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Pirelli

Formel 1 statt Rallye-WM?

Foto: McKlein 29 Bilder

Update ++ Der italienische Reifenhersteller droht mit Ausstieg aus der Rallye-Weltmeisterschaft, wenn Michelin nicht unter eigenem Namen zurückkehrt. Gleichzeitig erwägt man bei Pirelli, in die Formel 1 zurückzukehren.

26.05.2006 Markus Stier

Anfang Mai klang die Drohung noch vage, nun verschärft Pirelli-Sportchef Paul Hembery den Ton und zettelt einen Reifenkrieg in der Rallye-WM an. Sollte Michelin nicht bis zum kommenden Jahr unter eigenem Namen in die WM zurückkehren, steigt Pirelli aus. "Sollten sie 2007 weiter unter dem Namen BF Goodrich antreten, werden wir aussteigen und uns für die Einführung von Einheitsreifen einsetzen", sagt Hembery gegenüber "Autosport".

Der Motorsport-Direktor der Italiener verkündet andererseits, dass man definitiv das WM-Engagement fortsetze, falls Michelin wieder unter eigenem Namen an den Start gehe. Michelin kündigte im Herbst 2005 an, dass man zur Steigerung der Bekanntheit der Tochterfirma BF Goodrich, ab 2006 unter neuem Namen im Rallye-Zirkus firmiere. Pirelli argumentiert, die bisher auf Geländewagenreifen spezialisierte US-Firma sei kein namhafter Hersteller und damit kein adäquater Wettbewerber für Pirelli.

Paul Hembery: "Denken ernsthaft nach"

Beim Erzrivalen stößt der Erpressungsversuch von Pirelli auf Unverständnis. "BF Goodrich hat einen Dreijahresvertrag mit der Rallye-WM. Ich würde es vorziehen, wenn Pirelli zuerst mit uns reden würde als mit der Presse", sagt Michelin-Sportchef Aimé Chatard.

Insider vermuten, dass hinter dem neuerding so heftig geäußerten Pirelli-Unmut etwas Anderes steckt. Paul Hembery gesteht: "Wir denken ernsthaft über einen Formel 1-Einstieg nach, wenn der Einheitsreifen kommt." In der höchsten Automobilsportkategorie war Pirelli zuletzt 1991 vertreten. Ab 2008 ist in der Formel nur noch ein Reifenhersteller zugelassen. Während Bridgestone bereits Interesse an dem Alleinausrüster-Auftrag bekundete, verhält sich Michelin bisher zurückhaltend.

Lange Niederlagenserie

"Wir prüfen all unsere Optionen. Es gibt keinen Zeitplan. Letzlich ist egal, wo wir antreten, ich muss lediglich sicherstellen, dass wir gute Arbeit abliefern", sagt Hembery, doch genau da liegt die Achillesferse bei Pirelli. In der Rallye-WM hat das Unternehmen zwar ein Dutzend Titel gesammelt, doch die großen Erfolge sind lange her.

Zwei Fahrertitel mit den Subaru-Stars Richard Burns (2001) und Petter Solberg (2003) ragen aus einer langen Serie der Erfolglosigkeit heraus. Im neuen Jahrtausend konnten Fahrer mit Pirelli-Reifen lediglich 23 von 81 WM-Läufen gewinnen. Auf festem Belag steht mit Petter Solbergs Sieg im Regen von Korsika 2003 lediglich ein einziger Erfolg zu Buche.

Dass Pirelli den vermeinlichen "Billig-Hersteller" BF Goodrich als Markt-Gegner nicht ernst nimmt, dürfte kaum der entscheidende Grund für einen Rallye-Ausstieg sein, sieben Niederlagen in sieben Rallyes in der laufenden Saison schon eher. Paul Hembery gibt zu, dass Pirelli auch über einen Einstieg in Le Mans oder bei Cross Country Rallyes wie der Dakar nachdenkt. Platzhirsch in Dakar ist übrigens BF Goodrich.

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