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Rallye Argentinien 2014 (Tag 2)

Der entfesselte Finne

Latvala - Rallye Argentinien 2014 - WRC Foto: McKlein 35 Bilder

Jari-Matti Latvala hieß der dominierende Mann des Rallye-Samstags in Argentinien. Der VW-Werkspilot hielt seinen Teamkollegen und Weltmeister Sébastien Ogier auf Distanz.

11.05.2014 Markus Stier

Es soll anscheinend nicht sein. Auf dem Weg zu seinem so sehr erhofften ersten Sieg in Südamerika musste sich Sébastien Ogier im Werks-VW nicht nur mit einem extrem wehrhaften Teamkollegen herumschlagen, auf der achten Prüfung zerschlug zudem ein Vorderreifen die Frontschürze. Die Lauffläche hatte sich gelöst. Zudem leistete sich Ogier beim Versuch, verlorene Zeit gutzumachen, einen Dreher. "Am Ende wäre ein zweiter Platz auch ein gutes Resultat", sagt der Weltmeister ungewohnt bescheiden.

Jari-Matti Latvala mit starker Vorstellung

Das liegt wohl in erster Linie daran, dass Jari-Matti Latvala auf den schlammigen und nebligen Pisten der Sierra Grande und Sierra de Cordoba eine starke Vorstellung bot. "Das war heute sicher einer meiner besten Tage in der Rallye-Weltmeisterschaft überhaupt", lobte sich der sonst so bescheidene Finne selbst. Latvala fuhr im zweiten VW-Werks-Polo drei Bestzeiten in Folge und war auf jeder der fünf Tagesprüfungen schneller als Ogier. Im Etappenziel hatte der Nordmann seinen Vorsprung von 18 auf 32 Sekunden ausgebaut.

In Sicherheit wiegen kann sich der WM-Zweite allerdings noch nicht. Am finalen Sonntag stehen noch vier Prüfungen mit 76 Kilometern auf dem Programm, je zwei Durchgänge der legendären Strecken von Mina Clavero und El Condor. Erstere ist berüchtigt für ihren materialmordend felsigen Untergrund, letztere für die schmale Piste und Nebel.

Dass bei der kürzesten Argentinien-Rallye der Geschichte pro Tag nur zwei Mal zwei lange Prüfungen absolviert werden, verkürzte auch den Schlaf der Mechaniker. Weil die WP-Leiter Order hatten, die Strecken zwischen den zwei Durchgängen nicht zu öffnen, konnten die Teams die zahlreichen havarierten Autos der Freitagsetappe erst am späten Nachmittag oder Abend bergen und nach Villa Carlos Paz zurückbringen.

Fröhlichere Gesichter im Hyundai-Lager

Der schwer in eine Mauer gerumpelte Mikko Hirvonen durfte im Ford Fiesta ebenso wieder eingreifen wie der mit gerissenem Keilriemen gestrandete Andreas Mikkelsen im VW-Polo und die beiden Werks-Hyundai, die zuvor mit gebrochenen Auspuffkrümmern die Segel gestrichen hatten. Bei den Koreanern gab es nach dem Doppelausfall vom Vortag wieder fröhlichere Gesichter. Thierry Neuville gelang auf der abschließenden Super Special eine weitere Bestzeit für den neuen i20.

Während Unglücksrabe Dani Sordo schon auf der ersten Samstagsprüfung in einen Graben rutschte und endgültig aus dem Rennen ist, liegt Neuville trotz seines Ausfalls am Freitag schon wieder auf Gesamtrang fünf. Vor ihm auf Platz vier turnt derweil ein starker Andreas Mikkelsen im dritten VW Polo herum.

Die Letztgenannten profitierten von einer Neuregelung des SupeRally-Systems, das bei Ausfällen den Neustart am Folgetag mit einer Strafe von fünf Minuten pro nicht beendeter Prüfung vorsieht. Wer auf der letzten Tagesprüfung ausscheidet, erhielt bisher zusätzliche fünf Minuten, doch dieser Passus wurde im vergangenen Winter gestrichen. Dass ausgefallene Fahrer kurz danach schon wieder am Podium schnuppern, kommt indes nicht gut an. Möglicherweise wird der Paragraph auf der kommenden Weltratssitzung der FIA im Mai wieder geändert.

Östberg fährt mit links

Mit einem ungewöhnlichen Problem schlug sich der mit 20 Strafminuten reichlich bestrafte Mads Östberg herum. Während sein Teamkollege Kris Meeke nach defensiver Fahrt einen sicheren dritten Rang belegt, hatte sich der Norweger bei seinem Austritt am Freitag die Hand verstaucht. Am Samstagnachmittag bekam er durch ein plötzliches Verhärten der Lenkung einen weiteren Schlag auf die malade Rechte. "Ich hoffe, unser Teamarzt kann etwas gegen die Schmerzen tun", sagte Östberg, der die restliche Etappe im wahrsten Sinne des Wortes mit links fuhr, aber immerhin als Zehnter auch schon wieder in den Punkten liegt.

Für Robert Kubica ist das Kurbeln mit der Linken nach seinem schweren Unfall vor drei Jahren der Normalzustand. Der Pole mit dem immer noch geschwächten rechten Arm vermeldete in Argentinien einen zweiten problemlosen Tag, lediglich auf der ersten Nachmittagsprüfung kam ihm sein Ford Fiesta im Nebel um ein Haar abhanden.

Kubica belegt den sechsten Rang und ist sogar bester Ford-Pilot. Dem am Freitag nur zwei Zehntelsekunden vor ihm liegenden Teamkollegen Elfyn Evans nahm der Krakauer 38 Sekunden ab. Nur auf der kurzen Zuschauerprüfung in Villa Carlos Paz ließ er dem Waliser den Vortritt. Evans liegt auf Rang sieben vor Privatier Martin Prokop in einem weiteren Ford Fiesta.

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