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Rallye Argentinien

Zwei Citroen an der Spitze

Foto: McKlein

Carlos Sainz auf Citroen hetzte den Rallye-Leader Marcus Grönholm und seinen Peugeot 307 gestern ins Aus. Mit seinem Teampartner Sebastien Loeb, beruhigende 96 Sekunden hinter sich, dürfte dem legendären Torrero sein dritter Sieg in Argentinien - nach 1991 und 2002 kaum mehr zu nehmen sein.

18.07.2004

Rallye- Leader Carlos Sainz hielt sich am Samstagabend (17.7.) auf den beiden Super-Specials im Dunkeln clever zurück: Er ließ es zu, dass Harri Rovanperä die schwer verwundete Peugeot-Truppe mit zwei Bestzeiten streichelte. Der Doppel- Weltmeister gab sich bescheiden: "Grönholms Ausfall macht die Sache ein bisschen leichter für mich, aber es wird auch schwerer. Ich muss jetzt besonders vorsichtig sein, darf keinen Fehler begehen.“

Sorge um Technik, Reifen und Teamregie

Sainz ist klar, dass ihm weder die Xsara-Technik - am Vortag hatte er leichte Probleme mit den Differenzialen - noch eine falsche Reifenwahl oder gar sein Teamgenosse Streiche spielen dürfen. "Ich bin eindeutig in der Situation zu gewinnen, aber da kann noch sehr viel passieren,“ meinte König Carlos. Er hat gewaltigen Respekt vor den heute noch zu absolvierenden fünf Sonderprüfungen mit 85 Kilometer Länge. Und er weiß, dass vor seinem möglichen 26. WM-Sieg - damit wäre er auch Rekordhalter in Rallye-Siegen - jene zwei finalen, fürchterlichen Sonderprüfungen von Giulio Cesare (22,26 km) und El Condor (16,77 km) stehen. Mit Nebel, Schotter, vielleicht Eis und Schneeresten auf über 2.150 Meter Höhe. Der Spanier hat sicher auch Bedenken wegen einer möglichen Teamregie: Sein Kollege Sebastien Loeb führt die Fahrerwertung mit 53 Punkten an, Carlos selbst hat nur 24 Zähler auf dem Konto. Loeb liegt zwar weit hinter Sainz, aber Teamchef Guy Frequelin ist bekannt für eigenwillige Personal-Entscheidungen. Und das auch, wenn Loebs direkte Verfolger in der Wertung - Petter Solberg und Markko Märtin - schon ausgefallen sind.

Peugeot ist völlig gebrochen

Corrado Provera, Chef der Peugeot-Truppe, warf gestern in der Nacht deprimiert das Handtuch, obwohl die Rallye-WM jetzt erst gerade Halbzeit hat: "Es ist klar, dass wir unsere Ziele in diesem Jahr nicht erreichen werden. Marcus Grönholm wird unglücklicher Weise nicht Champion werden. Ich bin sehr enttäuscht für das Team. Die Situation spiegelt unseren tatsächlichen Wert nicht wider.“ Und, völlig erschöpft, fügte er hinzu: "Ich bin ausgebrannt.“ Grönholm selbst war sehr ernst: "Ich glaube, wir hatten ein bisschen Pech, denn ich war ziemlich verhalten unterwegs.“ Acht Bestzeiten in 18 Prüfungen hatte der Finne geliefert, von der 5. bis zur 18. Sonderprüfung mit einer einzigen Unterbrechung durch Carlos Sainz, hatte er die Rallye angeführt. Und dann das. Er erklärte: "In einer Rechtskurve lag ein Stein, den wir nicht im Roadbuch vermerkt hatten. Der riss uns vorne rechts das Rad heraus. Wir hätten auf drei Rädern weiter fahren können, aber die demolierte Halbwelle zerstörte auch einen Zahnriemen am Motor. Damit war Ende.“ Harri Rovanperä, auf dem zweiten 307 WRC dreieinhalb Minuten zurück im Klassement, konnte nicht trösten: "Jetzt müssen wir Dampf machen und dennoch Punkte nach Hause bringen.“

Punkte auch für die Hinterbänkler

Francois Duval liegt mit dem einzig überlebenden Ford Focus an dritter Stelle - ein Podiumsplatz ist also drin. Der Belgier meinte: "Die beiden letzten Prüfungen sind am schwersten. Da liegen Brocken innen und außen in den Kurven. Wichtig ist es lediglich, Punkte für das Team zu machen.“ Richtig, denn Ford liegt mit 65 Zählern derzeit an zweiter Stelle der Markenwertung hinter Citroen. Punkte dürfte auch Mikko Hirvonen, Vierter auf dem letzten Subaru, noch machen. Hirvonen meinte: "Hätten wir nicht den Wasserärger am ersten Tag gehabt, dann wäre auch ein Podiumsplatz drin. Aber ich denke lieber gar nicht daran. Ich muss aufpassen, dass mich Rovanperä auf dem Peugeot nicht noch schnappt. “

Derlei Sorgen muss sich Gilles Panizzi auf dem Mitsubishi nicht machen: Er liegt als achter über 17 Minuten hinter dem Führenden und wird auch Punkte machen, wenn er die Zielrampe sieht. Sein Kollege Kristian Sohlberg fiel nämlich am Samstagabend noch im Schäden im Antriebsbereich aus.

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