Die Rallye Italien hat nicht viel mit einem gemütlichen Ferientrip auf die Mittelmeerinsel Sardinien zu tun. Weiche aber anspruchsvolle Sandpisten, an deren Rand überall spitze Felsen auf Ausrutscher lauern, erwarten die Piloten. Vor allem auf der zweiten Schleife sind die Wege in den Hügeln der italienischen Ferieninsel oft schon aufgebrochen und reifenmordende Schotter-Brocken zeigen sich an die Oberfläche.
Auch die Aufhängungen nehmen die groben Stöße und kurzen Ausflüge abseits der Piste gerne mal krumm. Die Rallyes in Griechenland oder Zypern sind diesbezüglich allerdings noch eine Stufe gefährlicher.
Rallye Italien: Rhythmus und Konzentration
Vom technischen Schwierigkeitsgrad her, fordert die Rallye Sardinien die Piloten extrem. Eine exakte Linie ist auf den engen Prüfungen mit vielen Richtungswechseln entscheidend. Ein guter Rhythmus und volle Konzentration sind erforderlich, um voll attackieren zu können.
Das Rallye-Zentrum liegt nahe der Hafenstadt Olbia an der Costa Smeralda im nördlichen Teil der Insel. Die ersten Piloten auf der Strecke verlieren als Straßenfeger jede Menge Zeit. Beim zweiten Durchlauf haben die frühen Starter dann jedoch einen Vorteil, wenn die Piste mit jedem Auto ruppiger wird.
Rallye Italien im Expertencheck: Jari-Matti Latvala
"Auf Sardinien gefällt es mir sehr gut. Die Landschaft ist herrlich. Die Rallyestrecke führt oft zwischen großen Felsen durch. Die Pisten sind meist ziemlich schmal. Logisch, dass man in einer solchen Umgebung sehr präzise fahren muss.Der Belag der Schotterstraßen ist meist ziemlich hart, und wenn man nicht gerade als Erster in die Wertungsprüfung startet und so den Straßenkehrer spielen muss, kann man sich über den Grip nicht beklagen.
Eine Spezialität der Sardinien-Rallye sind die Sprünge. Ich glaube, dass wir hier an ein paar Stellen sogar höher hüpfen als bei der Rallye in Finnland. Das ist schon erstaunlich. Man muss aber auch sehen, dass hier die italienischen Veranstalter etwas nachgeholfen haben: Manche Sprünge sind mit Hilfe von Baumaschinen aufgeschüttet worden, um so die Show noch weiter zu verbessern. Man könnte sagen: typisch Italien halt. In Finnland gibt‘s so etwas nicht. Bei mir zu Hause ist meist alles Natur."



