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Rallye Deutschland (Tag 3)

Hyundai schreibt Geschichte

Rallye Deutschland WRC  2014 Foto: McKlein 27 Bilder

Weil sich nacheinander Jari-Matti Latvala im VW und Kris Meeke im Citroën am letzten Tag von der Strecke warfen, holte Thierry Neuville den ersten WM-Sieg für Hyundai und für sich selbst.

24.08.2014 Markus Stier

Bei VW waren eigentlich alle sicher, dass der vorzeitige Marken-WM-Gewinn, der erste Heimspiel-Sieg und der erste Asphalt-Sieg von Jari-Matti Latvala nur noch Formsache wären. 56 Sekunden Vorsprung bei nur 75 ausstehenden Kilometern auf vier Prüfungen, das war für keinen Verfolger des Finnen zu schaffen. Doch Latvala überrumpelte sich wieder einmal selbst. Nach acht Kilometern der ersten Prüfung rutschte er in einer langen Linkskurve aus, versuchte sich durch einen Weinberg zurück auf die Strecke zu kämpfen, blieb aber fünf Meter vor der rettenden Straße an einem Eisengeländer hängen. „Ich hatte einen kleinen Fehler im Aufschrieb und habe dem Grip in dieser Kurve zu sehr vertraut. Ich hätte hier in der WM aufschließen und meinen ersten Asphalt-Sieg holen können, aber ich habe es vergeigt. Alles, was ich sagen kann ist, dass mir das nicht noch mal passiert“, versprach der zerknirschte Delinquent, der Kris Meeke die Führung geschenkt hatte.

Kaum hatte man sich im VW-Team darauf eingerichtet, bei Citroën gratulieren zu gehen, war der Zwischenstand schon wieder hinfällig. Nur eine Prüfung nach Latvala klatschte der DS3 des Iren in eine Mauer. "Ich bin völlig am Boden“, sagte Meeke. Es waren die ersten WM-Führungskilometer seines Lebens. Die vorzeitigen Abreisen der Spitzenreiter brachten Andreas Mikkelsen im dritten Werks-VW auf den dritten Rang.

Hyundai erbt Doppelführung

Die Desaster an der Spitze spülten plötzlich das Hyundai-Team nach vorn, und das gleich doppelt. Thierry Neuville hatte sich im Shakedown noch kopfüber in einen Weinberg gestürzt, aber mit dem reparierten i20 fuhr er ein starkes Wochenende. Vorjahressieger Dani Sordo im zweiten Hyundai konnte zwar das Tempo des Teamkollegen nicht mitgehen, war aber schnell genug, um sich auf der Position hinter Neuville einzunisten. Das bedeutete am Ende Platz zwei, denn der Belgier behielt an der Spitze die Nerven und sicherte sich ein Jahr nach seiner knappen Niederlage an gleicher Stelle gegen Sordo den ersten Weltmeisterschaftserfolg seiner Karriere. "Besonders nach meinem Unfall im Shakedown muss ich meinem Team danken, dass sie das Auto rechtzeitig wieder hergerichtet haben. Das Team hat einen großartigen Job gemacht, und so denke ich, wir haben diesen Sieg verdient“, sagte der glückliche Sieger.

Dass auch die Koreaner am Finaltag Verluste zu beklagen hatten, ließ sich verschmerzen. Auf der letzten Prüfung prallte der nach seinem Hinkelstein-Treffer vom Samstag ohnehin nur auf Platz 15 liegende Bryan Bouffier erst gegen eine Mauer und rodelte dann zu seiner endgültigen Parkposition in einen Weinberg.

Ohne Fehler blieben an diesem Wochenende die M-Sport-Piloten, und so landete der junge Waliser Elfyn Evans auf einem starken vierten Rang, den er im Fiesta WRC mit knappen 6,9 Sekunden gegen Teamkollege Mikko Hirvonen mit seinem ersten Powerstage-Sieg nervenstark verteidigte. Nach einem leichten Bordsteintreffer am Freitag und zwei Bestzeiten am Samstag beendete der frühere Formel-1-Star Robert Kubica sein Wochenende mit einem Getriebeschaden am Sonntag.

Deutsche ohne Fortune

Eine Getriebepanne kostete Christian Riedemann den Sieg. Ein Wechsel der Schaltbox dauerte am Freitag zwei Minuten zu lang und kostete 20 Strafsekunden, die im Duell mit Sébastien Loebs Zögling Stéphane Lefebre den Sieg kosteten. Nach einem zu defensiven Samstag und einem Rückstand von 46 Sekunden blies Riedemann am Sonntag zur großen Aufholjagd. Am Ende fehlten nur 9,6 Sekunden zum Sieg in der WRC3. Den dritten Rang in der WRC2 holte sich mit einem starken Auftritt Armin Kremer im unterlegenen Skoda Fabia des Baumschlager-Teams.

Hinter den überlebenden Ford-Mannen landete Mads Östberg im verbliebenen Citroën DS3 auf Rang sechs. Der Norweger hatte das ganze Wochenende mit den wechselnden Grip-Verhältnissen zu kämpfen. Dass er sein Minimalziel Platz fünf knapp verfehlte, hat Folgen: In der Tabelle liegt er als WM-Vierter nun so weit zurück, dass nur noch einer der drei VW-Fahrer Weltmeister werden kann. So gesehen gab es für die erfolgsverwöhnten Hannoveraner doch noch so etwas wie einen Titelgewinn zu feiern.

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