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Peugeot-Sportchef zur Zypern-Disqualifikation

"Angewidert"

Foto: McKlein

In einer ungeheuer emotionalen Form arbeitete Peugeot-Sportchef Corrado Provera bei einer Konferenz vor wenigen Journalisten die Disqualifikation seines Teams in Zypern auf.

03.06.2004

"Wir sind angewidert, aber wir werden nicht aufgeben.“ Er hielt fest, dass man - im Gegensatz zur Auffassung der FIA-Kommissare - in Zypern regelkonform gewesen sei und untermauerte das mit Tatsachen: Der Motor vom Typ XJU GB 4 war in der Vergangenheit durchaus mit einer Wasserpumpe mit einem Plastik-Impeller ausgerüstet - dieser Impeller war schon länger homologiert als jener aus Metall.

Peugeot erlaubte dem technischen Delegierten sogar den Zugriff auf ihre Produktions-Computer, aber das wurde nicht wahrgenommen. Nach Proveras Aussage machte Peugeot den Fehler, dass man nicht einen Wagen auftreiben konnte, in dem eine Wasserpumpe mit Plastik-Impeller auf einem Motor dieses Typs installiert war.

Peugeot: "Wir wurden beschämt"

Aber: "Wir sind nicht bestraft worden, wir wurden beschämt.“ Der Chef hielt die FIA-Sanktion für exzessiv, nicht angemessen und deshalb für völlig unakzeptabel. Er erklärte dann auch, weshalb man nicht Widerspruch gegen diese Sanktion eingelegt habe, nachdem die Situation sowohl mit seinem Chef von Peugeot als auch mit dem Präsidenten der PSA-Gruppe besprochen worden war. Provera: "Selbst wenn wir vor Gericht die Punkte zurück bekommen hätten, wer weiß, was dann passiert wäre?“

An diversen Beispielen höchst milder FIA-Urteile zeigte er auf, wie heftig und ungerecht Peugeot mit der Disqualifikation in Zypern bestraft wurde:
- in Finnland 2003 tauchte Subaru mit einem Wagen mit Minimalgewicht auf, der eigentlich zweimal hätte gewogen werden müssen. Es geschah nicht, da ein dem Peugeot-Team bekannter Mann die Waage verschoben hatte. Nichts geschah.
- in Korsika 2003 fuhr Carlos Sainz zweimal eine falsche Rallye-Strecke. Man wischte das unter den Tisch, statt ihn zu disqualifizieren
- in Mexico 2004 benutzte Carlos Sainz zweimal einen falschen Reifen - er wurde lediglich ermahnt. Ebenfalls in Mexiko wurde Petter Solberg von Fotografen geschoben - er bekam fünf Strafminuten und hätte disqualifiziert werden müssen.
- in Monte Carlos wechselte Loeb 2002 - obwohl das nicht gestattet war - seine Reifen. Die FIA entschuldigte das mit einem Mechaniker-Fehler, gab ihm eine Strafminute, anstatt ihn zu disqualifizieren.

Hetzjagd auf Peugeot?

Verbittert führte Provera diese Beispiele an - er unterstellte damit eine Hetzjagd auf Peugeot, der beinahe sein bester Mann, der Technik-Chef Michel Nandan, zum Opfer gefallen wäre. Denn: Nandan bot seinen Rücktritt an, in voller Überzeugung, dass der Zypern-Wagen absolut regelkonform war. Der Rücktritt wurde nicht akzeptiert - Corrado Provera schäumte: "Hier auf unserem Boden, hier am Wohnmobil, sage ich, was ich auf dem Herzen habe. Woanders - etwa in der FIA-Pressekonferenz - hätte ich das nicht tun wollen. Denn ich will andere Teamchefs nicht mit Wahrheiten belästigen.“

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