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Monte im November?

Foto: FIA 12 Bilder

Die FIA überlegt zusammen mit einigen Herstellen und Rallye-Vermarkter ISC, die Rallye Monte Carlo vom Januar in den November zu verlegen. Statt Saisonauftakt soll die Monte zukünftig das Saison-Finale sein.

18.05.2004

Die Rallye-WM-Termine 2005 existieren bisher nicht einmal in den Schubladen der Sportbehörde, denn wie immer wartet alles auf den provisorischen Formel 1-Kalender, nach dem sich der Rest der Automobilsport-Welt richtet. Zwei Eckpunkte des neuen Rallye-Kalenders zeichnen sich allerdings bereits ab: Erstens soll analog zum Formel 1-Rhythmus alle zwei Wochen eine WM-Rallye ausgetragen werden, zweitens könnte die Rallye-Monte Carlo in den November wandern.

"Der Kalender wird zur Zeit diskutiert und und einer der Vorschläge lautet, die Rallye Monte Carlo eher ans Saisonende zu verlegen", sagte ein FIA-Sprecher, räumte aber ein, die Diskussion sei noch nicht abgeschlossen. Der vorläufige Kalender soll Ende Juni beschlossen werden.

David Lapworth: "Schock für die Franzosen"

Immerhin gibt es schon erste Reaktionen: Subaru-Teamchef David Lapworth begrüßt die Idee: "Ich weiß, dass es für die Franzosen ein Schock sein wird, aber ich sehe nicht ein, warum es nicht ein genauso gutes Saisonende wie Beginn sein kann." Auch Ford-Kollege Malcolm Wilson begrüßt die Idee mit der Begründung, im November sei das Schnee-Risiko nicht gegeben. Angeblich kam von Wilson auch die Idee zu der Terminänderung.

Der Verlegungs-Plan ist eng mit den Interessen von TV-Vermarkter David Richards verknüpft. Wegen verkehrstechnischer Probleme und zugunsten besserer Witterung wanderte der traditionelle Saison-Schluss in Großbritannien in den September, so dass 2004 die Australien-Rallye das Finale bildet. Downunder nimmt den Rallye-WM-Lauf bei Perth aber kaum jemand zur Kenntnis, und wegen der Zeitverschiebung dürfte eine geplante Live-Übertragung am frühen Morgen in Europa kaum überragende Einschaltquoten bringen.

Laut FIA plädieren einige Hersteller für ein Finale in Europa, das glamouröse Monte Carlo sei dafür der geeignetste Ort. Eine klare Absage an derartige Pläne gab es vom Präsidenten des ausrichtenden Automobil Club de Monaco (ACM) Michel Boeri: "Wir denken über diese Terminänderung nicht einmal nach."

Königin der Rallyes

Die Rallye Monte Carlo ist die älteste existierende Rallye der Welt. Seit 1911 wird sie nur durch Kriege oder Ölkrise unterbrochen ausgetragen. Vor allem wegen der anspruchsvollen Bergstraßen und der durch das Winterwetter häufig unwägbaren Streckenverhältnisse trägt die Monte den Beinamen "Königin der Rallyes".

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