Obwohl die Rallye Portugal nicht regelmäßig zum WM-Kalender gehörte, so hat sie doch eine lange Tradition. Seit 1973 werden Läufe der Rallye-Weltmeisterschaft auf den portugiesischen Schotter-Pfaden ausgetragen. Seit 2009 grollten die WRC-Boliden aber wieder im Jahresrhythmus durch die malerischen Hügel der Regionen Algarve und Alentejo.
Der Service-Park ist in Faro angesiedelt. In einem Stadion beziehen die Teams regelmäßig ihr Quartier. Hier werden auch regelmäßig die Super Specials ausgetragen, deren Verlauf und Untergrund in den vergangenen Jahren oft verändert wurde.
Rallye Portugal schnell und gefährlich
95 Prozent der Rallye sind die Boliden allerdings auf Schotter unterwegs. Das sandige Geläuf gehört von der Materialbelastung zwar nicht in eine Kategorie mit den Tortouren in Griechenland oder der Türkei, allerdings bergen die winkligen Hügelprüfungen im Süden Portugals ihre eigenen Gefahren.
Die flüssige Berg- und Talbahn verleitet die Piloten gerne zu erhöhtem Risiko, was wegen der relativ hohen Geschwindigkeiten auch schnell zu heftigen Crashs führen kann. Hinter dem Pistenrand warten zumeist tiefe Böschungen und Hänge, in denen schon so mancher Rallye-Pilot seine Siegeshoffnungen unsanft begraben musste.
Rallye Portugal im Expertenurteil: Jari-Matti Latvala
"Diese Schotterstraßen gehören zu den schwierigsten der Welt. Natürlich ist es auch in Finnland nicht einfach, schnell zu fahren, aber dort ist der Streckenverlauf irgendwie natürlicher. In Portugal gibt es jede Menge blinde Kuppen. Oft sieht es so aus, als würde es danach links gehen; in Wirklichkeit macht die Straße einen Rechtsknick.
Natürlich haben wir einen Aufschrieb, wo es korrekt vermerkt ist. Aber komisch ist es trotzdem. Einfach ist es nicht, das Gebetbuch zu erstellen, da wir beim Besichtigen extrem langsam fahren müssen. Die Oberfläche ist ziemlich hart, man hat daher ganz ordentlich Grip.
Problematisch kann es werden, wenn man ein bisschen zu weit hinausdriftet. Unmittelbar neben der Piste liegen nämlich oft riesige Steine herum. In Portugal hatte ich den schlimmsten Unfall meiner Laufbahn. Ich war auf einer der Kuppen etwas zu schnell. Das Auto wurde hochkatapultiert und sprang über die Leitplanke. Dann haben wir uns endlos überschlagen."

