicht aus dem Auto zu vertreiben ist. Auch beim legendären Pikes Peak-Rennen ging Grönholm an den Start. Die Fans können sich wohl auch in Zukunft noch auf einige Gaststarts des sympathischen Landwirts hoffen.
(Stand: 02/2010)

