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Portugal-Disqualifikation

Citroen kündigt Berufung an

Mikko Hirvonen Rallye Portugal 2012 Foto: Citroen 35 Bilder

Mit dem Argument, die beanstandeten Komponenten des disqualifizierten DS3 WRC von Mikko Hirvonen hätten keinerlei technischen Vorteil gebracht, will Citroën-Teamchef Yves Matton das Ergebnis der Technischen Abnahme in Portugal anfechten.

02.04.2012

Die zur Gewichtseinsparung gelochte Kupplung hatte Technik-Chef Xavier Mestelan als sogenannten "Joker" erst kürzlich nachhomologiert, aber der Zulieferer hatte auch einen Satz ohne Löcher geschickt, und genau eines jener Teile steckte im Citroën des Portugal-Siegers. Artikel 255 A des Sportgesetztes sagt eindeutig, dass ausschließlich die homologierte Kupplung zu verwenden ist, beim Einsatz eines Jokers darf auch nicht auf einen früheren Stand zurückgebaut werden.

Der Technikchef des Weltmeisterteams verließ kurz vor Mitternacht des 1. April kopfschüttelnd das Rallyehauptquartier im EM-Stadion: "Das ist ein Zuliefererteil. Es bringt keinen Vorteil. Ohne Löcher ist es sogar schwerer als die homologierte Kupplung." Der Franzose nimmt dennoch die Schuld auf sich: "Es ist meine Verantwortung. Ich hätte es prüfen müssen. Das war ein großer Fehler." Warum eine nicht regelkonforme Kupplung bei Hirvonens Auto eingebaut war, konnte Mestelan nicht erklären.

Turbolader dehnt sich durch Hitze aus

Eine klare Meinung hat der Ingenieur für den zweiten Beanstandungsgrund: Die Stewards befanden den Durchmesser des Turbolader-Turbinenrades mit 54,02 Millimetern um 0,2 Millimeter zu groß. Das Reglement erlaubt einen Mikrometer Toleranz, nicht zwei. Mestelan klagt: "Darüber diskutiere ich mit der FIA schon seit zwei Jahren."

Das Problem: Durch die über 1.000 Grad heiße Betriebstemperatur dehnt sich der Lader aus und es entstehen zuweilen leichte Deformationen. Für Gruppe-N-Autos wie den Subaru Impreza gibt es  daher zwei Homologationen, eine für fabrikneue, eine für gebrauchte Turbolader.

FIA-Technikchef Jérome Toquet räumte ein, dass man nun entsprechende Laborprüfungen durchführen wolle. Selbst die FIA unterstellt in diesem Fall keinen Betrugsversuch. Xavier Mestelan sagt: "Das ist ein Zuliefererteil von Garrett, das wir unverändert verwenden, und das alle anderen auch benutzen."

Kein Vorteil durch beanstandete Teile

Citroën-Sportchef Matton räumt ein, dass die entsprechenden Komponenten nicht den Regeln entsprachen, will aber dennoch gegen den Wertungsausschluss angehen: "Uns erscheint das Urteil zu hart. Wir hatten keine Vorteile durch die beanstandeten Teile." Diese Argumentation hat allerdings bei der FIA noch bei keiner Nachverhandlung zu einer Änderung des Ergebnisses geführt.

In unserer Bildergalerie haben wir die beiden Kupplungen im Vergleich.

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