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Ford riskierte WM-Titel

Foto: McKlein 44 Bilder

Seit 1979 hat Ford keinen Rallye-WM-Titel mehr gewonnen. Trotz der guten Titelchancen setzte das Team um Malcolm Wilson in Zypern auf volle Attacke statt auf sicheres Punktesammeln. Die Schlacht ging verloren, aber der Krieg noch längst nicht.

26.09.2006 Markus Stier

Die zwölfte Prüfung war gerade gefahren, da trafen sich Marcus Grönholm und Titelverteidiger Sébastien Loeb an einer Zeitkontrolle. "Du könntest jetzt mal ein bisschen langsamer machen“, flachste Ford-Mann Grönholm, der mit dürren acht Sekunden in Führung lag. "Nein, du!“ antwortete Citroën-Star Sébastien Loeb grinsend.

Am Abend war es wie so oft: Loeb führte mit 21 Sekunden, nachdem man bei Ford realisiert hatte, dass der Franzose die bessere Reifenwahl getroffen, und Grönholm sich kurz gedreht hatte, wobei er den Rhythmus verlor. Grönholm war Zweiter, Teamkollege Hirvonen sicherer Dritter, bei bezogenen Positionen hätte Ford den Rückstand in der Marken-Wertung von elf auf acht Zähler reduziert.

Martin Short: "Hoffen, dass Loeb noch schläft"

Doch statt Punktesicherung entschied man sich zur Attacke am Sonntagmorgen. "Wir wollen gewinnen", sagte Technikchef Christian Loriaux. "Wir haben ausgerechnet, dass Marcus 0,2 Sekunden pro Kilometer aufholen mus, das hat er in Japan auch geschafft“, rechnete Ford-Taktikchef Martin Short vor. Zudem glaubte man festgestellt zu haben, dass Loeb jeweils am Morgen noch etwas schläfrig fährt.

Auf der ersten Prüfung mit 24 Kilometern Länge holte Grönholm zum großen Schlag aus und erlebte eine böse Überraschung. Nachdem das Team die ersten Zwischenzeiten des übermächtigen Loeb auf den Computern sah, wurde der Angriff abgebrochen. Der frustrierte Grönholm kam um weitere sieben Sekunden geschlagen ins Ziel.

Marc van Dalen: "Fehler nicht akzeptabel"

Immerhin wurde das Team für seinen Sportsgeist nicht bestraft. Ganz im Gegenteil: Ein später Unfall von Loeb-Teamkollege Sordo kostete Citroën einen weiteren Punkt. Noch vier Rallyes (Türkei, Australien, Neuseeland, Großbritannien) stehen an- alle auf Schotter. Ford hat nicht nur das bessere Auto, sondern auch fahrerisch die besseren Karten.

Grönholm-Kollege Mikko Hirvonen ist auf Schotter Citroën-Junior Daniel Sordo noch überlegen, zumal für den Spanier alle verbleibenden Rallyes Neuland sind. Selbst weitere Loeb-Siege reichen nicht, wenn Grönholm regelmäßig Zweiter wird und Hirvonen klar vor Sordo ins Ziel fährt. Dementsprechend dünn ist das Nervenkostüm von Citroën-Teamchef Marc van Dalen nach dem Sordo-Unfall in Zypern: "Daniel muss erkennen, dass auf solch einem Niveau solche Fehler nicht akzeptabel sind.“

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