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Rallye Australien

Grönholm patzt, Loeb wird Weltmeister

Foto: McKlein 35 Bilder

Sébastien Loeb saß auf seinem Sofa in Basel, als er am anderen Ende der Welt zum dritten Mal Rallye-Weltmeister wurde. Während der Finne Mikko Hirvonen am Sonntag (29.10.) im fernen Australien beim drittletzten WM-Lauf im Ford Focus seinen ersten Gesamtsieg feierte, fiel die Freude des Franzosen und Wahl-Schweizers über seinen Titel-Hattrick verhalten aus.

30.10.2006

"Ich hätte lieber auf der Piste als zu Hause im Wohnzimmer meinen Titel verteidigt", meinte der 32 Jahre alte Loeb.

Der neue und alte Champion hatte sich Ende September bei einem Mountainbike-Unfall eine vierfache Oberarmfraktur zugezogen und musste bereits bei den WM-Läufen in der Türkei und in Australien pausieren. Wann der siebenfache Saisonsieger wieder am Steuer seines Citroen Xsara sitzt, steht noch nicht fest. "Sébastien hat den Titel verdient", würdigte sein schärfster Widersacher Marcus Grönholm den Weltmeister.

Der Finne hatte die Abwesenheit Loebs nicht nutzen können: Zwar gewann er die Rallye in der Türkei, doch "Down under" verspielte er die letzte Gelegenheit. Nach einem Überschlag mit dem Ford Focus am Freitag waren die Hoffnungen auf den dritten Titel nach 2000 und 2002 beendet. Er erreichte nach einer starken Aufholjagd in Australien noch den fünften Platz mit einem Rückstand von 12:23,8 Minuten auf seinen Markenkollegen Hirvonen. Doch nur ein dritter Rang hätte Grönholm im Titelrennen gehalten. Immerhin durfte er sich im westaustralischen Perth zumindest mit Vize-Weltmeisterschaft trösten.

Loeb der Rekordjäger

Seit seinem Rallye-Debüt 1997 hat sich Loeb zu einem Allrounder entwickelt, der auf allen Belägen schnell ist. 2001 gewann der ehemalige Kunstturner und gelernte Elektriker im Citroen Saxo die Junior-WM, was ihm ein Jahr später ein Stamm-Cockpit im Werks-Citroen Xsara einbrachte.

Beim Saisonauftakt 2002 in Monte Carlo gab der gebürtige Elsässer als Führender einen Einstand nach Maß, doch wegen eines nicht reglementkonformen Reifenwechsels wurde er auf den zweiten Platz zurückgestuft. Seinen ersten Sieg feierte er bei der deutschen WM-Premiere 2002 in Trier. In diesem Jahr gewann er in Deutschland als erster Fahrer die gleiche Rallye zum fünften Mal in Folge.

Wie Michael Schumacher in der Formel 1 gilt Loeb im Rallye-Sport als Rekordjäger. Neben der Bestmarke von 28 Siegen setzte er auch andere Meilensteine: Im letzten Jahr gewann er als erster Pilot zehn WM-Läufe, davon sechs Rallyes hintereinander. Bei der Rallye Korsika 2006 war er als erster Fahrer überhaupt bei einem WM-Lauf auf allen Prüfungen der Schnellste. Ein weiteres Novum: Seine 28 Siege erzielte Loeb auf dem selben Automodell, dem Citroen Xsara.

Hirvonen siegt

In Australien nutzte Hirvonen Loebs Abwesenheit und Grönholms Pech, um bei einem WM-Lauf erstmals ganz oben auf dem Podium zu stehen. Nach 26 Schotterprüfungen fuhr der 26-Jährige einen klaren Vorsprung von 37,1 Sekunden auf den Norweger Petter Solberg im Subaru Impreza heraus. Mit einem Rückstand von 3:58,6 Minuten wurde der Wiener Manfred Stohl im Peugeot 307 wie im Vorjahr Dritter.

"Das war ein fantastisches Wochenende", sagte Hirvonen, der aus der Rallye-Hochburg Jyväskylä stammt und seinen dritten WM-Rang festigte. In der Marken-WM hat Ford nach 14 von 16 Läufen seine Führung auf 167 Punkte und zu einem Vorsprung von 16 Zählern zum belgischen Kronos-Citroen-Team, der Mannschaft von Loeb, ausgebaut.

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