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David Richards begrüßt Mousse-Reifen-Verbot

Foto: McKlein 50 Bilder

Der Vermarktungschef der Rallye-Weltmeisterschaft hält die Abschaffung der Mousse-Reifen ab 2008 nicht für ein Drama. Statt Bedenken über Sicherheit und Zuverlässigkeit zu schüren, glaubt der frühere Beifahrer eher an zusätzliches Spektakel.

26.07.2006 Markus Stier

Jedes Mal, wenn sich Stimmen erhoben, die die nahezu unzerstörbaren, aber sündhaft teuren Mousse-Reifen verbieten wollten, gab es einen Aufschrei unter den Fahrern. Die äußerten schwere Sicherheitsbedenken.

Nun hat die Sportbehörde FIA das Verbot durchgepaukt, ein Einheitsreifen wird kommen, und Rallye-WM-Chef David Richards sieht weniger Probleme als vielmehr die Chancen: "Wenn es nur noch einen Reifen gibt, kann dieser eher auf Zuverlässigkeit als auf Haftung konstruiert werden. Wenn er weniger Traktion bietet, wird das Spektakel für Zuschauer und TV-Sender noch besser", sagt Richards.

Unbemerkte Reifenschäden

Das Argument, es werde künftig reihenweise Plattfüße geben, lässt Richards nicht gelten: "Pirelli hat traditionell wiederstandsfähige Reifen ohne Mousse gebaut. Ich bin sicher, jeder andere Hersteller kann das auch."

Besagter Hersteller wird ab 2007 die Michelin-Tochter BF Goodrich sein. Michelin war Vorreiter in der Technik, Reifen mit unter Luftdruck komprimierten Moosgummipolstern auszustatten, die sich bei Luftverlust ausdehnen, und die Stabilität des Reifens so effizient verbessern, dass die Fahrer den Schaden zuweilen gar nicht bemerkten. Da Pirelli in der Mousse-Technik etwas hinterherhinkte, und das Rettungssystem zudem einen Gewichtsnachteil hat, verlegte sich der italienische Hersteller zeitweilig auf extrem robuste "normale" Schotterreifen.

Mousse-Reifen nicht unumstritten

Die Mousse-Technik ist nicht unumstritten. Einerseits treten nach wie vor Defekte auf, die zuweilen zu extremen Vibrationen führen, zudem hat sich die Technik im Serienautomobilbau nie durchgesetzt. Schließlich erhöhten die Mousse-Gummis gerade bei Asphalt-Rallyes die Risikobereitschaft der Fahrer, die ohne Angst vor Schäden auch mit Niederquerschnittsgummis rücksichtlos neben dem Straßenrand räubern können.

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