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Pons für Loeb, Aus für McRae

Foto: McKlein 39 Bilder

Colin McRaes Auftritt im Citroën Xsara wiederholt sich nicht. Der Spanier Xavier Pons vertritt den verletzten Sébastien Loeb bei der Rallye Australien. Der Weltmeister ist noch nicht fit.

19.10.2006 Markus Stier

Der personalpolitische Schlingerkurs des Kronos-Teams geht weiter. Nach dem wenig ermutigenden Auftritt von Colin McRae in der Türkei (Achter bis zum Ausfall) darf bei der kommenden Rallye Australien (27.-29.10.) Xavier Pons sein Glück als Citroën-Speerspitze versuchen.

Pons wird das Auto mit der Nummer 1 steuern, da Sébastien Loeb nach seinem Armbruch noch nicht einsatzfähig ist. "Ich versuche mein Bestes, um in Neuseeland wieder dabei zu sein und dort die Weltmeisterschaft zu gewinnen", sagt der verletzte Weltmeister.

Damit kann Loeb allerdings nur auf den Fahrertitel anspielen, in der Marken-Wertung liegt Citroën seit der Türkei-Niederlage mit acht Punkten hinter Ford. Dass Xavier Pons einen weiteren Ford-Erfolg in Australien verhindern kann, ist höchst unwahrscheinlich. Sein vierter Platz in der Türkei war bisher Pons bestes WM-Ergebnis. Den zweimaligen Weltmeister Marcus Grönholm hat er noch nie geschlagen.

Kein glückliches Händchen

Mit Pons erlebt ausgerechnet der Mann ein Revival, der von Teamchef Marc van Dalen nach einem wüsten Unfall in Finnland aus disziplinarischen Gründen für eine Rallye suspendiert wurde. Van Dalen hatte bisher abgesehen von Weltmeister Loeb kein glückliches Händchen bei seiner Fahrernominierung in der Marken-Wertung.

Bis zur Saisonmitte war Pons als Nummer zwei in der Marken-WM nominiert und kam bei sieben von acht Rallyes vier mal gar nicht und drei Mal hinter Teamkollege Dani Sordo ins Ziel. Bis zur Jahresmitte sammelte Dani Sordo 22 Punkte mehr als Pons. Seit Sordo als Nummer zwei nominiert wurde, warf er zwei Mal sein Auto weg und verpasste ein weiteres Mal die Punkteränge. Bei den letzten zwei Rallyes holte Pons fünf Punkte mehr als sein Landsmann. Unterm Strich gingen Citroën durch das Besetzungspech bereits 27 Marken-Punkte verloren.

Dabei ist der Auftritt von McRae noch nicht mitgerechnet. Der Ende 2003 bei Citroën wegen mangelnder Leistungen aussortierte Schotte genoss mehr Vertrauen als der Finne Toni Gardemeister, der zuletzt in Zypern mit einem privat eingesetzten Xsara trotz technischer Probleme einen fünften Rang herausfuhr. Doch Gardemeister kommt im Kronos-Xsara nicht zum Zug.

McRae-Aussortierung ein Fehler?

McRae verteidigt sich, dass sein mäßiger Auftritt in der Türkei mit den äußerst widrigen Bedingungen (reichlich Regen und Schlamm) zu erklären sei. Man habe sich mit dem Xsara eigentlich auf eine trockene Rallye eingestellt. Tatsächlich könnte sich die schnelle Aussortierung von McRae bei Kronos als nächster Bumerang erweisen.

Der kommende WM-Lauf in Australien ist eine schnelle Schotter-Rallye, wie sie dem Schotten liegt. 2005 lieferte er mit einem unterlegenen Skoda bis zum technisch bedingten Ausfall ein furiose Vorstellung ab. Xavier Pons hat die Rallye Australien erst zwei mal bestritten und lediglich einen zweiten Gruppe-N-Rang 2004 vorzuweisen.

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