Bei der Rallye Griechenland werden Mensch und Material vom ersten bis zum letzten Kilometer einen extremen Belastungsprobe unterzogen. Felsen, Steine und Geröll - die harten Schotterpisten bieten nicht viel Abwechslung. Mitten im Sommer gibt es sicherlich Schöneres als bei 40°C über staubige Geröllhalden zu brettern. Auf den hügeligen Bergen dringt der Staub in jede Ritze, große Felsbrocken warten nur darauf Reifen und Aufhängungsteile zu deformieren.
Rallye Griechenland: Felsen, Staub und Hitze
Die großen Steine sind es auch, die bei den Piloten immer wieder für Kopfschütteln sorgen: "Felsen so groß wie Kühlschränke", beschrieb Weltmeister Petter Solberg einmal die Hindernisse der Rallye Griechenland. Auch wenn der Norweger dabei nicht an etwas Übertreibung sparte, so müssen die mechanischen Teile auf den Marterpisten einem Extremtest bestehen.
Auch die Hitze macht der Technik zu schaffen. Durch die engen, winkligen Straßen kommen die Boliden kaum auf höhere Geschwindigkeiten. Dadurch fehlt den Aggregaten Kühlluft. Auch die Piloten müssen fit sein, um den hohen Temperaturen zu widerstehen.
Die Reifen spielen ebenfalls immer wieder eine entscheidende Rolle. Bei beschränkter Anzahl an Ersatz-Gummies an Bord müssen die Piloten mit den Pneus haushalten. Eine zu aggressive Herangehensweise kann zwar im ersten Moment ein paar Sekunden einbringen, der Zeitverlust durch einen Schaden vor dem Service ist allerdings ungleich höher. So setzt sich bei der Rallye Griechenland nicht immer reine Schnelligkeit durch, sondern oft sichern eine clevere und vorsichtige Fahrweise den Sieg.
Rallye Griechenland im Expertenurteil: Jari-Matti Latvala
"Seit die Safari-Rallye in Kenia nicht mehr zum WM-Programm gehört, ist die Akropolis-Rallye ganz klar die härteste Rallye des Jahres. Klar, es gibt auch ein paar gute Schotterstraßen, aber in den Bergen rumpelt man über unglaublich viele Felsen und durch extrem tiefe Löcher.
Es ist aber nicht in jedem Jahr gleich. Es kommt immer darauf an, wie viel es im Winter geregnet hat und wann die Planierraupe zuletzt drübergefahren ist. Hier muss man wissen, wo man angreifen kann und wo man besser etwas langsamer fährt, um das Auto zu schonen. Hier muss man seinen Kopf benutzen.
Wir fahren in Griechenland mit mehr Bodenfreiheit als bei einer normalen Schotter-Rallye, und die Radaufhängungen werden verstärkt. Es gibt hier noch einen Superlativ, die Hitze, bis zu 35 Grad im Schatten. Im Cockpit haben wir bis zu 60 Grad gemessen. Deswegen tragen wir kühlende Unterwäsche, und die Autos haben spezielle Belüftungen in den Sitzen."



