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Rallye Deutschland 2017

Tänak gelingt zweiter Saisonsieg

Ott Tänak - Ford Fiesta WRC - M-Sport - Rallye Deutschland 2017 Foto: xpb

Mit seinem zweiten Saisonsieg meldet Ott Tänak WM-Ambitionen an. M-Sport-Teamkollege Sébastien Ogier ist nach der Rallye Deutschland wieder alleiniger Spitzenreiter. Weil Thierry Neuville einen Nuller schrieb.

21.08.2017 Markus Stier

Ott Tänak hat die Fahrt seines Lebens hingelegt. Bei einer Rallye, die dank des hohen Tempos und des Wetters vielleicht zu den schwersten des Jahres zählt, lag er vom ersten Kilometer an nie schlechter als Platz zwei, untermauerte mit fünf Bestzeiten seinen Führungsanspruch, lag zwar kurz im Graben, schlug aber in kein Gehölz und keinen Hinkelstein. Fast schon lässig hat der Este seinen Vorsprung von 21 Sekunden am Sonntagmorgen verwaltet.

Sein zweiter WM-Erfolg katapultiert ihn mit einem Schlag vom Nachwuchsstar und One-Hit-Wonder zu einem künftigen Titelaspiranten und potenziellen Teamleader, den nicht nur M-Sport gern behalten, sondern auch Toyota gern einkaufen würde.

Juho Hänninen bester Toyota-Pilot

Unter Wert geschlagen wurde das Toyota-Werksteam. Die aerodynamischen Qualitäten des Yaris und der starke neue Motor aus Köln halfen auch auf deutschem Asphalt. Aber wie schon in Finnland gab es bei Latvala ein Motorenproblem. „Komische Geräusche“, vermeldete der WM-Vierte am Freitag. Eine defekte Zündkerze war die Ursache. Immerhin war das Problem lösbar, aber bis zum ersten Service waren schon über anderthalb Minuten verloren und damit auch der Anschluss zur Spitze. Ein kleiner Ausrutscher kostete weitere Zeit. Es reichte am Ende nur zu Rang sieben.

Finnland-Sieger Esapekka Lappi brauchte einen Morgen, um sich bei seinem Asphalt-Debüt im WRC einzuschießen, als es gerade zu laufen schien, schoss er sich ins Aus. Mit 14 Strafminuten auf dem Buckel, reichte es nach dem Restart am Samstag nur noch für Platz 21.

Ausgerechnet der fast schon ausgemusterte Juho Hänninen bot die beste Leistung. Auch ein gebrochener Stoßdämpfer am Samstag konnte ihn nicht aufhalten, der 36-Jährige, der bei Tommi Mäkinen eigentlich schon als ausgemustert gilt, fuhr zwei Bestzeiten und holte nach seinem zweiten Rang in Finnland mit Rang vier abermals ein starkes Resultat. Zusammen gelangen den Toyota-Mannen fünf Bestzeiten, was nicht nur das Pozenzial des Yaris belegt, sondern auch die Ausgeglichenheit des Feldes auf Festbelägen. M-Sport und Hyundai gelangen je sechs Bestmarken, Citroën immerhin drei.

Meeke patzt mal wieder

Es hätten deutlich mehr sein können, denn Kris Meeke galt trotz seiner Suspendierung in Polen und trotz seines schwachen Auftritts in Finnland als einer der Favoriten. Doch wieder blieb er hinter den Erwartungen zurück. Einen Hinkelsteintreffer am Samstagnachmittag in Baumholder hätte Teamchef Yves Matton bei einer bis dahin guten Leistung wohl verziehen, selbst einen Ausrutscher im tückischen Regen des Freitags, aber nicht das Aus in der ersten Minute der ersten Prüfung. Zugegeben, die Zuschauerbelustigung am Donnerstagabend in der Saarbrücker Innenstadt war mit Betonbarrieren so eng gesteckt, dass Skoda-Werkspilot Jan Kopecky auf dem 100 PS schwächeren, aber schmaleren und leichter fahrbareren Skoda Fabia R5 das Kuriosum einer Bestzeit für einen WRC2-Piloten gelang.

