Von Gesamtsiegen kann Volkswagen-Neuzugang Sebastien Ogier in der Rallye-WM 2012 nur träumen. Der frischgebackene VW-Werksfahrer startet mit einem Skoda Fabia S2000 in der SWRC, also in der zweiten Liga der WM. Diese so genannten Super 2000-Autos unterscheiden sich von den World Rally Cars vor allem durch den Motor: Die Super 2000-Autos werden von rund 270 PS starken Zweiliter-Saugmotoren befeuert. Die 1.600er-Maschinen der WRC-Boliden leisten dank Zwangsbeatmung durch Turbolader stramme 300 PS - trotz der Ladedruckbegrenzung auf 2,5 bar.
VW-Team startet mit Skoda-Einsätzen
Die WRC-Autos sind pro Kilometer rund drei bis vier Sekunden schneller als die SWRC-Autos. Dies legt die Vermutung nahe, dass der Leistungsunterschied weit größer sein muss als die nominellen 30 PS. Denn über Allradantrieb verfügen beide und auch beim Gewicht - 1.200 Kilogramm - gibt es keine Unterschiede. Lediglich in Sachen Aerodynamik gelten für die WRC-Autos mehr Freiheiten.
Natürlich steht für die Männer rund um Sportchef Kris Nissen nicht das Gewinnen in der subalternen SWRC-Klasse im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, Erfahrungen zu sammeln im WRC-Umfeld. "Die Mannschaft soll für 2013 trainieren", sagt der Däne, der sein Team in den letzten drei Jahren bei der Dakar-Rallye in Südamerika jeweils zum Gesamtsieg geführt hatte.
Polo WRC ab 2013 in der WM
Die wichtigste Aufgabe für die VW-Motorsportler ist es aber, dem Polo WRC das Laufen beizubringen. "Rund 20 Tests mit je drei Tagen sind vorerst angesetzt", verrät Konstrukteur François-Xavier "FX" Demaison. Tpyisch deutsche Gründlichkeit also? "Nein", winkt Demaison ab. "Der Zeitplan entspricht genau demjenigen, den Citroën vor zwei Jahren bei der Entwicklung des DS3 WRC hatte."
Neben Stammfahrer Ogier bekommen zwei junge Talente die Gelegenheit, ihre Qualitäten zu zeigen: Andreas Mikkelsen, 22, aus Norwegen und der gleichaltrige Holländer Kevin Abbring haben die große Chance, sich durch ihre Fahrten im Skoda Fabia für ein Polo WRC-Cockpit im Jahr 2013 zu empfehlen.



