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Mitsubishi

Rückzug aus der Rallye-WM

Foto: McKlein

Der japanische Konzern Mitsubishi stoppt mit sofortiger Wirkung sein WM-Engagement. Das Werksteam in Rugby steht vor dem Aus, die Werksfahrer Galli, Rovanperä und Panizzi stehen auf der Straße. Wenigstens der Dakar-Einsatz findet wie geplant statt, die weitere Zukunft ist ungewiss.

14.12.2005

Die japanische Konzernzentrale von Mitsubishi hat das Werksengagement in der Rallye-WM gestoppt. Grund: Man will Geld sparen, um den hoch verschuldeten Konzern zu entlasten. Die Rede ist von einem Konsolidierungsplan bis einschließlich 2007. Sportchef Isao Torii hat nun die undankbare Aufgabe, einen Sozialplan für das Werksteam im englischen Rugby zu erstellen. Bereits im Sommer hatte der Mutter-Konzern die deutsche Dependence Ralliart Germany dicht gemacht.

Die Fahrer stehen einen Monat vor Beginn der neuen Saison auf der Straße. Gianluigi Galli hatte andere Angebote, blieb aber aus Loyalität und mit Hoffnung auf den Nummer 1-Status im Team. Harri Rovanperä sollte nach zuletzt starken Leistungen ebenfalls bleiben. Gilles Panizzi hat einen gültigen Vertrag, wäre aber ohnehin nur bei einigen Asphaltläufen zum Einsatz gekommen.

Ende einer 17-jährigen Ära

Mit dem Rückzug gehen im vom Schotten Andrew Cowan gegründeten Team nach 32 Jahren die Lichter aus. Zudem endet ein 17-jähriges Werksengagemt von Mitsubishi in der höchsten Rallye-Klasse. Seit dem Einstieg mit dem Galant VR4 gewann die Marke mit den drei Rauten im Wappen vier Fahrer-WM-Titel mit Tommi Mäkinen (1996-1999) und einmal die Marken-Wertung (1998).

Die technisch aufwändige Umstellung vom Gruppe A-Lancer auf ein WRC-Auto warf die Mannschaft lediglich 2003 für ein Jahr aus dem Rennen. Dann prägten finanzielle Schwierigkeiten den Alltag. Nach einer Budgetkürzung und weiteren technischen Schwierigkeiten pausierte Mitsubishi im Spätsommer 2004. Wie angekündigt, kehrte der Konzern aber zur Rallye Monte Carlo 2005 wieder mit einem vollen WM-Programm zurück.

Cross-Country-Programm ist finanziert

Sportchef Torii bemühte sich bei der Sporthoheit FIA seit dem vergangenen Sommer um die Genehmigung, 2006 aus Kostengründen eine auf zwölf Läufe reduzierte Saison zu fahren. In den letzten Tagen war auch von zehn Rallyes die Rede. Die Bemühungen, einen großen Sponsor zu finden, scheiterten. Im Gespräch war man unter anderem mit Red Bull. Anders als bei Citroën und Skoda, die ihre Rallye-Gerätschaft in die Hände potenter Privatteams legten, existiert bei Mitsubishi kein Alternativ-Plan. Aus Japan kommt lediglich die wage Ansage, dass man 2008 in die WM zurückkehren wolle.

Immerhin wird die Rallye Dakar (31.12.-15.1.) noch planmäßig gefahren. Das Cross-Country-Programm ist dank Mineralölsponsor Repsol ausreichend finanziert. Ob jedoch die anschließende Marathon-Weltcup-Saison gefahren wird ist ebenso ungewiss wie ein Dakar-Einsatz 2007.

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