Kris Meeke - Citroen C3 WRC - Rallye Deutschland 2017 Foto: McKlein
Kris Meeke patzte einmal mehr.

Meeke dagegen schaffte es, auf den zwei Auftaktkilometern, auf denen es nichts zu gewinnen gab, alles zu verlieren. An einem spitzen Rechtsabzweig schlug sein C3 vorn rechts in eine Absperrung, die Lenkung war zertrümmert. Versteinerte Mienen im Citroën-Kommando-Truck, nur Meekes Renningenieur tobte vor Zorn.

Die Bestandsgarantie, die Teamchef Yves Matton Meeke vor der Finnland-Rallye bis zum Saisonende gegeben hat, zog er nun wieder zurück. Eine Woche vor dem Nennschluss in Spanien will sich der Belgier bei der Fahrerwahl für den nächsten Lauf Anfang Oktober nicht festlegen. Was die Sache nicht einfacher macht, ist ein Craig Breen, der auf der Stelle tritt und im Saarland zum sechsten Mal in diesem Jahr auf Rang fünf einlief.

Nach dem Deutschland-Wochenende ist klar, dass die erste Wahl für Matton vorerst Andreas Mikkelsen heißt. Auf sardischem und polnischen Schotter konnte der frühere VW-Pilot mit dem zickigen Citroën nicht wirklich überzeugen, sobald der Norweger aber ein konkurrenzfähiges Auto hat, zeigt er, dass er zur ersten Garde der Werksfahrer gehört.

Ogier sammelt fleißig, Neuville schreibt Nuller

Ab der dritten Prüfung lag er unter den Top Drei, von WP vier bis sechs führte er gar das Feld an, ab der siebten Prüfung zementierte er sich auf Rang zwei ein. Dass ihm der Weltmeister zeitweilig bis auf 4,5 Sekunden auf die Pelle rückte, kratzte den Sunnyboy aus Oslo kein Stück.

Thierry Neuville - Hyundai i20 WRC - Rallye Deutschland 2017 Foto: xpb
Thierry Neuville liegt nach der Rallye Deutschland 17 Punkte hinter Sébastien Ogier.

Auch wenn die unteren Podiumsränge sonst nicht seinem Beuteschema entsprechen, mochte sich der geschlagene Sébastien Ogier nicht grämen. Erstens war er glücklich, dass sein Copilot Julien Ingrassia von seiner Gehirnerschütterung in Finnland wieder genesen war, zweitens war der Titelverteidiger auch so der eigentliche Gewinner des Wochenendes. Dank Rang drei im Klassement und Platz vier in der abschließenden Powerstage sammelte das Eichhörnchen aus Gap 17 Zähler, das sind 17 mehr, als sein Titelkonkurrent nach der Rückreise vom Bostalsee in den Händen hält.

Thierry Neuville kassierte erstmals in dieser Saison eine Nullrunde, denn selbst in der Powerstage blieb ihm nur Platz sechs. Ein Zeichen, wie stark Hyundai auf deutschem Asphalt sein konnte, zeigte Dani Sordo, der anfangs führte und insgesamt sechs Bestzeiten hinknallte. Vor allem auf der Panzerplatte langte der spanische Routinier hin: Drei Bestzeiten in Folge am Samstagnachmittag. Nur war der Fisch da längst geputzt. Sordo hatte seinen i20 schon auf der vierten von 21 Prüfungen einen tiefen Abhang hinunter ins Unterholz gestürzt. Die Bestzeiten waren nur Ehrentreffer, das Resultat: Platz 34.

Neuville dagegen tat sich von Anfang an schwer, den Anschluss zu halten, hatte nach der ersten Etappe schon fast eine halbe Minute Rückstand auf der Uhr. Augenzeugen wussten zu berichten, der Belgier sei schon auf den ersten Metern der ersten langen Panzerplatten-Prüfung mit größtem Einsatz zu Werke gegangen, sein Ausscheiden bleibt trotzdem ein Rätsel. Ein innen etwas ausgewaschener Linksabzweig mit einer allenfalls zehn Zentimeter aus dem Boden lugenden Kantsteinreihe riss den hinteren linken Querlenker aus dem Radträger und die Antriebswelle aus dem Differenzialgehäuse.

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