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Kimi Räikkönen: "Größte Herausforderung meines Lebens"

Highlights GP Belgien 2009

Mit Kimi Räikkönen verliert die Formel 1 einen ihrer bekanntesten Namen an die Rallye-Konkurrenz. "Ich will wissen, wie gut ich bin", begründete der Finne den Wechsel und bezeichnete ihn als größte Herausforderung seines Lebens.

Er zeigt nicht viele Emotionen und er ist kein Mann lauter Worte. Er ist einfach nur schnell. Und weil er so anders ist als die meisten großen Rennfahrer, ist Kimi Räikkönen unglaublich populär bei den jüngeren Fans. Im kommenden Jahr muss die Anhängerschaft des Icemans allerdings das Terrain wechseln. Der Formel 1-Weltmeister von 2007 wird erstmals die komplette Saison in der Rallye WM bestreiten.

Im Red Bull-Hausmagazin "Red Bulletin" erklärte Räikkönen nun, warum er sich für den Start im Citroen Junior Team entschied: "Ich habe auch mit einem anderen F1-Team für nächste Saison verhandelt, aber es hat nicht zu hundert Prozent gepasst. Dann kam Red Bull und machte mir das Angebot, eine ganze Saison im World Rally Car zu bestreiten. Das fühlte sich in der Sekunde richtig an."

Erfahrung abseits befestigter Straßen

Dabei sind die unbefestigten Straßen für den 30-Jährigen kein unbekanntes Geläuf. Nachdem er jahrelang zumeist per Quad und Snowmobil spaßeshalber durch die finnischen Wälder bretterte, feierte der Iceman im Vorjahr erstmals sein offizielles WM-Debüt bei der "Finnland". Mit einer Seitwärtsrolle beendete er das Abenteuer jedoch vorzeitig. "Der ist nicht passiert, weil ich zu schnell war, im Gegenteil. Das Auto hat bereits zu zerfallen begonnen, ich wollte es nur mehr ins Service tragen. Beim Anfahren dieser Linkskurve hat meine Linie um vielleicht zwei, drei Meter nicht gestimmt, und wir haben uns überschlagen", erinnert sich Räikkönen.

Allerdings war das nicht sein erster heftiger Crash. "Ich war vierzehn und habe den Lada meines Bruders gerollt", berichtet der Formel 1-Star über seine Lehrjahre. "Wir hatten eine Drei-Kilometer-Runde bei uns in Espoo. Marcus Grönholm hat auch hier trainiert, bevor er berühmt wurde. Ich habe die Hinterachse überbremst und mich zweimal überschlagen. Leider ist bei dem Unfall auch der Überrollbügel gebrochen."

"Ich will wissen, wie gut ich bin"

Das Rallye-Fieber brannte aber auch trotz solcher Rückschläge weiter. "Es ist ganz sicher die größte Herausforderung in meinem Leben als Sportler. Ich muss alles von vorn lernen. Ich will wissen, wie gut ich bin. Um letzte Klarheit über seine Qualitäten zu kriegen, muss man sich der Competition stellen. Genau darum geht es", blickt Kimi ehrgeizig nach vorne. "Ich bin aufgeregt und neugierig."

Was die sportlichen Ergebnisse betrifft, will der Finne den Ball erst einmal flach halten. "Die ersten Rallyes werden sicher hart. Meine Lernphase hat noch nicht einmal begonnen. Die vier Top-Jungs sind unerreichbar. Von einem Sébastien Loeb würde man auch nicht erwarten, dass er im F1-Auto schneller ist als Sebastian Vettel."

Kein endgültiger Abschied von der Formel 1

Räikkönen tritt aber nicht an, um nur hinterherzufahren. Irgendwann sollte auch der Titel in greifbare Nähe kommen. Die Meisterschaft in der WRC würde ihm nach eigener Aussage mehr bedeuten als der Formel 1-Titel. Bis dahin kann es aber noch etwas dauern. "Ich stehe am Anfang und ahne, wie weit der Weg ist." Bisher war noch kein Pilot Meister in beiden Serien. "Auch das macht es interessant."

Eine Rückkehr in die Formel 1 will er aber auch noch nicht entgültig ausschließen. "Hie und da werde ich mir schon ein Rennen im TV anschauen. Vielleicht fahre ich gaudihalber auch zum Grand Prix nach Monaco. So wie es jetzt aussieht, kriege ich jederzeit wieder ein F1-Cockpit. Aber will ich das? In der Formel 1 passieren momentan unangenehme Dinge, ein Hersteller nach dem anderen steigt aus und verkauft sein Team. Ich bin froh, dass ich mir darüber im Moment keine Gedanken machen muss. Mein Fokus liegt auf der Rallye-WM. In einem Jahr reden wir weiter."

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