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Mosley will WRC abschaffen

Foto: Wolfgang Wilhelm 24 Bilder

Der FIA-Präsident tritt wie in der Formel 1 auf die Kostenbremse. An die Stelle der World Rally Cars sollen in der Weltmeisterschaft zukünftig Autos nach dem Super 2000-Reglement eingesetzt werden.

29.09.2004

"Nach dem derzeitigen Stand der Dinge ist der einzige Weg, die Rallye-WM am Leben zu erhalten die Durchsetzung der Regeländerungen, die zur Zeit in der Diskussion stehen", sprach FIA-Präsident Max Mosley und machte während des Großen Preises von China klar, dass nicht nur über der Formel 1 die Abrissbirne kreist.

Der zeitweilige Rückzug von Mitsubishi, der mögliche Ausstieg von Ford und Skoda und fehlende Neuzugänge in der Rallye-WM haben die FIA alarmiert. Seit zwei Jahren lauert in den Schubladen der Regelwächter ein neues technisches Reglement namens "Super 2000", dass die seit 1995 eingesetzten World Rally Cars ablösen soll.

Saugmotoren statt Turbo

Der Name Super 2000 basiert auf dem maximal zulässigen Hubraum. Anders als bei den WRC dürfen lediglich Zweiliter-Saugmotoren eingesetzt werden, die zwischen 250 und 280 PS leisten sollen. Das Basisgewicht soll bei 1.150 Kilogramm liegen (bisher 1.230). Allradantrieb ist weiter erlaubt, die aufwendigen aktiven Differenziale sollen jedoch einer passiven Einheitslösung weichen.

Nach Rechnung der FIA-Strategen sollen die Autos lediglich ein Viertel des Preises für ein World Rally Car kosten. Die Ingenieure einiger Topteams zweifeln die Rechnung der FIA an. Die Super 2000 entsprächen technisch weitgehend dem geltenden Super 1600-Reglement plus Vierradtechnik. Ein konkurrenzfähiger Super 1600 kostet 300.000 Euro, ein WRC je nach Hersteller bis zu 750.000 Euro. Keiner der in der WM vertretenen Hersteller hat ein Super 2000-Auto in Arbeit. Mancher im WM-Zirkus hält eine Abrüstung der gängigen WRC für den einfacheren Weg.

Mosley stellt sich taub

Kritik kommmt von erfahrenen Fahrern wie Colin McRae oder Carlos Sainz. Sie halten die Autos nach dem neuen Reglement für zu schwach und zu schwer. Die Kostenreduzierungspläne von Mosley sind ohnehin umstritten. Die mit Macht von der FIA durchgeboxte Erweiterung des Kalenders auf 16 Läufe hat den Werksteams zwei kostenintensive zusätzliche Überseeeinsätze eingebrockt. Teamchefs wie Guy Fréquelin treten zunehmend für eine Reduzierung auf zwölf Läufe ein. Auf diesem Ohr stellt sich Max Mosley bisher taub.

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