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Mexiko

Solberg patzt, Loeb siegt

Foto: McKlein

Update+++Petter Solberg sah schon wie der klare Tagessieger aus, kassierte wegen fremder Hilfe dann aber fast fünf Minuten Zeitstrafe und musste den Spitzenplatz an Citroen-Pilot Sébastien Loeb abtreten. Teamkollege Sainz wurde Dritter.

12.03.2004

Nach dem zeremoniellen Start - einer echten Fiesta Mexikana - tobten heftige Gewitter über dem Rallye-Gebiet. Sie erhöhten den Schwierigkeitsgrad der fast allen Piloten unbekannten Pisten noch mehr und sie erschwerten die ohnehin schon äußerst diffizile Reifenwahl. Denn: Nach dem neuen Reglement mussten sich die Teams schon vier Wochen vor dieser Rallye auf unbekanntem Terrain, unter nicht berechenbaren klimatischen Verhältnissen für jene 60 Reifen pro Auto entscheiden, die sie benutzen wollten. Carlos Sainz: "Eine unglaubliche Dummheit!“ Und: Erstmals in einer Schotter-Rallye durften keine Schotter-Spione als Vorauskommando auf die Strecken.

Bei frühlingshaften Temperaturen um 14 Grad gingen unter wolkigem Himmel und Gewitterdrohung 54 Teams von Leon aus in den kürzesten der drei Rallye-Tage: Zu absolvieren waren am Freitag (12.3.) bei einer Gesamtstrecke von 402,25 Kilometern nur 108,03 Kilometer Sonderprüfungen, aufgeteilt in vier Wertungsprüfungen. Nach jeweils zwei Prüfungen stand ein Service unter Dach im voll klimatisierten Poliforum - einem Highlight dieser Rallye - an.

Citroen contra Subaru, Peugeot verhalten

Petter Solberg, erstmals unterwegs auf seinem neuen Subaru Impreza der letzten Evolutions-Stufe, setzte die erste Bestzeit dieser Rallye - nicht zuletzt dank seiner Pirelli-Reifen. Er hatte eine sehr schmale Version gewählt, während seine Konkurrenten auf Michelin mit breiteren Pneus unterwegs waren. Zweiter in der ersten, 29,06 km langen, Prüfung wurde Marcus Grönholm (Peugeot), dicht gefolgt von Markko Märtin (Ford). Sebastien Loeb (Citroen) und Harri Rovanperä (Peugeot) lagen schon auf Anhieb 15 Sekunden hinter dem Erstplatzierten. Carlos Sainz (Citroen) fing sich sogar 20 Sekunden Rückstand ein.

Erst hinter den beiden jungen Nr. 2- Piloten von Ford (Francois Duval) und Subaru (Mikko Hirvonen) kamen die zwei Mitsubishi von Gilles Panizzi und Gigi Galli - mit schon fast einer Minute Rückstand - ins Ziel. In der zweiten Wertungsprüfung setzte Loeb (Citroen) dann eine deutlich Bestzeit - er hatte die Erste verhalten angegangen, war er doch als Pistenfeger für alle Nachfolgenden unterwegs. Hinter den Elsässer schob sich - allerdings schon mit Rückstand von sieben Sekunden - Solberg (Subaru), gefolgt von Grönholm (Peugeot), Sainz (Citroen) und Duval (Ford). Grönholm: "Ich bin nur ein bisschen glücklich - ich hatte zu weiche Reifen drauf.“ Weit abgeschlagen, mit über drei Minuten Rückstand auf den Leader, folgte Gigi Galli im Mitsubishi: Seine Bremsen waren kollabiert.

Solberg ringt Loeb nieder und pfutscht dann

Nach der zweiten Sonderprüfung kam Solberg (Subaru) mit einem Vorsprung von 7,1 Sekunden vor Loeb (Citroen) zum Service, nach der dritten Wertungsprüfung war der Abstand zum Zweitplatzierten auf 10,8 Sekunden angewachsen. Petter: "In den ersten zwei Wertungsprüfungen hatte ich keine Probleme, meine Reifenwahl war richtig und ich bin voll auf Angriff gefahren.“ In der vierten SP lieferte wieder Loeb die Bestzeit und verkürzte den Abstand zum Ersten auf nurmehr 5,6 Sekunden.

Doch vor dem letzten Service verlor Subaru-Pilot Petter Solberg die Führung durch einen Patzer unglücklich: Weil sein Subaru nicht ansprang, musste der Norweger schieben. "Leider ging es bergauf", berichtete er und so ließen er und sein Copilot Philip Mills sich reglementswidrig von Zuschauern helfen. Solberg kasierte dafür zunächst 40 Strafsekunden, weil er zu spät die Zeitkontrolle erreichte.

Doch es kam für Solberg noch schlimmer: Da er im Parc Fermé, in dem niemand außer den beiden Wagen-Insassen das Fahrzeug berühren darf, fremde Schiebe-Hilfe in Anspruch nahm, erhielt Solberg weitere fünf Strafminuten - damit fiel der Subaru-Pilot auf Gesamtrang 13 zurück. Die Führung viel an Sebastien Loeb im Citroen.

Den dritten Rang erbte Carlos Sainz (Citroen), der sich damit knapp vor dem Esten Markko Märtin (Ford) platzieren konnte. Die beiden Youngster Duval (Ford) und Hirvonen (Subaru) hielten sich respektvoll auf den Plätzen sechs und sieben. Von den beiden Mitsubishi gibt es wenig zu berichten, außer: Sie kamen durch - mit merkwürdig klingenden Motoren und landeten auf den Rängen acht (Panizzi) und elf (Galli). Panizzi: "Wenn wir bergauf müssen, geht uns ziemlich die Puste aus.“

Für die nächsten beiden Tage ist Regen angesagt. Der dürfte durchaus neue Akzente setzen. Auch die sehr schnellen Strecken von heute - Loeb fuhr auf der zweiten Sonderprüfung immerhin einen Schnitt von 109,17 km/h - weichen dann kurvigeren, engeren und weniger festen Pisten, die derlei Tempi nicht mehr zulassen werden.

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