Die Deutschland-Rallye - das sind eigentlich drei verschiedene Rallyes in sich. Auf den engen Weinberg-Prüfungen an den Hängen der Mosel müssen die Piloten präzise um die Serpentinen zirkeln. Im Saarland warten dagegen breitere Landstraßen mit hohen Geschwindigkeiten auf die Piloten.
Am anspruchsvollsten sind aber wohl die Prüfungen auf dem Militär-Stützpunkt Baumholder. Raue Asphaltplatten mit breiten Fugen sind typisch für den Panzer-Übungsplatz. Viel Dreck und Sand auf der Piste senkt zudem das Gripniveau. Zum Abschluss der Rallye-Wochenendes jagen die Boliden seit einigen Jahren über die spektakuläre Zuschauerprüfung in der Innenstadt von Trier.
Rallye Deutschland: Blick aufs Wetter-Radar
Auch das Wetter schlägt in Eifel und Hunsrück gerne mal Kapriolen. Zusammen mit Dreck und Gummiabrieb verwandelt sich die regennasse Fahrbahn innerhalb kürzester Zeit in eine gefährliche Rutschbahn. Die unsicheren Wetterprognosen machen die Reifenwahl nicht selten zum Lotteriespiel.
Sollten die Piloten die Strecke einmal verlassen drohen vor allem auf dem Truppen-Übungsplatz besondere Gefahren. Gegen die massiven Hinkelsteine, die normalerweise Panzer auf dem richtigen Weg halten sollen, haben die leichten World Rally Cars keine Chance. Auf den öffentlichen Landstraßen der Rallye Deutschland warten dagegen Leitplanken, Begrenzungsmauern und Bäume auf Einschlagsopfer.
Seitdem die Rallye 2002 in den offiziellen WM-Kalender aufgenommen wurde, konnte sich lange nur ein Pilot in die Siegerlisten eintragen. Asphaltspezialist Sebastien Loeb dominierte hier unweit seiner elsässischen Heimat, mit acht Erfolgen in Serie. Erst 2011 konnte Citroen-Kollege Sebastien Ogier die serie durchbrechen.
Rallye Deutschland im Expertencheck: Mikko Hirvonen
"Wenn man mal von dem Spezialfall Rallye Monte Carlo absieht, ist Deutschland die erste Asphalt-Veranstaltung des Jahres. Diese Rallye ist ziemlich trickreich. Die Bedingungen ändern sich oft sehr schnell. Wenn es regnet, wird es richtig kompliziert.
Meistens geht es ziemlich schnell zu. Eine sehr schwierige Veranstaltung. Im Grunde genommen handelt es sich bei der "Deutschland" um drei Rallyes in einer. Freitags wird auf sehr schmalen Straßen in den Weinbergen gefahren, am Samstag auf dem Truppenübungsplatz Baumholder und sonntags wieder auf normalem Asphalt.
In Baumholder muss man sehr auf die so genannten Hinkelsteine aufpassen, riesige Felsen, die als Fahrbahnmarkierung dienen. Es gibt keinen finnischen Ausdruck für Hinkelstein. Ich kann es bloß auf Englisch ausdrücken, was es heißt, gegen so einen Felsen zu fahren: "Oh shit! It´s a killer." An den besonders gefährlichen Stellen wurden die Hinkelsteine inzwischen aber zum Glück entfernt."



