Zusammen mit seinem ebenfalls in der Rallye WM aktiven Bruder Hennings Solberg wuchs Petter in einer Motorsport verrückten Familie in Südnorwegen auf. Schon kurz nachdem er den Führerschein in der Tasche hatte, nahm der 18-jährige Solberg an ersten Rallye-Cross-Läufen und Bergrennen teil. Dabei sicherte er sich schon früh einige nationale Meistertitel.
Das Potenzial des schnellen Blondschopfs blieb auch bei den Rallye-Bossen nicht unbemerkt. Mit 24 Jahren feierte Solberg 1998 beim Lauf in Schweden sein Debüt in der Rallye-WM. Später durfte er auch noch in Wales mit der Toyota Celica an den Start gehen.
Im Jahr darauf sicherte sich Ford die Dienste des Norwegers. Als Nachwuchsmann erhielt Solberg zusammen mit seinem neuen Beifahrer Phil Mills sporadische Auftritte, bei denen er immer wieder sein Talent durchblitzen ließ. Gleich beim dritten Saisonlauf in Kenia landete Solberg im neuen Focus WRC auf Rang fünf in den Punkten. 2000 gab es erneut drei Platzierungen unter den ersten sechs für den Youngster.
Noch während der Saison lockte Prodrive Subaru das Talent mit einem Werksvertrag in ein Impreza-Cockpit. Seit Australien 2000 ist Solberg in den bekannten blau-gelben Farben des japanischen Teams unterwegs. In seiner ersten Subaru-Saison sollte es allerdings noch nicht viel zu feiern geben. Solberg konnte nur einmal aus dem Schatten seiner prominenten Teamkollegen Richard Burnd und Juha Kankkunen treten, als er bei der Akropolis erstmals das Podium bestieg.
Erst in seiner zweiten Saison ging es rapide aufwärts. Regelmäßigen Punkteplatzierungen folgte der Höhepunkt beim Saisonabschluss in Wales, als Solberg seinen ersten Rallye-Sieg einfuhr. Geschlagen nur von einem dominanten Marcus Grönholm konnte sich der Norweger am Ende über die Vizemeisterschaft freuen. 2003 sollte es sogar noch besser laufen. Mit vier weiteren Erfolgen setzte sich Hollywood in Wales die WM-Krone auf. Beim Saisonfinale konnte der Subaru-Pilot den aufstrebenden Youngster Sebastien Loeb mit einem Sieg gerade noch abfangen und mit einem Punkt Vorsprung den Titel feiern.
In den Jahren danach sollte dann allerdings Loeb zumeist die Oberhand behalten. 2004 konnte Solberg mit fünf Siegen zwar punktemäßig die erfolgreichste Saison seiner Karriere fahren, in der Meisterschaft musste er sich jedoch mit Rang zwei zufrieden geben. Auch 2005 führte wieder kein Weg vorbei am neuen Superstar Loeb. Im September in Wales feierte Solberg seinen vorerst letzten Rallye-Sieg.
Anschließend ging die Formkurve des Teams stetig bergab. 2006 und 2007 gab es nur noch sporadische Podiumsplätze. Die Ford und Citroen-Piloten dominierten das Geschehen. Der immer gut gelaunte Solberg war nicht selten ratlos und unzufrieden mit sich und seinem Auto.
2008 kam noch einmal kurzzeitig Optimismus auf, als das der Norweger beim Debüt des neuen Schrägheck-Imprezas in Griechenland gleich auf Rang zwei fahren konnte. Doch in den letzten Rennen der Saison zeigte sich, dass auch das neue Sportgerät nicht mit dem C4 und dem Focus der Konkurrenz mithalten kann.
Solberg fährt Citroen mit eigenem Team
Im Dezember 2008 folgte dann der Schock für Petter und seine Fans. Im Zuge der Finanzkrise zog sich Arbeitgeber Subaru werksseitig aus der Rallye-WM zurück. Bis zum Saisonauftakt 2009 in Irland konnte der Superstar keinen Ersatz finden. Erst für die Heimrallye in Norwegen kündigte Solberg seine Rückkehr in die Weltmeisterschaft an.
Als neues Auto fuhr der Privatier zunächst einen Citroen Xsara des Jahrgangs 2006. Nach dem veralteten Xsara folgte noch bei den letzten beiden Rallyes des Jahres der Wechsel auf den Citroen C4. Damit kam er 2010 immerhin auf Rang drei der Fahrerwertung. Vor der Saison 2011 hatte Petter sogar das Ziel formuliert, um den Titel kämpfen zu wollen. Mit dem neuen DS3 WRC bekam der Privatfahrer zunächst das gleiche Material wie Weltmeister Loeb. Nach einem verkorksten Jahr blieb aber nur Rang fünf.
Solberg kehrt zu Ford zurück
Als Mikko Hirvonen in der Winterpause vor der Saison 2012 von Ford zu Citroen wechselte, ergriff Solberg die Chance. Seitdem ist er im Ford Fiesta für das Werksteam unterwegs. Sein neuer Teamkollege heißt Jari-Matti Latvala.



