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Rallye Finnland

Grönholm trumpft auf

Foto: McKlein

Peugeot-Star Marcus Grönholm sicherte sich mit fünf Bestzeiten am Freitag (6.8.) die Führung bei der Rallye Finnland vor seinem Cousin Sebastian Lindholm, ebenfalls auf einem Werks-Peugeot 307. Dritter wurde Janne Tuohinen auf Ford Focus.

06.08.2004

Neunter Lauf der WM-Saison 2004 in Finnland. 68 Teams rollten am morgen in die ersten zehn von insgesamt 22 Rallye-Sonderprüfungen. Zu absolvieren hatten sie an diesem Freitag bei einer Gesamtstrecke von 488,03 Kilometern nur 119,65 Sonderprüfungskilometer, inclusiv der abendlichen, 2,06 Kilometer langen Super-Special auf der Parallelbahn in Killeri, nahe dem Service-Platz. Die Wetterbedingungen waren für einen finnischen Sommer ungewöhnlich: Es wurden Temperaturen um 27 Grad gemessen. Die Pisten präsentierten sich morgens dennoch teilweise feucht und rutschig.

Nordmänner dominieren in den Wäldern

Nach den ersten drei Sonderprüfungen standen nicht weniger als sieben Finnen, ein Norweger und ein Este unter den ersten zehn. An der Spitze Harri Rovanperä (Peugeot) mit drei Top-Zeiten, vor seinem Markengefährten Sebastian Lindholm. "Ich bin überrascht, mich in dieser Position zu finden“, sagte der Finne. Diesem mittelalten Herrn (immerhin schon 43 Jahre) und Peugeot-Testfahrer war ein Werks-Peugeot 307 anvertraut worden, der einzige mit einem neuen Fünfgang-Getriebe. Sein Cousin Marcus Grönholm als Vierter maulte: "Ich bin nicht glücklich, habe den richtigen Rhythmus nicht gefunden.“ Petter Solberg hatte trotz fiebriger Anfälle an den Vortagen seinen Subaru auf den dritten Platz gesetzt, dorthin, wo vor ihm Juuso Pykälistö mit einem Citroen gestanden hatte. Pykä war schnell gewesen, sehr schnell – sein Xsara hatte das mit kollabierendem Öldruck quittiert. Hinter Grönholm fand sich Janne Tuohino (Ford), der hier an der Stelle von Francois Duval (11. Platz nach WP 3) vom Werk als Punktemacher nominiert worden war. "Ich fahre gute Zeiten, ohne viel zu riskieren“, sagte Tuohino. Hinter diesem kam Markko Märtin, ebenfalls auf einem Focus, ins Ziel. Der Este kommentierte seine Sehstörungen sehr gelassen: "Ich bin zwar nicht blind, aber ich sehe nicht so gut wie mit zwei intakten Augen, da gibt es Grauzonen. Ich fahre deshalb noch nicht voll .“ Das hielt ihn nicht ab, mit bis zu 180 km/h durch die Birken zu hageln. Hinter Mikko Hirvonen (Subaru) - "Ich bin hier absolut an der Grenze meiner Fähigkeiten!“ - postierte sich der einzige Südländer auf dem achten Platz: Carlos Sainz auf Citroen, Sieger in Finnland 1990. Der Spanier ist übrigens – neben Didier Auriol 1992 – der einzige Mitteleuropäer, der jemals die Finnland-Rallye gewinnen konnte. Hinter den Matador stellten sich Jani Paasonen und Toni Gardemeister (Skoda) auf die Plätze 9 und 10, Armin Schwarz auf einem identischen Fabia wurde 16. "Ich bin hier auf Ankommen programmiert, ich soll erst in Deutschland in 14 Tagen von Anfang an Gas geben“, erklärte Schwarz.

