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Rallye Deutschland

Loeb vorn - Grönholm raus

Foto: dpa

Citroen-Star Sebastien Loeb, zweimal schon Sieger der Deutschland-Rallye, sicherte sich am Freitag (20.8.) mit fünf Bestzeiten hintereinander die Führung vor seinem Marken-Kollegen Carlos Sainz und Francois Duval auf Ford.

20.08.2004

Zehnter Lauf der WM-Saison 2004 in Deutschland, erste Asphalt-Rallye nach der Monte im Januar des Jahres. 69 Teams rollten in die ersten acht von insgesamt 24 Rallye-Sonderprüfungen. Bei einer Gesamtstrecke von 398,37 Kilometern hatten die Fahrer jedoch nur 135,02 Kilometer Wertungsprüfung zu absolvieren.

Die Wetter-Bedingungen waren ausgesprochen wechselhaft - die Reifenfrage wurde zu einem Vabanque-Spiel. Die Streckenverhältnisse in den einzelnen Prüfungen - gefahren wurden zwei WP-Vierergruppen mit einem einzigen Service am Bosttalsee - sahen höchst unterschiedlich aus: Trocken in den reinen Weinberglagen, nass und rutschig in den Waldpassagen.

Ex-Weltmeister Grönholm: Aus nach wenigen Metern

Schon nach 600 Metern der ersten Sonderprüfung war die Rallye Deutschland für Ex-Weltmeister Marcus Grönholm vorbei. In der ersten Linkskurve kam er mit seinem Peugeot wegen Aquaplanings von der Strecke ab. Marcus Grönholm erklärte: "Ich war auf Slicks unterwegs. Plötzlich brach der Wagen aus, knallte am Grabenrand an einen Pfosten, hinten rechts stand dann das Rad weit raus.“

Bestzeit in dieser Prüfung fuhr Carlos Sainz (Citroen) vor seinem Teamkollegen Sebastien Loeb. Drittschnellster war der junge, stürmische Mitsubishi-Pilot Daniel Sola. Als sein Teamchef Sven Quandt dessen Zeit erfuhr, gab er sofort Order, den Spanier einzubremsen. Seine Anweisung kam zu spät, denn schon in den folgenden Prüfung flog Sola raus. Kommentar Quandt: "Er wusste offenbar nicht, was geht und was nicht geht.“ Sein weiserer Kollege Gilles Panizzi wusste das - er lavierte sich bis Mittag auf einen anständigen sechsten Platz.

Loeb übernahm die Rallye-Führung nach der zweiten WP und gab sie bis zum Mittagsservice nicht ab. Hinter ihm platzierte sich Francois Duval (Ford), der bis Mittag zwei Bestzeiten gefahren hatte. Die waren eigentlich vom Team-Star Markko Märtin erwartet worden, aber der fand für seinen bescheidenen achten Platz eine plausible Erklärung: "Ich hatte falsche Reifen drauf. Als ich dazu noch Grönholm im Graben sah, fuhr ich langsam.“ Nun, andere Michelin-bereifte Piloten vor ihm fuhren die gleiche Reifenwahl und waren schneller: Sie hatten Slicks mit tiefen Einschnitten in der Lauffläche, der Este verzichtete auf die Cuts!

Zwei Citroen dominieren, Jubilar Schwarz mit Problemen

Arbeitgeber Skoda erfuhr es erst von außen und nicht aus dem eigenem Archiv, dass ihr zuverlässigster Mann gerade seine 100. Rallye absolvierte - und das sogar recht gut. Er schob sich bis Mittag auf einen siebten Platz nach vorne und ließ seine Fabia-Kollegen Roman Kresta und Toni Gardemeister hinter sich. Armin Schwarz: "Das fängt ja gar nicht schlecht an.“
Schlecht lief es auch nicht für Weltmeister Petter Solberg (Subaru) auf dem vierten Platz und für die Nummer zwei bei Peugeot, Cedric Robert. Der Franzose installierte sich auf Platz fünf, während der bei Peugeot einst als Hoffnungsträger eingekaufte Freddy Loix auf den ersten 67,51 Kilometern nicht über den 14. Platz hinauskam. Dabei fuhr er ein gleichwertiges 307-Werksauto, anfangs allerdings mit Fehlzündungen. Peinlich war es für ihn, weil der junge Franzose Alex Bengue auf einem Peugeot 206 überall deutlich schneller als der Belgier unterwegs war.

Derlei Heldentaten waren von den zwei WRC-Deutschen Antony Warmbold (Ford) und Armin Kremer (Toyota) nicht zu melden: Kremer blieb trotz Ausrutscher mit seinem alten Corolla fast überall deutlich vor Warmbold mit seinem moderneren, aber falsch bereiften Ford Focus.

Das unbeständige Wetter machte auch am Nachmittag die Reifenwahl schwierig, außerdem durfte erneut während vier Wertungsprüfungen kein Reifenwechsel vorgenommen werden. Befahren wurden die gleichen Strecken wie am Morgen, und genau jene Fahrer, die in der Frühe gut ausgesehen hatten, dominierten auch nach dem Service. Loeb (Citroen) legte zwei Bestzeiten hintereinander vor, sein Team-Kollege Sainz folgte ihm zweimal auf den zweiten Platz: Damit waren zwei Xsara an der Spitze etabliert. Duval (Ford) blieb trotz eines Ausrutschers Drittplatzierter vor Subaru-Pilot Solberg und dem sehr schnellen Kresta auf Skoda, der in der WP 6 die drittschnellste Zeit gefahren hatte.
Weniger schnell in den letzten Prüfungen des Tages war Krestas Skoda-Kollege Armin Schwarz: Der Franke hatte mit erheblichen Bremsprobleme an seinem Auto zu kämpfen, dass mit schmorenden Bremsmanschetten sehr langsam wurde. Der zweite WRC-Deutsche war zu diesem Zeitpunkt schon draußen, denn Armin Kremer (Toyota) hatte Kontakt mit einer Mauer aufgenommen.

Loeb (Citroen) bestimmte auch die zwei letzten WP des Tages - zweimal Top-Zeit. Mit 26,5 Sekunden Vorsprung sicherte er sich die Führung vor seinem Xsara-Mitstreiter Sainz und Duval (Ford), hinter den sich Solberg (Subaru) verbissen hatte.

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