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Rallye Argentinien

Grönholm gibt den Ton an

Foto: McKlein

Marcus Grönholm führt - zwei Super-Specials mit einer Gesamtlänge von 6,04 Kilometern vor Ende des ersten Tages - die Rallye an. Fünf Sekunden hinter ihm aber lauert Carlos Sainz auf Citroen. Dessen Kollege Sebastien Loeb an dritter Stelle liegt schon über eine halbe Minute zurück.

16.07.2004

Achter Lauf der WM-Saison 2004 in Argentinien. Nach den zwei, mehr auf Show getrimmten Super Special-Prüfungen vom Donnerstag in Villa Carlos Paz rollten am Freitag (16.7.) 69 Teams in die ersten acht ernsthaften von insgesamt 24 Rallye- Prüfungen. Die Teams gingen in den längsten Tag der Rallye: Zu absolvieren waren bei einer Gesamtstrecke von 496,27 Kilometern 174,78 Kilometer Sonderprüfungen, inklusiv der zwei Super-Specials im Dunkel.

Obwohl die Veranstaltung einige Monate später als in der Vergangenheit ausgetragen wurde, eigentlich mitten im Winter in der südlichen Hemisphäre, waren die Bedingungen absolut ungewöhnlich: Es herrschten Temperaturen um 15 Grad und es war trocken. Die Pisten präsentierten sich entsprechend staubig, mit viel losem Schotter. Und: die Gewässer in den Furten waren niedriger als sonst - für manche allerdings stand das Wasser bis zum Hals!

Märtin out, Solberg verliert, Grönholm führt

Nach seiner Führung im Anschluss an die zwei Super Specials vo Donnerstag übernahm Petter Solberg (Subaru) auf Anhieb die Führung: Er schrieb zwei Bestzeiten hintereinander in den Schotter und setzte sich bis auf zwölf Sekunden vor seinen härtesten Verfolger Markko Märtin (Ford). Dahinter sortierten sich die anderen Stars sehr dicht aneinander - den sechstplatzierten Carlos Sainz (Citroen) trennten in der Wertungsprüfung 3 nur wenig mehr als fünf Sekunden vom Dritten, Marcus Grönholm (Peugeot). In der Wertungsprüfung 4 gab der Spanier ordentlich Gas, fuhr die zweitschnellste Zeit und schob sich auf den vierten Platz vor und ließ dabei seinen Marken-Kollegen Sebastien Loeb hinter sich. Grönholm wuchtete seinen 307 auf dieser Prüfung trotz viel zu harter Reifen auf den dritten Platz, lag nur mehr 0,1 Sekunde hinter dem Zweiten, Markko Märtin. Und den erwischte es in der folgenden, der fünften Sonderprüfung. Nach einer endlos langen Geraden rollte er seinen Ford Focus im sechsten Gang voll mehrmals hintereinander übers Dach und landete mitsamt seinem Co-Piloten, dem viruskranken Michael Park, im Hospital. Ford-Teamchef Malcolm Wilson: "Sie haben beide nach diesem schweren Unfall offenbar keine gebrochenen Gliedmassen.“

Solberg (Subaru) donnerte in dieser Prüfung - wie vor vierzehn Tagen schon in der Türkei – zu flott in ein Wasserloch, demolierte sich die Haube seines Impreza und fiel um 27,8 Sekunden zurück. "Blöde Sache - ich war zu schnell bei der Durchfahrt,“ so Solbergs Kommentar. Grönholm installierte sich an der Spitze - konnte sich da aber nicht sonderlich sicher fühlen: Mit zwei Bestzeiten in den Prüfungen fünf und sechs hatte sich Loeb (Citroen) bis auf 0,3 Sekunden an seinen zweitplatzierten Stallgenossen Sainz herangeschoben.

Bereits 23 Sekunden hinter der Spitze rollte Harri Rovanperä (Peugeot) als Fünfter. Die hinter ihm fahrenden Francois Duval (Ford) und Mikko Hirvonen (Subaru) lagen schon minutenweit zurück. Bei Gilles Panizzi und Kristian Sohlberg auf Mitsubishi betrugen die Abstände zum Leader über zwei Minuten.

Der Kampf von El Matador gegen einen Finnen

Seine erste Bestzeit dieser Rallye fuhr Grönholm (Peugeot) in der Sonderprüfung sieben – aber hinter ihm lauerte Sainz mit dem Citroen und dem sehr kleinen Rückstand von nur drei Sekunden. Rallyelegende König Carlos markierte in der folgenden Sonderprüfung - mit 28,83 Kilometern die längste Prüfung der Rallye - seine erste Bestzeit der Veranstaltung: Er war 6,8 Sekunden zügiger als der lange Finne. "Ich hatte zwar für diese vier Prüfungen weichere Reifen als am Morgen gewählt, aber das half mir nichts gegen Carlos,“ resümierte er. Grönholm verlor seine Führung und fiel auf den zweiten Platz zurück, vor Loeb (Citroen). Hinter den und Petter Solberg (Subaru) an vierter Position sortierten sich die jungen Hoffnungsträger Duval (Ford) und Hirvonen (Subaru) ein. Dahinter platzierten sich die beiden Mitsubishi – Kristian Sohlberg sehr deutlich vor seinem erfahrenen Genossen Gilles Panizzi. Immer weiter im Absturz nach unten nur mehr an neunter Stelle: Harri Rovanperä auf Peugeot. Der Finne kämpfte mit kollabierender Servolenkung ums Überleben bis zum Service und brachte seinen Wagen kaum mehr um die Ecken.

Grönholm (Peugeot) schlug in der folgenden Prüfung zurück, nahm dem Torrero 5,2 Sekunden ab und setzte sich mit dem Mini-Vorsprung von 1,4 Sekunden wieder an die Spitze. Loeb - der die drittbeste Zeit gefahren war - hielt sich auf dem dritten Platz im Gesamtklassement, dahinter folgte schon Duval (Ford) vor Sohlberg (Mitsubishi). Der amtierende Weltmeister Petter Solberg (Subaru) war schon wieder abgestürzt - er verlor auf der Wertungsprüfung neun beinahe acht Minuten auf den Schnellsten. Der Grund: Der Norweger hatte, wie am Morgen, wieder zu dicht am Wasser gebaut, sein Motor soff ab und man versuchte am Ende der Sonderprüfung, das Triebwerk wieder zum Leben zu erwecken. Wasserspiele erlaubte sich auch sein Junior Hirvonen, der verlor aber nur fünf Minuten.

Grönholm (Peugeot) diktierte auch das Tempo in der letzten Sonderprüfung des Tages vor den zwei noch folgenden Show-Einlagen. Er nahm Loeb (Citroen) 3,5 Sekunden ab und geht jetzt mit 5,2 Sekunden Vorsprung auf den Parallelkurs im Stadion von Villa Carlos Paz. Sainz wird ihm keine Ruhe lassen - Loeb aus dem gleichen Stall stellt keine Gefahr für den Finnen dar, er ist schon zu weit abgeschlagen. Und ab der vierten Position - Duval auf Ford - liegen die Abstände zum ersten zwischen drei und fast zehn Minuten für Harri Rovanperä auf Peugeot auf dem sechsten Platz.

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