Francois Duval Ford) und Sebastien Loeb (Citroen) kamen als 11. und 12. ein, vor dem ersten Mitsubishi von Kristian Sohlberg: "Wir gehen ganz auf Sicherheit.“ Sein Lancer-Kollege Gilles Panizzi wurde nur 17. Panizzi kommentierte verbittert:
"Das Auto ist völlig instabil, wir sind ausgeritten.“

Solberg out, Rovanperä out, Grönholm führt

Mit einem ordentlichen Schlag verabschiedete sich zu Beginn der zweiten Dreier-Serie von Sonderprüfungen Petter Solberg (Subaru): Er feuerte seinen Impreza zwei Kilometer nach Start der Wertungsprüfung vier in einen Graben, demolierte die vordere Aufhängung und musste passen. Auf Junior Hirvonen allein ruhten dann die Team-Hoffnungen. Die drei ersten Plätzen gingen anschließend an drei Peugeot 307: Rovanperä (vier Bestzeiten in den ersten sechs Sonderprüfungen) vor Grönholm (zwei Topzeiten) und Lindholm. Der wunderte sich: "Ich dachte nie, dass ich so schnell sein könnte.“ Zu Beginn der sechsten Sonderprüfung allerdings knackte Rovanperä den Dreier an der Spitze: Er rollte seinen 307 übers Dach, verlor 1.52 Minuten, fiel auf Platz 13 ab und im Service dann ins Aus. "Ich bin sehr enttäuscht – der Anfang lief so gut“, resümierte Rovanperä. Die Spitze war frei für den Alpha-Löwen Grönholm. Hinter dem installierte sich Lindholm aus dem gleichen Rudel, gefolgt von den zwei Ford-Piloten Tuohino und Märtin. Jani Paasonen zeigte seinen zwei Team-Genossen, was man mit einem Skoda Fabia anfangen kann: Er schob sich vor Hirvonen (Subaru) auf den fünften Platz, während seine Marken-Gefährten fast zwei Minuten hinter dem Finnen kreuzten: Gardemeister war 14., Schwarz gerade mal 16. Den Deutschen hatte inzwischen sogar Panizzi (Mitsubishi) aufgeschnupft. "Vor einer Prüfung starb der Motor ab, in der nächsten waren die Bremsen lausig“, sagte Schwarz. Die zwei Citroen-Piloten Sainz und Loeb hielten sich zurück und warteten ab.

Zwei Peugeot auf den ersten Plätzen

Mit drei Bestzeiten hintereinander zementierte Grönholm (Peugeot) seinen ersten Platz schon vor der letzten Super Special des Tages. "Endlich sind wir sicher an der Spitze und müssen nur noch mit Lindholm um den Sieg kämpfen“, kommentierte Grönholm. Nun, Grönholms Cousin Lindholm an der zweiten Position wird eher Manndeckung geben, anstatt seinem Verwandten in die Quere zu kommen. Das versuchten allerdings andere Herren. Dreimal hintereinander wurde Märtin (Ford) hinter dem Leader Zweitschnellster in den Etappen. Aber sein Team-Genosse Tuohino hatte die bessere Ausgangsposition und konnte sich vor dem Esten mit dem winzigen Vorsprung von 1,2 Sekunden auf dem dritten Platz halten. Hinter Märtin hatte Hirvonen den letzten noch überlebenden Subaru platziert, Paasonen stand mit seinem Skoda Fabia sieben Plätze vor dem Marken-Gefährten Gardemeister und neun vor Armin Schwarz. "Wir hatten bis jetzt noch keine Probleme – mal sehen, wie weit ich morgen noch komme“, sagte Paasonen. Hinter Paasonen richteten sich die Citroen-Piloten Sainz vor Loeb ein, dahinter rollte Duval (Ford) vor dem schnellsten Mitsubishi-Piloten Sohlberg. Dessen Markengefährte Panizzi war verzweifelt auf dem 14. Platz: "Wir haben die gleichen Probleme wie von Anfang an – das Auto lässt sich nicht kontrollieren.“

Zum letzten Gefecht des Tages traf man sich auf der Killeri-Piste zum 2,06 Kilometer Parallel-Rennen. Man tat sich untereinander wenig - nur Hirvonen fuhr den letzten Subaru in eine Wand und ins Aus. Und: Märtin (Ford) fuhr Bestzeit und setzte sich damit vor seinen Marken-Gefährten Tuohino auf den dritten Platz.

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