Die Motorsport-Laufbahn von Sebastien Loeb begann etwas untypisch. Bevor er im späten Alter von 21 Jahren seine Leidenschaft für den Rallye-Sport entdeckte, sammelte der im Elsass geborene Franzose seine ersten Titel im Kunstturnen. Erst im Alter von 24 Jahren nahm Super-Seb am französischen Saxo-Cup teil, wo er ein Jahr später auch seine erste größere Meisterschaft gewann. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt seiner Karriere bildete Loeb ein Duo mit seinem langjährigen Co-Piloten Daniel Elena.
Gefördert von Citroen-Sportchef Guy Fréquelin ging die Kombination Loeb/Elena 2001 in der Junior Rallye-WM an den Start. Während dieser Zeit durfte der damals 27-Jährige auch im neuen Xsara WRC bei der Rallye San Remo sein Debüt bei den Profis geben. Zur Überraschung aller fuhr Loeb auf Anhieb auf Rang zwei, geschlagen nur von Asphalt-Spezialist Gilles Panizzi.
Loeb wird von Citroen gefördert
Durch den frühen Erfolg motiviert durfte Loeb 2002 gleich an mehreren Rallyes teilnehmen, um das anstehende WRC-Engagement vorzubereiten und den Xsara unter Wettkampfbedingungen zu testen. Beim Saisonauftakt in Monte Carlo wäre dabei beinahe der erste Sieg herausgesprungen. Doch eine nachträglich ausgesprochene Zeitstrafe wegen eines illegalen Reifenwechsels ließ Loeb hinter den Sieger Tommi Mäkinnen zurückfallen. Später in der Saison konnte Loeb in Deutschland dann doch noch seinen ersten Rallye-Sieg feiern.
2003 ging es dann endlich in die erste komplette WRC-Saison mit Citroen. Um es vorwegzunehmen: Es sollte für lange Zeit die letzte Saison bleiben, in der Loeb am Ende nicht den WM-Pokal in Händen hielt. Nach drei Saisonsiegen fuhr Loeb mit einem Punkt Vorsprung zum Finale nach Wales. Um den Titel in der Teamwertung nicht zu gefährden, musste der Elsässer jedoch auf Nummer Sicherheit gehen. So behielt Subaru-Pilot Petter Solberg am Ende mit einem Pünktchen die Oberhand.
Dank des zweiten Platzes im Endklassement und der klaren Dominanz gegenüber seinen prominenten Teamkollegen Carlos Sainz und Colin McRae konnte Loeb die Saison dennoch als Erfolg verbuchen.
Loebs Siegeszug beginnt 2004
2004 begann dann der unvergleichliche Siegeszug von Sebastien Loeb. Mit sechs Saisonsiegen und sechs zweiten Plätzen sicherte er sich überlegen die Meisterschaft. Im Folgejahr setzte er mit zehn Siegen sogar noch einen drauf.
Trotz der Erfolge stellte Citroen sein Werksteam 2006 überraschend ein. Loeb musste zum privaten Kronos-Team wechseln, das allerdings von Citroen unterstützt wurde. Aber auch diese Umstellung konnte den Franzosen nicht aufhalten. Die ersten zwölf Saisonläufe beendete Loeb nie schlechter als auf dem zweiten Platz. Obwohl er an die letzten vier Rallyes wegen eines gebrochenen Arms nicht teilnehmen konnte, behielt Super-Seb am Ende einen Punkt Vorsprung vor Marcus Grönholm.
Weitere Titel mit dem Citroen C4
2007 und 2008 kehrte das Werksteam wieder zurück in die Weltmeisterschaft und Loeb erhielt mit dem Citroen C4 WRC ein neues Sportgerät. Aber auch mit neuem Material machte er dort weiter, wo er aufgehört hatte. Beim Debüt des neuen Autos gab es gleich einen Sieg in Monte Carlo. Trotz eines tapferen Kampfes konnte Marcus Grönholm die vierte Meisterschaft am Ende nicht verhindern.
Nach dem Rücktritt Grönholms konnte auch 2008 kein Konkurrent den Siegeszug von Loeb nachhaltig stoppen. Mit seinem fünften Titel machte sich Loeb zum alleinigen Rekord-Champion. Auch 2009 das gleiche Spiel, allerdings machte es der Elsässer es ein wenig spannender. Bis zum letzten Rennen führte Ford-Speerspitze Mikko Hirvonen die Tabelle an, nur um in letzter Sekunde doch noch mit einem Pünktchen geschlagen zu werden.
2011: Neues Auto und neuer Teamkollege
2010 bekamen die Fans immer noch keinen neuen Weltmeister. Loeb war wieder einmal nicht zu schlagen und machte den Titel vorzeitig klar. Spannend wurde es nur im Kampf um die weiteren Plätze. Latvala und Solberg kamen dem Franzosen am Ende am nächsten. Für 2011 war wieder mehr Spannung angesagt. Mit dem neuen Regelement gab es für alle Piloten neue Autos. Citroen ging mit dem DS3 WRC ins Rennen und Loeb erhielt mit Sebastien Ogier noch einen neuen Teamkollegen. Der Youngster konnte den Altmeister zwar mit fünf Siegen ordentlich ärgern und sorgte damit auch für Krach im Team, am Ende hieß der Champion aber wieder Loeb - zum achten Mal in Folge.



