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Citroen C4 WRC Hybrid4: Dani Sordo testet Rallye-Hybrid in Portugal

Citroen treibt die Entwicklung des Hybrid-Antriebs in der Rallye-WM voran. Dani Sordo legte nach der Rallye Portugal einen Extra-Testtag mit dem C4 WRC Hybrid4 in der Nähe von Faro ein.

Der geneigte Rallye-Fan will seinen Ohren nicht trauen. Da nähert sich ein Citroen C4 World Rally Car, und zu hören ist - nichts. So geschehen am Tag nach der Rallye Portugal, von der Citroen-Pilot Sebastien Loeb mit voller Punktzahl nach Hause in die Schweiz abreiste. Sein Teamkollege Dani Sordo verweilte noch einen Tag länger in der Nähe der portugiesischen Stadt Faro. Denn auf ihn wartete eine besondere Aufgabe.

Extra-Power dank Hybrid-Antrieb

Der Spanier sollte den Citroen WRC Hybrid4 ausführen und neue Erkenntnisse über das mit einem Hybrid-Antrieb ausgestattete World Rally Car liefern. Die Mannschaft von Citroen Racing stellte das Concept Car bereits auf dem Pariser Autosalon im vergangenen Jahr vor und sorgte damit für Aufsehen. Vor dem Start der Rallye Norwegen chauffierte der fünffache Rallye-Weltmeister Sebastien Loeb den norwegischen Premierminister Jens Stoltenberg im C4 WRC Hybrid4 über die verschneiten Pisten rund um Oslo.
 
Dani Sordo trieb die Entwicklung des zweifarbig lackierten C4 WRC Hybrid4 nun weiter voran. Die Basis für den Boliden bildet das aktuelle C4 World Rally Car. Die Ingenieure verpflanzten dem Allradler zusätzlich einen 125 kW starken Elektromotor, der seine Kraft jedoch ausschließlich an die Hinterräder abgibt. Für die Stromversorgung sorgen 990 Lithium-Ionen-Zellen, die ihren Platz auf dem Benzintank finden. Das sorgt zwar für 150 Kilogramm Mehrgewicht, stellt jedoch gleichzeitig auf Knopfdruck reichlich Zusatz-Leistung parat.
 
"Dieses von Citroen Racing entwickelte System erlaubt es dem Fahrer, zwischen vier Modi zu wählen", erklärt Renningenieur Didier Clement. "Im Verbrennungs-Modus fährt sich der C4 WRC Hybrid4 exakt wie der aktuelle C4 WRC. Wenn der Fahrer die Energierückgewinnung aktiviert, verbessert sich die Bremsleistung und die Batterien laden sich bei jedem Bremsvorgang auf." Neben diesen beiden Optionen steht dem Piloten auch der rein elektrische Antrieb mit Energierückgewinnung zur Verfügung. Diesen können Loeb & Co. beispielsweise auf den Verbindungsetappen oder im Servicepark nutzen und damit emissions- und nahezu geräuschfrei dahingleiten. Im sogenannten Boost Mode agieren Verbrennungs- und Elektromotor zusammen und sorgen somit für bis zu 300 zusätzliche Newtonmeter. Beide Motoren sind an den selben Antriebsstrang gekoppelt. Im Elektromodus kann der Fahrer über die Schaltpaddel hinter dem Lenkrad zwischen Vörwärts-, Rückwärtsgang und Neutralstellung wählen.

Dani Sordo beeindruckt

Dani Sordo zeigte sich nach dem Test des C4 WRC Hybrid4 auf engen Asphaltstraßen begeistert: "Im Elektromodus kannst Du ohne Lärm oder Abgase zu verursachen durch die Dörfer fahren - sehr ungewöhnlich für ein Rallyefahrzeug. Es schont die Umwelt und ist auch im Cockpit aufgrund des fehlenden Geräuschpegels deutlich komfortabler. Unter Wettbewerbsbedingungen ist das Fahrverhalten etwas anders als das des normalen C4 WRC, da mehr Gewicht auf der Hinterachse lastet. Wenn beim Beschleunigen die Boost-Funktion einsetzt, ist das schon beeindruckend. Insgesamt ist das Feeling mit dem C4 WRC Hybrid4 das gleiche wie mit dem normalen Rallyefahrzeug.“

Citroen will mit der Erprobung des C4 WRC Hybrid4 für eine eventuelle Einführung des Hybrid-Antriebs in der Rallye-WM gewappnet sein. "Wenn das Reglement irgendwann den Einsatz der Hybrid-Technologie erlaubt, sind wir in der Lage, direkt zu reagieren", heißt es im Lager der Franzosen.

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Manuel Dohr

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