Nächstes Rennen: 22. Juli 2012
Rallye Neuseeland

Kongsvingar: Rallye Norwegen

In Norwegen erwartet die Lenkradakrobaten der Rallye WM eine eiskalte Rutschpartie. Die skandinavische Schneerallye bietet zwar nicht viel Grip, aber dafür umso höhere Geschwindigkeiten.

Bei ihrem Debüt 2007 gab die Rallye Norwegen bereits ein sehr gutes Bild ab. Vor allem die Schneesicherheit, die bei der Schwesterveranstaltung in Schweden zuletzt nicht immer vorhanden war, macht die Veranstaltung zu einer festen Bank im jährlich rotierenden WM-Kalender.

Für die Piloten bietet das Driften auf Schnee immer wieder eine gelungene Abwechslung zum üblichen Asphalt- und Schotteralltag. Dabei müssen sich Teams und Fahrer ganz besonders auf den rutschigen und weichen Untergrund einstellen.

Gefahren wird auf ultraschmalen spikebesetzten Gummis, die sich im Idealfall in den vereisten Untergrund krallen. Ähnlich wie bei Schotter-Rallyes hat der erste Pilot auf der Strecke einen Nachteil, da die weiche Schneeauflage zunächst von der Bahn gefegt werden muss.

Wer sich ein wenig von der Ideallinie heraustragen lässt, muss auf die Standfestigkeit der Schneewälle hoffen, die das Auto wieder in die Mitte der Piste befördern. Das Anlehnen an die weichen Banden ist teilweise sogar notwendig, um nicht zu viel an Geschwindigkeit zu verlieren. Ist man dabei jedoch zu ungestüm unterwegs oder erwischt eine zu weiche Schnee-Bank, kann das riskante Spiel schnell abseits der Piste an einem Baum enden.

Auf den längeren Gerade außerhalb der Wälder erreichen die Boliden sehr hohe Geschwindigkeiten. Wenn die Spikes guten Grip bieten, wächst auch das Vertrauen der Piloten. Keine Startschwierigkeiten haben üblicherweise die skandinavischen Piloten, die gegenüber den Südeuropäern auf heimischen Grund in der Regel im Vorteil sind.

Das Rallye-Zentrum liegt in der Stadt Hamar, wo 1994 auch Wettbewerbe der olympischen Winterspiele ausgetragen wurden. Der Service-Park ist im so genannten Wikingerschiff untergebracht, einer großen Mehrzweckarena, die einem umgekehrten Bootsrumpf gleicht. Dass der Service seine Zelte nicht im Freien aufschlagen muss, ist angesichts von Temperaturen von bis zu 30 Minusgraden sicherlich keine schlechte Idee.

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